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| 10:30 Uhr

Benefizspiel für schwerkranken Fußballer
Energie und Krieschow helfen Tom in Peitz

 Der 15-jährige Tom aus Peitz leidet an einer schweren und unbekannten Autoimmunerkrankung und liegt seit Anfang Juli im Krankenhaus in Berlin. Er ist ein leidenschaftlicher Sportler.
Der 15-jährige Tom aus Peitz leidet an einer schweren und unbekannten Autoimmunerkrankung und liegt seit Anfang Juli im Krankenhaus in Berlin. Er ist ein leidenschaftlicher Sportler. FOTO: SG Eintracht Peitz
Peitz. Der 15-Jährige Tom aus Peitz wartet auf eine Knochenmarktransplantation. Um zu helfen, hat sein Fußballverein ein Benefizturnier auf die Beine gestellt. Energie Cottbus und der VfB Krieschow helfen. Von Josephine Japke

Tom ist ein junger Mann, aber eigentlich ist er noch ein Kind. Wie viele andere Jugendliche in seinem Alter liebt der 15-Jährige das Fußballspielen, reitet bei Wettkämpfen um die Erntekrone mit und ist gespannt, welche Seiten das Leben für ihn noch bereithält.

Doch Tom ist schwer krank. Weil sein Körper selbstständig kein Blut mehr bilden kann, hat er kein funktionierendes Immunsystem mehr und ist dringend auf eine Knochenmarktransplantation angewiesen. Um nicht hilflos zusehen zu müssen, organisieren Freunde, Bekannte und sein Peitzer Fußballverein nun ein Benefizturnier. „Spendet und lasst euch typisieren“, ruft außerdem eine Freundin der Familie auf.

Mit einem Unwohlsein fing alles an. Weil es Tom nicht gut ging, ist er zum Arzt gegangen, der ihm Blut abgenommen hat. Als das Ergebnis vorlag, ist er sofort ins Krankenhaus gebracht worden, so schlecht sahen Toms Werte aus. Seit Anfang Juli liegt er nun in der Charité in Berlin. Eine richtige Diagnose gibt es nicht. Es handelt sich wohl um eine seltene Autoimmunerkrankung. Man kenne nur die Symptome, aber nicht die Ursache.

„Tom kämpft mit all seiner Kraft tapfer gegen die Krankheit an. Doch es gibt immer wieder neue Rückschläge und momentan geht es ihm gar nicht gut. Wir alle hoffen aber, dass es Tom bald wieder besser geht und er wieder gesund wird. Diese Hoffnung darf man nicht aufgeben“, sagt eine Freundin der Familie. Seine Eltern sind ständig bei ihm, sein Bruder, der selbst noch zur Schule geht, pendelt regelmäßig nach Berlin. Die plötzliche Erkrankung hat der gesamten Familie den Boden unter den Füßen weggezogen und auch Freunde und Bekannte leiden mit. „Es ist ganz furchtbar, weil man ihnen nicht helfen kann. Diese Machtlosigkeit macht einen ohnmächtig“, sagen sie. In einer Reihe vieler schlechter Nachrichten gibt es dennoch einen Hoffnungsschimmer: Ein passender Spender konnte für Tom gefunden werden. Doch so eine Knochenmarktransplantation ist für den menschlichen Körper eine Herausforderung. „Toms Ärzte wollen es probieren und bereiten ihn jetzt auf die Transplantation vor“, erklärt Sebastian Bubner.

Der Vereinsvorsitzende der SG Eintracht Peitz organisierte gemeinsam mit seinen Vereinskollegen eine Spendenaktion. Viele Mitspieler, aber auch Sportfreunde von außerhalb überwiesen auf ein eigens eingerichtetes Konto schon kleinere und größere Summen. „Bei Paypal schreiben die Menschen Genesungswünsche in die Betreffzeile, die wir dann weitergeben“, sagt der Vereinsvorsitzende.

 Die Peitzer Fußballer legen sich für erkrankte Menschen ins Zeug.
Die Peitzer Fußballer legen sich für erkrankte Menschen ins Zeug. FOTO: SG Eintracht Peitz

Doch damit nicht genug: Am 13. Oktober tritt das Peitzer Team mit Unterstützung von Sänger Alexander Knappe gegen den Oberligisten VfB Krieschow und Energie Cottbus an. Ein Flyer zum Turnier auf der Facebook-Seite der SG Eintracht Peitz, mit dem sie normalerweise nur 2000 Menschen erreichen würden, wurde mittlerweile schon von etwa 60 000 Leuten gesehen, so Sebastian Bubner.

„Wir wollen Mut machen und Stärke zeigen, zeigen, dass es jemanden gibt, der an sie denkt“, erklärt er die Aktion. Der Verein lebe davon, dass seine Mitglieder in schwierigen Zeiten zusammenrücken und einander beistehen. Für Tom können sie nicht direkt da sein, doch auch die finanzielle Hilfe sei bei der Familie in jedem Fall an der richtigen Stelle.

Toms Familie hat selbst nie Hilfe eingefordert und wollte nie so in der Öffentlichkeit stehen. Das Benefizturnier sei aber mit ihnen abgesprochen worden, betont Bubner. Wie groß die Unterstützung von außen ist, kriegen sie durchaus mit, erklärt auch die Familienfreundin. „Es ist für sie sehr bewegend, wer alles Anteil nimmt und dass sogar wildfremde Menschen Genesungswünsche schreiben“, sagt sie.

Doch was kann man als Außenstehender tun? Wie kann man helfen? Für die Freundin der Familie ist das ganz klar: „Lasst euch registrieren und geht Blut spenden!“ Sie selbst habe das vorher nicht gemacht, doch jetzt begriffen, wie wichtig Typisierung und Blutspenden seien. Und auch der Familie liege das am Herzen. „Durch den langen Aufenthalt im Krankenhaus haben sie viele schlimme Schicksale gesehen und Menschen, die darauf angewiesen sind“, erzählt sie. Es gibt viele betroffene Menschen wie Tom, die ihr Leben noch vor sich haben.

 Tom ist auf dem Fußballplatz daheim.
Tom ist auf dem Fußballplatz daheim. FOTO: SG Eintracht Peitz