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| 07:57 Uhr

Aus im DFB-Pokal (mit VIDEO)
Energie gewinnt gegen Bayern viele Sympathien

1. Runde DFB-Pokal: Energie Cottbus gegen Bayern München FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus. Energie Cottbus unterliegt dem Rekordmeister Bayern München in der 1. DFB-Pokalrunde 1:3 (0:1). Die Fans im ausverkauften Stadion feiern trotzdem den Außenseiter für ein echtes Fußballfest und eine historisch junge Mannschaft. Von Frank Noack, Jan Lehmann und Steven Wiesner

Energie Cottbus hat gegen Bayern München zwar die erwartete Niederlage kassiert, aber viele Sympathien weit über die Lausitz hinaus gewonnen. Die extrem junge FCE-Mannschaft zeigte am Montagabend beim 1:3 (0:1) im deutschlandweit übertragenen Pokalduell mit dem Fußball-Rekordmeister eine couragierte Leistung und durfte lange Zeit sogar von einer kleinen Sensation träumen. 30 Minuten lang hielten die Gastgeber das torlose Remis, ehe Robert Lewandowski den haushohen Favoriten zumindest mit einem Tor in Führung schoss. Bereits zur Pause zur Pause gab es viel Beifall von den Energie-Fans im mit 20.602 Zuschauern ausverkauften Stadion der Freundschaft. Nach dem Wechsel erhöhte Kingsley Coman per Distanzschuss auf 2:0 (65.). Robert Lewandowski traf zum 3:0 (85.). In der Nachspielzeit erzielte Berkan Taz per Elfmeter das 1:3.

Es herrschte am Montagabend Ausnahme-Zustand an der Spree – im und außerhalb des Stadions der Freundschaft. 50.000 Karten hätte der FCE für den Pokalkracher verkaufen können. Am Mittag hatte der Verein überraschend noch einige Rückläufer-Restkarten in den Verkauf gebracht. Sie waren innerhalb von fünf Minuten im Internet verkauft. Auch der Schwarzmarkt blühte. Sitzplatzkarten wurden am Stadion für 50 Euro angeboten. Der ursprüngliche Verkaufspreis lag bei 32 Euro.

Historisch junge Cottbuser Mannschaft

In jeder Beziehung außergewöhnlich war auch die Startformation der Gastgeber, die in der Regionalliga Nordost derzeit auf Tabellenplatz fünf liegt. Diese FCE-Startformation war außergewöhnlich jung. Mit dem erst 17-jährigen Tobias Eisenhuth und Niklas Geisler (18) bot Trainer Claus-Dieter Wollitz zwei absolute Youngster in der so wichtigen Mittelfeld-Zentrale auf. Es war vermutlich die jüngste Doppelsechs, gegen die der FC Bayern jemals in einem Pflichtspiel angetreten ist. Denn der Cottbuser Kader für die 4. Liga ist weiterhin eine Baustelle mit erheblichen Lücken. Von den 20 möglichen Plätzen auf dem Spielberichtsbogen konnte der FCE am Montagabend nur 17 besetzen. Mit Kapitän Dimitar Rangelov (36) und Florian Brügmann (26) waren gerade einmal zwei Spieler älter als 25 Jahre.

Der als Abwehrchef eingeplante Robert Müller ist nach seiner Rückenverletzung nach wie vor nicht fit. Stattdessen stemmten sich in der Innenverteidigung Jan Koch und Paul Gehrmann dem bayrischen Angriffswirbel entgegen. Und der Rekordmeister legte wenige Tage vor dem Bundesliga-Start gegen Hertha BSC wie erwartet druckvoll los. Bereits in der 14. Minute klatschte der Ball an die Latte, als Torhüter Lennart Moser doch noch die Fäuste an den Schuss von Robert Lewandowski bekam.

Energie hält lange das 0:0

Für den krassen Außenseiter war es von der ersten Minute an Spiel der vielen kleinen Schritte – doch diese Schritte lohnten sich. Minute um Minute hielt die von den Fans frenetisch angefeuerte Mannschaft das Remis gegen den haushohen Favoriten. Irgendwann hatte der FCE mit eigenem Geschick und auch etwas Glück die halbe Stunde vollgemacht, ehe Lewandowski im zweiten Versuch doch zum ersten Mal für München traf (32.).

Es war für Energie eine Abwehrschlacht mit dem einen oder anderen Ausflug in die Offensive. In der 40. Minute hatte Felix Brügmann eine der wenigen Chancen zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Energie geht gegen die Bayern nicht unter

Auch nach der Pause hielt der FCE lange Zeit gut mit. „Jetzt geht’s los“, schallte es von den Rängen, als Jan Koch knapp einen Treffer verpasste.

In der Nachspielzeit der Ehrentreffer. Berkan Taz wurde von Goretzka festgehalten und verwandelte den Elfmeter selbst. Das war gleichzeitig die letzte Aktion. Energie verkauft sich teuer, verliert 1:3, aber feiert die Niederlage wie einen Sieg.

Für Energie Cottbus ist es zwar das fünfte Erstrunden-Aus in Folge gegen einen Bundesligisten. Aber die junge Mannschaft zeigte eine Leistung, die Mut machen sollte für die nächsten Wochen in der Regionalliga. Dieses Team hat in jedem Fall Zukunft: Das Durchschnittsalter lag am Ende der Partie bei sage und schreibe 19,4 Jahren.

1. Runde DFB-Pokal: Energie Cottbus gegen Bayern München FOTO: Frank Hammerschmidt