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| 02:43 Uhr

Daumendrücken – aber nicht Montag

Für Unions Torsten Mattuschka ist der Cottbuser Ligaerhalt machbar. Energie soll aber erst nach dem Derby die Siegesserie starten.
Für Unions Torsten Mattuschka ist der Cottbuser Ligaerhalt machbar. Energie soll aber erst nach dem Derby die Siegesserie starten. FOTO: img1
Berlin. Für Unions Torsten Mattuschka geht es am kommenden Montag (20.15 Uhr/Sport1) gegen seinen ehemaligen Verein. Dem Zweitliga-Konkurrenten aus der Lausitz drückt der ehemalige Cottbuser natürlich die Daumen für den Klassenerhalt. Das Derby in Berlin will er aber dennoch "unbedingt gewinnen", wie er betont. Matthias Koch

Torsten Mattuschka stand in dieser Woche auf dem roten Teppich. Jener in Berlin-Mitte vor dem Kino Babylon war passend zur Eröffnung des 11. "Fußball-Filmfestivals 11mm" allerdings in grün gehalten. Der Kapitän des Zweitligisten 1. FC Union Berlin hatte zusammen mit den Mitspielern Björn Kopplin, Björn Jopek, Simon Terodde, Christopher Quiring und Michael Parensen sowie dem Vorstand um Präsident Dirk Zingler und 500 Fans der "Eisernen" die Weltpremiere des Dokumentarfilms "Union fürs Leben" besucht.

In dem fast einhundertminütigen Streifen geht es weniger um Fußball. Es handelt sich eher um eine Milieustudie, um den Alltag von Fans, für die Union der große Lebensrückhalt ist. "Es war ein sehr guter Film. Er zeigte viele lustige Dinge, aber auch den Ernst des Lebens. Das hat man an der Geschichte des Fans Alexander gesehen. Er hatte sein Leben nicht im Griff, dann ist sein Vater gestorben", erzählte Mattuschka. "Aber er hat gekämpft. Das zeigt. Man darf nie aufgeben. Man muss immer an sich glauben. Es gibt immer einen Weg, aus Situationen herauszukommen. Die Fans lenken sich mit Union ab und freuen sich drauf. Sie geben das letzte Hemd für den Verein."

Zuletzt hatten die Anhänger der Köpenicker allerdings weniger Grund zur Freude. Vor der Flutlicht-Partie zwischen Union und Energie Cottbus am kommenden Montag im Stadion An der Alten Försterei liest sich die Bilanz des gefallenen Aufstiegskandidaten sehr bescheiden. In den letzten 15 Partien gab es nur drei Siege. Seit fünf Begegnungen wartet Union vergeblich auf einen Dreier. Nach der 1:2-Niederlage in Sandhausen am Dienstag musste Trainer Uwe Neuhaus eingestehen, dass es mit dem lange für möglich gehaltenen Aufstieg in dieser Saison nichts wird. "Unter dem Strich muss man sagen, dass es für die ersten drei Plätze nicht reicht", sagte Neuhaus am Freitagvormittag.

In Sandhausen hatte sich der dienstälteste Coach des deutschen Profifußballs jedoch den Luxus geleistet, Mattuschka als Topscorer der 2. Bundesliga (zehn Tore / zehn Vorlagen) wie Mittelfeldkollege Benjamin Köhler zunächst auf die Bank zu setzen. "Wir haben anstrengende Wochen hinter uns. Jetzt steht eine englische Woche an. Sowohl Benjamin Köhler als auch Torsten Mattuschka sind nicht mehr die Allerjüngsten", hatte Neuhaus begründet. "Es war auch keine Frage der Aufstellung. Ob mit oder ohne Mattuschka: Uns fehlt vorne die Durchschlagskraft und der Killerinstinkt, Spiele für uns zu entscheiden."

Ungewohnte Bankrolle

Mattuschka nahm die ungewohnte Bankrolle nach außen hin sportlich. "Der Trainer hat sich am Dienstag gegen mich entschieden. Jetzt muss ich halt schauen", sagte der in Cottbus geborene und beim FC Energie groß gewordene Mittelfeldspieler. Dass er für das Berlin-Brandenburg-Derby wieder in die Startelf rückt, ist jedoch sehr wahrscheinlich. Trainer Neuhaus dürfte sich angesichts der aktuellen Krise daran erinnern, dass gerade die Tore und Vorlagen von Mattuschka Union lange von der Bundesliga träumen ließen.

Wie Neuhaus setzt Mattuschka auf den Ost-Duell-Effekt. "Es ist ein Derby. Für Cottbus ist es ein Existenzkampf. Es geht ums Überleben. Wir haben gerade eine schlechte Serie. Wir wollen unbedingt dieses Spiel gewinnen", sagte Mattuschka. "Egal wie. Das ist wichtig für uns. Damit wir die Saison vernünftig zu Ende spielen. Nach oben brauchen wir nicht mehr schauen. Keiner hat Bock auf den 10., 11., 12. oder 13. Platz."

Geht es nach dem Willen von Mattuschka, soll Cottbus unbedingt die Liga halten. Die Siegesserie von Energie soll aber bitte erst nach dem Match in Köpenick beginnen. Die positive Entwicklung in der Lausitz unter dem neuen Cottbuser Trainer Jörg Böhme hat Mattuschka anerkennend aufgenommen. "Die Liga ist verrückt. Es sieht für Energie wieder ganz gut aus. Es ist zu schaffen", meinte Mattuschka. "Wir werden Cottbus auf keinen Fall unterschätzen. Wenn wir nicht auf 100 Prozent Leistung kommen, wird es für uns auch gegen Cottbus schwer."