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| 10:36 Uhr

Fußball
Das spricht für Rangelov - das spricht gegen Rangelov

Dimitar Rangelov trainiert seit Freitag wieder bei Energie Cottbus.
Dimitar Rangelov trainiert seit Freitag wieder bei Energie Cottbus. FOTO: Torsten Schneider
Cottbus. Die Rückkehr von Dimitar Rangelov ins Training bei Energie Cottbus sorgt für Wirbel. Die RUNDSCHAU analysiert die aktuelle Situation des einstigen Stürmer-Stars. Von Frank Noack und Jan Lehmann

Beim 1:1-Remis  von Energie Cottbus gegen Meppen war auch Dimitar Rangelov dabei – allerdings als Zuschauer auf der Tribüne. Am Vormittag hatte der 35-jährige Bulgare eine individuelle Laufeinheit absolviert. Seit Freitag trägt der einstige Stürmer-Star wieder die Trainingssachen mit dem FCE-Logo. Nach dem freien Tag für das Team am Montag wird er auch am Dienstag wieder auf dem Trainingsplatz sein.

Chefcoach Claus-Dieter Wollitz hatte gegenüber der RUNDSCHAU erklärt, dass Rangelov darum gebeten habe, sich beim Drittligisten fithalten zu dürfen. „Wir haben keinerlei Vereinbarung oder Absprache getroffen. Ich will aber weder ausschließen noch befeuern, dass er noch einmal für Energie Cottbus spielt“, erklärte Wollitz und bekräftigte diese Aussage auch noch einmal unter dem Eindruck des Remis gegen Meppen.

Trotzdem hat die Rangelov-Nachricht für viel Wirbel gesorgt und unter den Fans eine Diskussion ausgelöst. Die RUNDSCHAU analysiert die aktuelle Situation. Kann der Routinier dem FCE überhaupt helfen?

Dafür spricht: Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Kevin Scheidhauer, der wegen eines Sporns im linken Sprunggelenk am Sonntag kurzfristig operiert wurde, hat der FCE derzeit mit dem umworbenen Streli Mamba nur einen drittliga-tauglichen Angreifer. Youngster Moritz Broschinski und Neuzugang Abdulkadir Beyazit hatten in der Saisonvorbereitung Verletzungsprobleme und müssen sich erst wieder herankämpfen.

Entscheidend dürfte sein, ob der Angreifer fit genug für den Drittliga-Alltag ist. Darüber wird im Netz diskutiert. Unter anderem erinnern die Fans daran, dass auch Topstar Christiano Ronaldo im Alter von 35 Jahren noch Höchstleistungen bringt. Andere vergleichen Rangelov mit Claudio Pizarro, der mit 39 bei Werder Bremen unter Vertrag spielt.

Außerdem hat Energie bei  Rangelov sozusagen Heimvorteil: Der 35-Jährige lebt mit seiner Lebensgefährtin Claudia, die aus der Lausitz stammt, vor den Toren von Cottbus.

Dagegen spricht: Seit Juni ist Dimitar Rangelov vereinslos. In der Vorsaison hat er für den türkischen Zweitligisten Ümraniyespor in 25 Spielen neun Tore erzielt.  In der Aufstiegsrelegation scheiterte er mit seinem Team im Halbfinale. Den großen Trainingsrückstand muss er erst aufholen.

Zudem hat sich Energie seit zwei Jahren konsequent der Philosophie verschrieben, auf entwicklungsfähige und hungrige Spieler zu setzen. Einige Fans befürchten jetzt eine mögliche Abkehr von dieser Philosophie. Allerdings zeigen Marc Stein (33) und Tim Kruse (35) Woche für Woche, wie wertvoll sie mit ihrer Erfahrung sind. An eine solche Rolle als väterlicher Ratgeber müsste sich wohl auch Rangelov gewöhnen.