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| 02:40 Uhr

Derbysieg im Dauerregen

FOTO: T. Zettl
Bautzen. Vielleicht benötigen die Cottbuser Profis ja Dauerregen für eine Toreflut. Wie schon beim 4:0-Auswärtssieg im vergangenen Herbst in Auerbach feierten die Cottbuser auch am Sonntag beim Lausitz-Derby in Bautzen einen feucht-fröhlichen 4:0 (4:0)-Erfolg. Aus Bautzen berichtet JAn Lehmann

Weil Jena am Samstag gegen Hertha BSC II nur zu einem 2:2 gekommen war, verkürzte der FCE damit den Abstand bis zum Spitzenreiter auf fünf Zähler.

"Tja, das ist unser Wetter", grinste FCE-Spielmacher Fabio Viteritti, der bereits nach zwei Minuten die Torschleuse öffnete. Er verwandelte einen Foulelf meter, nachdem FCE-Stürmer Benjamin Förster im Strafraum von Bautzens Patrick Baudis gelegt worden war. Glück für Energie: Zuvor war das offenbar Abseits. "Wir hatten heute das Glück, dass wir zuletzt gegen Auerbach nicht hatten", konstatierte Trainer Claus-Dieter Wollitz spürbar zufrieden.

Seine Mannschaft präsentierte sich sehr engagiert - allen voran die beiden überragenden Joshua Putze und Kevin Weidlich. Putze zog in der 9. Minute mit so viel Tempo in den Strafraum, dass kein Bautzener folgen konnte. Er legte die Kugel vorbei am Keeper zum 2:0 ins Eck. Der zweite Treffer beim zweiten Angriff - diese Effektivität hatte Energie zuletzt gefehlt. Später erzielte Putze noch das 4:0 (33.). Er machte mit diesem starken Auftritt deutlich, warum Energie den Vertrag mit dem 22-Jährigen unbedingt verlängern möchte.

In Bautzen klappte für Energie am Sonntag in den ersten 45 Minuten fast alles. Am schönsten herausgespielt war das Tor zum 3:0 (31.), als letztlich Fabio Viteritti clever auf Lasse Schlüter weiterleitet. Der Eigentor-Schütze aus der Vorwoche sagte glücklich: "Heute war es wichtig, dass wir gewinnen und uns wieder Selbstvertrauen holen. Zuletzt waren wir sauer auf uns selbst."

Sauer konnte man am Sonntag nur auf die Chaoten im Cottbuser Block sein, die nach der Pause für eine viertelstündige Spielunterbrechung sorgten (siehe Extra-Text). Sie verdarben einen stimmungsvollen Nachmittag, an dem die mehr als 900 Energie-Fans trotz Dauerregens für eine wunderbare Kulisse beim Lausitz-Derby gesorgt hatten.

Niederlausitz gegen Oberlausitz war dieses Mal sportlich eine ganz klare Sache. Bautzens neuer Trainer Torsten Gütschow sagte nach der Partie ohne Umschweife: "Energie hat heute in einer anderen Klasse gespielt."

Für die Budissen wird es eng im Abstiegskampf. Energie hingegen kann doch noch mal ein bisschen träumen und nach oben schielen. Fabio Viteritti betonte, dass die Jagd auf Spitzenreiter Jena noch längst nicht abgehakt sei. "Da ist auf jeden Fall noch etwas möglich. Wir spielen noch gegen sie", so der Cottbuser Regisseur.

Für Trainer Wollitz war jedoch erst einmal wichtig, dass sich seine Mannschaft nach den beiden Niederlagen gegen RB Leipzig II (0:2) und VfB Auerbach (1:3) wieder aufgerappelt hat: "Ich habe den Jungs gesagt, dass sie einfch das zeigen sollen, was sie drauf haben. Ich bin froh, dass wir auf dem Spielfeld die richtige Antwort gegeben haben."

Während Jena am Mittwoch das Nachholspiel gegen Energie-Schreck Auerbach absolvieren muss, haben die Cottbuser keine englische Woche. Sie können sich in Ruhe auf das Pokal-Halbfinale am Samstag (13.35 Uhr) beim Fünftligisten Optik Rathenow vorbereiten. Die Wetteraussichten sind dafür ganz verheißungsvoll: Es ist Dauerregen angesagt.