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| 02:44 Uhr

Ein Bayer in Brandenburg

Marco Holz (l.) im Gespräch mit RUNDSCHAU-Sportredakteur Frank Noack.
Marco Holz (l.) im Gespräch mit RUNDSCHAU-Sportredakteur Frank Noack. FOTO: Beyer/sby1
Cottbus. Es ist ein doppelter Neuanfang: Energie Cottbus muss sich nach dem Abstieg nun möglichst schnell in der 3. Fußball-Liga zurechtfinden. Marco Holz soll dabei eine wichtige Rolle spielen. Auch er wagt einen Neuanfang. Nach acht Jahren in Burghausen spielt der gebürtige Bayer erstmals außerhalb des Freistaates. Frank Noack

Marco Holz sitzt auf dem Altmarkt und schaut in den blauen Himmel über Cottbus. Genau genommen ist der Himmel an diesem Tag sogar Weiß und Blau - also quasi wie bei ihm zu Hause im Freistaat Bayern. Zumindest in diesem Punkt darf sich der Neuzugang von Fußball-Drittligist FC Energie Cottbus also schon ganz wie zu Hause fühlen. Den Rest will sich der 24-jährige Mittelfeldspieler in den nächsten Wochen Schritt für Schritt erarbeiten. "Ich freue mich auf den Neuanfang. Neue Mitspieler, neues Umfeld, neue Herausforderungen - ich bin sehr gespannt", erklärt Holz.

Für den Fußballprofi, der beim FCE bis 2016 unterschrieben hat, ist es ein kompletter Neuanfang. Fußballerisch sowieso, aber auch menschlich. Denn der Ur-Bayer kickt zum ersten Mal in seiner Karriere außerhalb von Bayern. Holz stammt aus dem nieder bayrischen Offenberg im Landkreis Deggendorf. Nach mehreren Stationen bei kleineren Vereinen der Region wechselte er in die Jugendabteilung von 1860 München. Dort blieb er bis zum Alter von 16 Jahren, dann ging es weiter zu Wacker Burghausen. Dort kickte Holz zunächst im Nachwuchs, später dann bei den Profis. Insgesamt trug er acht Jahre lang das Wacker-Trikot und spielte in dieser Zeit auch unter dem Cottbuser Ex-Coach Rudi Bommer.

Zuletzt war er Kapitän des Drittliga-Teams und stemmte sich vergeblich gegen den Abstieg. "Ich bin Wacker Burghausen dankbar dafür, dass sie mir die Chance gegeben haben, im Profibereich Fuß zu fassen. Ich hatte sehr schöne Jahre dort. Leider steht am Ende dieser Jahre der Abstieg", erzählt Marco Holz und ergänzt: "In diesen Jahren ist Wacker so etwas wie mein Heimatverein geworden."

Rund 500 Kilometer sind es von Burghausen bis nach Cottbus. Oder etwa vier Autostunden. Das hat der Energie-Neuzugang bereits zwei Mal getestet. Beim ersten Mal kam er in die Lausitz, um sich beim FCE umzuschauen und auch den Vertrag zu unterschreiben. Sein Urteil stand schnell fest. "Energie ist ein Topverein mit klasse Bedingungen. Ehrlich gesagt, kann ich immer noch nicht verstehen, dass man mit dieser Mannschaft in die 3. Liga abgestiegen ist."

Beim zweiten Cottbus-Besuch vor einigen Tagen begab sich der Mittelfeldspieler gemeinsam mit Freundin Andrea auf Wohnungssuche. Am Ende fiel die Entscheidung auf eine Bleibe in der Innenstadt. Zuvor hatte er sich einige Tipps bei seinem künftigen Mitspieler Uwe Möhrle geholt. Und auch Matthias Heidrich, den Leiter des Cottbuser Nachwuchsleistungszentrums, kennt er aus der gemeinsamen Zeit in Burghausen.

Beim Neuanfang kann Holz auf einen wichtigen Erfahrungswert bauen: Er kennt - anders als so mancher bei Energie - die 3. Liga aus eigenem Erleben. "Ich weiß, welches Team wie spielt und ich kenne auch die Stadien schon. Ja, das ist sicher hilfreich", blickt der Neuzugang voraus.

Holz' sportliche Heimat ist das zentrale Mittelfeld, am liebsten offensiv hinter den Spitzen. Aber natürlich auch dort - so viel Zeit für diesen branchenüblichen Hinweis muss sein - "wo mich der Trainer aufstellt".

Bis zum Übungsbeginn an diesem Samstag wird sich der Bayer zu Hause mit Läufen und Krafttraining auf die neue Aufgabe vorbereiten. Dann geht es ab nach Brandenburg. Und wenn der Wettergott mitspielt, wird der Himmel über Cottbus auch dann wieder Weiß/Blau strahlen.