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Die Hoffnung steckt im Medizinkoffer

Im Hinspiel gelang dem FCE ein überraschender 1:0-Sieg in Dresden. Als Tabellen-16. schwebt Cottbus trotzdem weiterhin in großer Abstiegsgefahr.
Im Hinspiel gelang dem FCE ein überraschender 1:0-Sieg in Dresden. Als Tabellen-16. schwebt Cottbus trotzdem weiterhin in großer Abstiegsgefahr. FOTO: Imago/img1
Cottbus. Ausgerechnet vor dem Heimspiel gegen Spitzenreiter Dynamo Dresden hat Energie Cottbus ein schmerzhaftes Offensiv-Problem. Der FCE schießt kaum Tore und bangt um den Kapitän. Frank Noack

Wenn es für den FC Energie Cottbus nicht nur gut, sondern richtig gut läuft, dann könnte ein Medizinkoffer-Foto aus dem Internet spätestens an diesem Samstagnachmittag Kult-Status erlangt haben. Nehmen wir einfach mal an, der verletzte Richard Sukuta-Pasu gewinnt den Wettlauf mit der Zeit und wird rechtzeitig fit für das Ostderby gegen Dynamo Dresden (14 Uhr, Stadion der Freundschaft). Und nehmen wir außerdem an, dass der Kapitän im Duell mit dem souveränen Spitzenreiter der 3. Fußball-Liga das entscheidende Tor schießt - dann ist besagtes Facebook-Foto mit dem Medizinkoffer schleppenden Sukuta-Pasu wahrscheinlich Kult. Der FCE hatte das bemerkenswerte Foto in dieser Woche im sozialen Netzwerk gepostet. Es zeigt den verletzten Stürmer, wie er nach dem Oster-Wochenende mit einem Medizinkoffer in der Hand zum Dienst im Stadion der Freundschaft zurückkehrt. Zur Erklärung hat der FC Energie das Bild mit dem Hinweis versehen: "Das ist nicht etwa ein FCE-Physiotherapeut auf dem Weg zur Arbeit, sondern Richard Sukuta-Pasu. Er hatte den Medikamenten-Koffer mit nach Hause genommen, um wirklich rund um die Uhr die Verletzung an der Achillessehne behandeln zu können."

Der Medizinkoffer ist schon jetzt zum Symbol für den Kampf von Sukuta-Pasu um ein ganz schnelles Comeback geworden. Der Kapitän hatte sich bei der 0:4-Klatsche am Gründonnerstag beim Chemnitzer FC eine ziemlich schmerz hafte Prellung der Achillessehne zugezogen und kann seitdem nicht trainieren. Trotzdem lebt weiterhin die Hoffnung, dass er am Samstag gegen Dresden dabei sein kann. Am Montag stand für Sukuta-Pasu lediglich Wasser-Gymnastik auf dem Programm. Am Dienstag konnte er nur Radfahren und klagte über Schmerzen in der Muskulatur "bei jedem Schritt". Am Mittwoch durfte der Kapitän mit Fitnesstrainer Christian Behring immerhin schon wieder auf die Laufstrecke.

Sukuta-Pasu ist im Hinblick auf Samstag vorsichtig optimistisch. "Es ging ganz gut. Wir müssen von Tag zu Tag sehen, wie sich die Sache entwickelt."

Die Sache ist nämlich auch die: Sollte der Kapitän gegen Dynamo Dresden nicht spielen können, wäre das ein weiterer Rückschlag für die ohnehin an der Schmerz grenze agierende Offensiv-Abteilung der Lausitzer. Denn die Personalnot ist groß und die Erfolgserlebnisse sind - na ja, höflich formuliert - in den zurückliegenden Wochen eher klein gewesen. Mit Sven Michel und Sergi Arimany fallen zwei Stürmer definitiv aus. Michel muss aufgrund einer Grippe zehn Tage lang ein Antibiotikum nehmen. Und Arimany hat sich einen Muskelfaserriss zugezogen. Der Winter-Neuzugang aus Spanien fällt mindestens zwei Wochen aus. Am Mittwoch im Training fehlte auch noch Fabio Kaufmann. Er klagt über eine Oberschenkelprellung ("Pferdekuss nennt man das wohl"), soll aber an diesem Donnerstag wieder das volle Pensum absolvieren.

Zumal jede Offensiv-Kraft gebraucht wird. Denn Energie ist mit 27 Toren in 31 Spielen das harmloseste Team der 3. Liga. Beim Training am Mittwoch hatte Coach Vasile Miriuta neben einigen Nachwuchskräften mit Patrick Breitkreuz nur einen echten Angreifer zur Verfügung. Entsprechend groß ist die Hoffnung, dass Sukuta-Pasu fit wird.

Vorab können wir ja schon mal das Geheimnis lüften, was in dem Medizinkoffer eigentlich drin war. "Normalerweise wird in dem Koffer das Eis zum Kühlen transportiert. Ich hatte Kompressen und einige andere Gerätschaften unserer Physiotherapeuten dabei", verrät der Energie-Kapitän. Der Koffer ist aber nicht der alleinige Hoffnungsträger für Sukuta-Pasu. "Unsere Physios und Ärzte machen wirklich einen guten Job", ergänzt er.