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| 02:40 Uhr

Der Winter friert die Regionalliga ein

FOTO: DPA Beyer
Cottbus. Der Regionalliga-Start fällt dem Winter zum Opfer. Energie Cottbus drohen viele englische Wochen. Beeinflussen sie das Duell mit Spitzenreiter Jena? Frank Noack

An diesem Wochenende rollt in der Fußball-Regionalliga Nordost endlich wieder der Ball. Nicht. Natürlich nicht! Denn der Winter hat den Punktspielstart eingefroren. Sieben der insgesamt neun Partien des 19. Spieltages mussten aufgrund der Nicht bespielbarkeit der Stadien abgesagt werden - darunter auch das ursprünglich für Donnerstag geplante Duell des FC Energie Cottbus bei RB Leipzig II.

Das Spiel BFC Dynamo gegen die TSG Neustrelitz wurde bereits vor einigen Tagen vorsorglich auf den kommenden Dienstag verschoben. Es ist nichts anderes als eine Wette auf Wetterbesserung. Denn ob am Dienstag im Berliner Jahn-Sportpark wirklich gespielt werden kann, ist völlig offen.

Auch das Fernduell an der Tabellenspitze zwischen Carl Zeiss Jena und Energie Cottbus ist vertagt. "Wir waren bereit und hätten gern in Leipzig gespielt", sagt FCE-Coach Claus-Dieter Wollitz.

Die Absage zwei Tage vor dem Spiel kam alles andere als überraschend. Denn so wie im Stadion Am Bad in Markranstädt, wo RB II seine Heimspiele austrägt, sieht es derzeit auf fast allen Rasenplätzen aus. Die Spielfläche schimmert weiß statt grün. An ein reguläres Fußballspiel ist nicht zu denken. "Schnee, Tauwetter, wenig Sonne und das erneute Gefrieren über Nacht machen eine Austragung unmöglich", begründete zum Beispiel Lok Leipzig schweren Herzens die Absage des für Sonntag angesetzten Spiels gegen den FSV Luckenwalde.

Eine Rasenheizung, wie sie in den oberen drei Spielklassen Pflicht ist, haben nur Energie und Carl Zeiss Jena. Doch auch deren dauerhafter Betrieb ist für einen Regionalligisten teuer. Unter Schneelast kostet der Betrieb der Heizung mindestens 1000 Euro pro Tag.

Die Folge: Der Spielplan wird in den kommenden Wochen wahrscheinlich erheblich durchein ander geraten, die Tabelle eine Schieflage bekommen. Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz befürchtet sogar eine Wettbewerbsverzerrung, denn: "Der Spekulation wird leider mehr denn je Tür und Tor geöffnet."

Aber wie kann man diesem Winter entkommen? So mancher Anhänger wünscht sich im Internet, dass doch zumindest die Bundesliga-Reserven von RB Leipzig und Hertha BSC in den jeweiligen großen Arenen mit Rasenheizung spielen könnten. Das aber ist weder in Leipzig noch in Berlin eine ernsthafte Option. Beide Clubs sind Mieter in den beiden Stadien. Ein Regionalliga-Spiel würde sie eine Summe im mittleren fünfstelligen Bereich kosten.

Schon jetzt ist klar, dass viele der Nachholspiele unter der Woche stattfinden werden, also an einem Dienstag oder Mittwoch. Denn an den Wochenenden gibt es kaum noch freie Termine. Umso mehr für jene Vereine, die wie der FCE auch noch im Pokal dabei sind. Der nächstmögliche Termin ohne Punktspiele ist der 25. März - für genau diesen Samstag ist aber auch schon das Pokalhalbfinale bei Optik Rathenow angesetzt.

"Es werden wohl einige eng lische Wochen auf die Vereine zukommen", sagt Wilfried Riemer als Leiter Spielbetrieb beim Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV). In der Verbandszentrale sieht man die gegenwärtigen Grätschen des Winters gegen den Spielbetrieb noch gelassen. "Klar, die nächsten Wochen werden strapaziös für die Vereine. Aber im Moment ist das alles noch nicht bedrohlich. Wir hatten auch schon Winter, da waren einige Teams mit sieben Spielen im Rückstand", erklärt Riemer.

Übrigens sind die Nordost- und die Nordstaffel die Frühstarter in der Regionalliga. Im Westen sowie im Südwesten geht es in zwei Wochen weiter, in Bayern sogar erst Anfang März. Dort gibt es dann enstprechend mehr planmäßige Spiele unter der Woche.

Eine künftige Option auch für den NOFV? "Nein", erklärt Spielbetriebsleiter Wilfried Riemer. "Wir haben hier nicht solche Schneemassen wie in Bayern. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass wir mit diesem Terminplan in den vergangenen Jahren immer ganz gut gefahren sind. Außerdem kann es einen Wintereinbruch auch im März oder April geben."

Ein mögliches Szenario für Energie könnte so aussehen: Die Auswärtsspiele wie eben jetzt bei RB Leipzig II fallen zwar aus, am kommenden Wochenende kann dann aber zu Hause dank der Rasen heizung gespielt werden. Für Trainer Claus-Dieter Wollitz ist das alles andere als ein Wunsch-Szenario: "Irgendwann haben wir dann noch neun Auswärtsspiele offen, aber nur noch vier Heimspiele." Das Duell mit Jena bleibt also eine heiße Kiste.

Zum Thema:
Testspiel I: Um im Rhythmus zu bleiben, will Energie Cottbus am Samstagnachmittag gern ein Testspiel im Stadion der Freundschaft bestreiten. Derzeit sucht man nach einem passenden Gegner, der auch die entsprechende sport liche Qualität für die Generalprobe mitbringt. Testspiel II: Der Regionalliga-Konkurrent Lok Leipzig hatte zwar angefragt. Allerdings seien der Organisationsaufwand und auch die Kosten für ein solches Testspiel zu hoch gewesen, heißt es vonseiten des FCE, da die "Loksche" wohl auch jede Menge Fans mitgebracht hätte. Termin: Der erste Mitglieder-Stammtisch findet am Freitag in einer Woche (10. Februar) statt. Beginn ist um 18.30 Uhr im Energie-Eck im Stadion der Freundschaft. Er soll ein Mal pro Halbserie stattfinden.