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| 09:23 Uhr

Fußball
„Durststrecke“ – Energie stärkt Mamba den Rücken

 Streli Mamba befindet sich laut Trainer Wollitz auf einer „Durststrecke“. Trotzdem soll er in Meppen spielen.
Streli Mamba befindet sich laut Trainer Wollitz auf einer „Durststrecke“. Trotzdem soll er in Meppen spielen. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Vor dem Meppen-Spiel schlägt Trainer Wollitz moderate Töne an. Im Abstiegskampf sind ihm Punkte wichtiger als Fakten. Deshalb nimmt er die Schärfe aus seiner Kritik an den Spielern - und kritisiert stattdessen die Berichterstattung. Von Jan Lehmann und Frank Noack

Streli Mamba macht sich selbst Mut. Bei „Instagram“ veröffentlichte der Angreifer von Energie Cottbus in dieser Woche ausgerechnet jenes Bild, das seine vergebene Großchance bei der 1:2-Nieder­lage gegen die Würzburger Kickers ­symbolisiert: ein entsetztes Gesicht, den Mund weit aufgerissen, die Hände gefaltet. Kurz vor Schluss hätte der 24-Jährige einen im Abstiegskampf so wichtigen Punkt sichern können – eigentlich müssen, wenn man das gängige Anforderungsprofil an einen Drittliga-Stürmer anlegt.  Doch freistehend bugsierte er den Ball weit am Tor vorbei. Im Nachgang kommentierte der Angreifer das Bild des Scheiterns nun mit Selbstmotivation: „Positivität, Vertrauen und Beharrlichkeit sind die Schlüssel im Leben. Gib Dich deshalb niemals auf. Das nächste Mal wird es besser!“

Nächstes Mal wird es besser – darauf vertraut Mamba, und darauf muss auch Energie Cottbus vertrauen. Schon am Samstag beim Auswärtsspiel beim SV Meppen (14 Uhr/LR-Liveticker) benötigt der FCE einen Angreifer, der die sicherlich nicht sehr zahlreichen Cottbuser Chancen effektiv verwertet.

Energie steht eine vorentscheidende Phase im Drittliga-Abstiegskampf bevor. Meppen könnte sich mit einem weiteren Sieg aus dem Tabellenkeller verabschieden, in den direkten Duellen zwischen Fortuna Köln und Eintracht Braunschweig sowie FSV Zwickau gegen Carl Zeiss Jena werden zudem weitere Cottbuser Konkurrenten im Wettstreit um den Klassenerhalt punkten. Das heißt: Energie benötigt dringend Tore und Punkte, um nicht tiefer in den Abstiegsstrudel zu geraten.

Dabei setzt Trainer Claus-Dieter Wollitz weiter auf Mamba. Direkt nach dem Spiel am Samstag hatte er noch einen Zwiespalt in Bezug auf Mamba offenbart: „Wenn man als Stürmer zwei hundertprozentige Torchancen hat, kann man erwarten, dass zumindest ein Ball drin ist. Er bringt nicht das, was wir uns erhofft haben, sonst hätten wir im Sommer vielleicht eine andere Entscheidung getroffen. Auf der anderen Seite hat er aber sieben Tore geschossen und weitere vorbereitet.“

Bei der Pressekonferenz vor dem Meppen-Spiel legte Wollitz dann deutlich mehr Gewicht auf Mambas Vorzüge: „In Aalen hat er zwei Tore erzielt, in Rostock hat er sehr, sehr viele Räume geschaffen. Er hat die meisten Tore erzielte, die meisten vorbereitet, wir brauchen seine Schnelligkeit“, bilanzierte der Trainer. Wollitz gab allerdings auch zu: „Es ist in der Tat so, dass wir ihn über eine Durststrecke bringen müssen.“

Bei seiner Analyse habe er daher  „ein bisschen mit den Fakten gespart“ weil er glaube, „dass ein Stürmer in dieser Zeit gestärkt werden sollte“, so der Trainer. Noch in der Hinrunde habe er Mamba auch mal auf die Bank gesetzt, „um ihn zu ­kitzeln“. In der heißen Phase des ­Abstiegskampfes sagt Wollitz nun: „Das wäre jetzt aber falsch.“

Beim Blick auf die Statistik wird ohnehin klar: Streli Mamba ist trotz seiner in losen Abständen wiederkehrenden Fehlschüsse und einiger ziemlich schwachen Leistungen im vergangenen Herbst der erfolgreichste Cottbuser Offensivmann. Wollitz kann sich gar nicht leisten, den Angreifer außen vor zu lassen, zumal mit Kevin Scheidhauer (Schambeinentzündung) auch noch ein Stürmer länger ausfällt.

Und so ist es im Grunde genommen nicht überraschend, dass der Trainer nach ziemlich deut­lichen Worten in der zurückliegenden ­Winterpause gegenüber seiner Mannschaft nun moderatere Töne anschlägt und sich einen „Schulterschluss“ wünscht.

Vor diesem Hintergrund erklärt sich möglicherweise auch die ­Wollitz-Schelte an der medialen Berichterstattung über seine Kritik nach dem Würzburg-Spiel. Der Trainer hatte das Verhalten seiner Mannschaft als „schülerhaft“ bezeichnet. Alles werde derzeit in der Öffentlichkeit negativ interpretiert, erklärte Wollitz am Donnerstag. Auch mit der am Samstag getätigten Feststellung, dass Fabio Viteritti in dieser Saison noch kein Tor vorbereitet hat, habe er beim Fußballer des Jahres lediglich „eine Leistungsexplosion“ bewirken wollen. Eine solche Explosion von ­Mamba, ­Viteritti & Co. könnte Energie in der Tat gebrauchen – am besten schon „beim nächsten Mal“ in Meppen.