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Dennis Sörensen in Cottbus
Durch die Welt – und dann nach Cottbus

Dennis Sörensen war mit Ehefrau Cecilla und den Kindern Arthur und Sally in Cottbus zu Gast.
Dennis Sörensen war mit Ehefrau Cecilla und den Kindern Arthur und Sally in Cottbus zu Gast. FOTO: jal
Cottbus. Ex-Profi Dennis Sörensen stattet dem FC Energie einen Besuch ab. Der Angreifer arbeitet an seiner Karriere nach dem Leistungssport. Jan Lehmann

Das erfolgreiche Comeback von Torjäger Streli Mamba beim 4:0-Heimsieg gegen den SV Babelsberg war nicht die einzige Rückkehr eines beliebten Angreifers bei Energie Cottbus. An dem nahezu perfekten Derby-Sonntag saß der Däne Dennis Sörensen auf der Tribüne. Gemeinsam mit seiner Frau Cecilla und den beiden Kindern Sally und Arthur war der 36-Jährige zu seinem Ex-Club zurückgekehrt. Von 2007 bis 2013 hatte der laufstarke Stürmer für Energie 62 Erst- und 66 Zweitliga-Spiele bestritten und dabei 15 Tore erzielt.

Nun waren die Sörensens zum ersten Mal seit ihrem Abschied wieder zurück im Stadion der Freundschaft. Cecilla Sörensen erklärte: "Wir wollten unseren Kindern die Stadt zeigen, in der sie geboren worden sind. Sally hat noch einige Erinnerungen, Arthur war noch zu klein. Die Zeit in Cottbus war für uns eine wichtige Phase in unserem Leben, wir verbinden viele wunderbare Erlebnisse damit."

Energie war für Dennis Sörensen damals die erste Auslandsstation - und blieb die einzige. Der Däne, der von Trainer Petrik Sander geholt wurde, war mit einer Ablösesumme von 1,2 Millionen Euro der zweitteuerste Transfer des FCE. Er erspielte sich mit seiner mannschaftsdienlichen Art einen festen Platz im Team und auch die Anerkennung der Fans. So hatte er großen Anteil am Erstliga-Klassenerhalt im Jahr 2008 unter Coach Bojan Prasnikar.

Auch unter dem heutigen Trainer Claus-Dieter Wollitz spielte Sörensen für Energie, hatte aber mit Verletzungssorgen zu kämpfen: Ein Ermüdungsbruch im Knie, ein Mittelfußbruch und ein Riss des Syndesmosebandes stoppten ihn.

Dennoch denkt Sörensen gern an die Zeit beim FCE zurück - und mag sich nicht damit anfreunden, dass die Lausitzer nur noch viertklassig sind. "Energie muss wieder aufsteigen. Ich finde die Relegation fürchterlich und hoffe, dass es Cottbus trotzdem schafft", so der Däne. In Cottbus freute er sich, unter anderem Physiotherapeut Oliver Krautz oder Mannschaftsleiter André Rohbock wiederzusehen.

Seine Ehefrau Cecilla, die in ihrer Cottbuser Zeit für einen großen Zusammenhalt unter den Lebenspartnerinnen der Energie-Profis gesorgt hatte, scherzte fröhlich nach dem 4:0 gegen Babelsberg: "Wir haben ja Glück gebracht - wir sehen uns also nächste Woche wieder." Doch für die Sörensens geht die Reise weiter, die Familie ist immer unterwegs. Nach der Beendigung seiner Karriere beim dänischen Zweitligisten Lyngby BK war Dennis Sörensen mit seinen Liebsten zu einer kleinen Reise durch die Welt aufgebrochen.

Die Dänen zeigten sich beim sozialen Netzwerk "Instagram" unter anderem auf der chinesischen Mauer, am Strand von Papua Neuguinea, im Dschungel von Borneo, im Tempel Angkor Wat in Kambodscha oder vor endlosen Weinstöcken in Australien. Cecilla Sörensen erzählt: "Das war eine aufregende Zeit."

Inzwischen ist die Familie wieder zurück in Dänemark und wohnt in der Nähe der Hauptstadt Kopenhagen. Der Ausflug nach Cottbus war nun quasi der Abschluss der Weltreise - zuvor standen noch zwei Tage Sightseeing in Berlin auf dem Plan. Tochter Sally geht nun in die Schule und auch Dennis Sörensen muss künftig wieder Bücher wälzen. Er hat noch ein Jahr in seinem Marketing-Studium in Kopenhagen vor sich. Er berichtet: "Es ist ein internationaler Studiengang, Deutsch ist auch ein Bestandteil." Der ehemalige Angreifer kann sich vorstellen, im Fußballgeschäft zu bleiben. Doch als Trainer mag er nicht arbeiten: "Ich glaube, das ist nichts für mich", so Sörensen, der sich eher am Schreibtisch sieht.

Dabei mag man noch gar nicht glauben, dass der Däne tatsächlich nicht mehr Fußball spielt. Er sieht immer noch so drahtig aus wie zu Cottbuser Erstliga-Zeiten. Doch auf den Hinweis, dass Energie noch einen laufstarken Stürmer brauchen könnte, winkt Sörensen bloß ab: "Ich habe ein halbes Jahr gar nicht gespielt und vor ein paar Wochen mal bei den alten Herren mitgekickt. Ganz ehrlich: Das war eine einzige Katastrophe."