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| 18:15 Uhr

Energie Cottbus vor dem Spiel gegen 1860 München
Der Überlebenskampf als Chance für Energie

 Fabio Viteritti (M.) könnte gegen München in die Startelf zurückkehren.
Fabio Viteritti (M.) könnte gegen München in die Startelf zurückkehren. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie Cottbus steht unter Druck und braucht gegen 1860 München dringend einen Heimsieg in der 3. Fußball-Liga. Dieser Druck kann jedoch auch eine Chance sein, findet Trainer Wollitz. Von Frank Noack

Nach drei Niederlagen in Folge und dem Rutsch in die Abstiegszone ist nicht der richtige Zeitpunkt für Schönrederei. Deshalb macht Trainer Claus-Dieter Wollitz auch gar keinen Hehl aus der aktuellen Brisanz für Energie Cottbus in der 3. Fußball-Liga. Die Situation sei „kompliziert, unangenehm und gefährlich“, sagt Wollitz vor dem Heimspiel im Stadion der Freundschaft an diesem Samstag gegen 1860 München (14 Uhr, LR-Liveticker). Um es unverblümt zu sagen: Der Aufsteiger steckt bis über beide Ohren im Kampf um den Klassenerhalt.

Die aktuellen Zahlen stellen dem FCE kein gutes Zeugnis aus. Im laufenden Kalenderjahr gab es noch kein Erfolgserlebnis. Und in den zurückliegenden neun Partien gelang nur ein einziger Sieg. Der Abstand auf das rettende Ufer beträgt drei Punkte. Weiteres Alarmsignal: Mit einem Schnitt von 1,7 Gegen­toren pro Spiel stellt Energie die drittlöchrigste Abwehr der Liga.

All das bedeutet aber natürlich noch längst nicht das Ende der Hoffnungen auf den Klassenerhalt. Deshalb weist Trainer Wollitz „Untergangsszenarien“ weit von sich und hat Mannschaft, Fans und Region vor dem wichtigen Heimspiel gegen München erneut zum Schulterschluss aufgerufen. Mehr noch: Wollitz sieht in der brisanten Situation auch eine Chance für seine Spieler. „Wenn du dich als Spieler und Persönlichkeit entwickeln willst, dann musst du diese Situation annehmen. Es gibt nichts Besseres, als sich in so einer Situation zum gestandenen Spieler zu entwickeln. Dann wird man gestärkt daraus ­hervorgehen“, ist der FCE-Coach überzeugt. Frei nach dem Motto: Einfach kann ja jeder!

Und einfach ist die Aufgabe in den verbleibenden 15 Saison­spielen inklusive der Nachholpartie bei der SpVgg Unterhaching am 20. März ganz gewiss nicht. Zumal sich die Sorgen durch wirklich alle Mannschaftsteile ziehen. Bei der jüngsten 0:3-Niederlage beim SV Meppen patzte Torhüter Avdo Spahic vor dem ersten Gegentor. In den zurückliegenden drei Partien kassierte Energie acht Tore. Und vorn wollen die Bälle von Streli Mamba derzeit einfach nicht reingehen.

Gegen die Löwen soll an diesem Samstag endlich das so wichtige Erfolgserlebnis her. Zumal es den einen oder anderen personellen Mutmacher gibt. José-Junior Matuwila darf nach überstandener Gelb­sperre wieder mitwirken. Auch Leon Schneider und Fabio Viteritti stehen nach Krankheits- beziehungsweise Verletzungspause  für längere Einsatzzeiten bereit.

Im Tor wird der Wechsel von Avdo Spahic hin zu Kevin Rauhut immer wahrscheinlicher. Spahic, der bislang alle Saisonspiele von der ersten bis zur letzten Minute absolviert hat, fehlte aufgrund von muskulären Beschwerden auch beim Abschlusstraining am Freitagnachmittag. Am Donnerstag musste er das Training nach der Erwärmung beenden.

Für Rauhut wäre es die Dritt­liga-Premiere im FCE-Trikot. Allerdings bringt der 29-Jährige viel Erfahrung mit. Auf der Bank dürfte der junge Tim Stawecki (18) sitzen.

Mit Blick auf die nächsten Wochen sind die 90 Minuten gegen München enorm wichtig. „Wir müssen alles in die Waagschale werfen, um diesen Dreier zu holen. Ein Dreier würde uns die Möglichkeit geben, in den nächsten Spielen zu einer gewissen Selbstverständlichkeit zurückzukehren“, betont Wollitz.

Andernfalls würde sich wohl die brisante Situation weiter zuspitzen.

 Aufstellung
Aufstellung FOTO: LR