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Fußball
Der lange Weg der Energie-Fans

Simone Wendler
Simone Wendler FOTO: M. Behnke / DC
Meinung Ein Fußballstadion ist keine Erziehungsanstalt. Die Besucher repräsentieren das politische Meinungsspektrum der Bevölkerung, und das ist Privatsache jedes Einzelnen. Wenn Rechtsextremisten jedoch das Stadion als Bühne ihrer Gesinnung missbrauchen, für Randale sorgen und andere Fans bedrohen, hört der Spaß auf. Von Simone Wendler

Deshalb hat der FC Energie Cottbus gar keine andere Wahl, als sich den Rechtsradikalen auf den Zuschauerrängen mit langem Atem konsequent entgegenzustellen. Ansonsten wird der Verein weiter unrühmliche Schlagzeilen produzieren und immer wieder hohe Geldstrafen zahlen. Dass Energie Cottbus Verbündete in Sicherheitskreisen ebenso wie in der Zivilgesellschaft sucht, ist ein wichtiger Schritt. Doch der Weg ist lang. Der wichtigste Verbündete sind dabei die Stadionbesucher, die friedliche Spiele ohne Nazi-Provokationen sehen wollen. Sie müssen sichtbar werden, sich bemerkbar machen und vor allem den Extremisten die Deckung entziehen. Da geht es nicht um Heldenmut, sondern vielleicht nur gelegentlich um ein wenig Zivilcourage. Das sollte der Verein den Fans wert sein.