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| 11:20 Uhr

Fußball
Ein guter Test und ein Warnsignal für Energie

Auf Energie und Marcelo (M.) kommt härtere Gegenwehr zu als im Testspiel  gegen Neugersdorf.
Auf Energie und Marcelo (M.) kommt härtere Gegenwehr zu als im Testspiel gegen Neugersdorf. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Die RUNDSCHAU zieht Bilanz: So lief die Vorbereitung von Energie Cottbus auf die Saison 2018/19 in der 3. Fußball-Liga. Neben den Stärken bekam der Aufsteiger auch seine Schwächen aufgezeigt. Von Frank Noack

Nach der Vorbereitung ist vor dem Start: Energie Cottbus hat mit dem 6:1 (3:0)-Sieg gegen Oberlausitz Neugersdorf die Testspiele beendet. Am kommenden Sonntag startet der FCE in die neue Saison der 3. Fußball-Liga. Was war gut? Was muss noch besser werden? Die RUNDSCHAU zieht eine Bilanz der Saisonvorbereitung.

Die Ergebnisse: Auf den ersten Blick hat Energie eine gute Saisonvorbereitung absolviert. Fünf der sechs Spiele wurden gewonnen. Allerdings wurde die Mannschaft dabei längst nicht in jeder Partie so gefordert, wie es in der 3. Liga der Fall sein wird. Höhepunkt war zweifellos der souveräne 2:0-Sieg gegen den tschechischen Erstligisten Dukla Prag in Finsterwalde. Beim 1:3 gegen Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Magdeburg in Barleben bekam der FCE dagegen seine Grenzen aufgezeigt. Unter dem Strich stehen 31:4 Tore – das ist durchaus ordentlich.

Die Stärken: Größtes Plus ist die Eingespieltheit des Aufstiegsteams der zurückliegenden Saison. Jeder Spieler weiß, was er zu tun. Jeder kennt seinen Nebenmann und weiß, wie er sich zu verhalten hat. Mit Daniel Stanese vom VfR Aalen und Abdulkadir Beyazit (SV Babelsberg) wurden bislang nur zwei neue Spieler geholt – Energie war also auf dem Transfermarkt so zurückhaltend wie kein anderer Club der 3. Liga. Die Aufstiegshelden bekommen auch weiterhin das Vertrauen.

Die Schwächen: Die beiden wirklich ernsthaften Testspiele fielen höchst unterschiedlich aus. Gegen Dukla Prag präsentierte sich Energie dank einer guten Organisation mit der gewohnten Dominanz auf dem Rasen. Gegen den 1. FC Magdeburg war davon allerdings nur wenig zu sehen. Weniger läuferischer Aufwand bedeutete auch weniger Spielanteile. Mit der Wucht des FCM hatte die Defensive erhebliche Probleme. Unkonzentriertheiten wurden bestraft. Auch in den Kopfballduellen hatte Energie oft das Nachsehen.

Die Gewinner: Wirklich hervortun konnten sich innerhalb der homogenen Mannschaft nur wenige Spieler. Stürmer Kevin Scheidhauer war nach seiner Einwechslung im Spiel gegen Magdeburg einer der wenigen Spieler, der in körperlicher Hinsicht Paroli bieten konnte. Bester Torschütze in der Saisonvorbereitung war Streli Mamba mit acht Treffern. Fabian Graudenz machte mit einem Viererpack gegen die SG Sielow auf sich aufmerksam und deutete an, dass er nach langer Verletzungspause eine Alternative für das Mittelfeld werden könnte.

Die Verlierer: Neuzugang Abdulkadir Beyazit wird den Saisonstart der 3. Liga verpassen. Wegen einer Bauchmuskelverletzung bereits am Beginn der Vorbereitung wurde der Stürmer weit zurückgeworfen. Aber auch bei Daniel Stanese ist noch viel Luft nach oben, weil er sich erst an die höhere Trainingsintensität gewöhnen musste. Der Mittelfeldspieler kennt sich als einer der wenigen Energie-Profis in der 3. Liga schon aus und dürfte deshalb im Verlauf der Saison noch eine wichtige Rolle spielen.

Die Führungsspieler: Marc Stein bleibt Kapitän des Teams. Er wurde auch in diesem Jahr wieder von Trainer Claus-Dieter Wollitz für dieses Amt bestimmt. Der Innenverteidiger geht mittlerweile in seine dritte Saison als Energie-Kapitän. Dem Mannschaftsrat gehören außerdem Fabio Viteritti, Tim Kruse und Kevin Weidlich an. Aber auch Lasse Schlüter, José-Junior Matuwila und Kevin Scheidhauer spielen in der teaminternen Hierarchie eine führende Rolle.

Die Euphorie: Auch bei den Fans steigt die Vorfreude auf den Saisonstart. Energie hat rund 2500 Dauerkarten verkauft. In der vergangenen Saison waren es 2182 Tickets inklusive der Halbjahres-Dauerkarten. In der Dauerkarten-Tabelle der 3. Liga liegt Energie derzeit auf Platz acht. Spitzenreiter ist Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig (12 800). Die Zuschauerzahlen in Cottbus dürften also steigen. Der Verein kalkuliert mit 7500 Besuchern pro Heimspiel. 2017/18 lag der Schnitt bei 5262 pro Spiel.

Die Planung: Am kommenden Sonntag wird sich zeigen, was die Ergebnisse der Saison wirklich wert sind. Energie startet mit dem Ostduell gegen Hansa Rostock in die Dritt­liga-Saison 2018/19. Anpfiff im Stadion der Freundschaft ist um 13 Uhr. Die erste Auswärtspartie steigt eine Woche später dann beim SV Wehen Wiesbaden (13 Uhr).

Energie Cottbus - Neugersdorf FOTO: Steffen Beyer