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Fußball
Darum wollte die Polizei das Endspiel nicht verlegen

Das Regionalliga-Duell zwischen Babelsberg und Cottbus gewann Energie am Sonntag dank des Treffers von Marcelo mit 1:0.
Das Regionalliga-Duell zwischen Babelsberg und Cottbus gewann Energie am Sonntag dank des Treffers von Marcelo mit 1:0. FOTO: Jan Kuppert / ZB
Cottbus. Der abgelehnte Antrag des FC Energie Cottbus auf Verlegung des Landespokal-Endspiels hat am Dienstag für viel Aufregung in der Lausitz gesorgt. Die RUNDSCHAU hat bei der Polizeidirektion West nach den sicherheitsrelevanten Gründen gefragt.

Von Jan Lehmann

Eine „Märchenstunde“ sei mit ihm nicht zu machen, hatte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz gewettert und vermutet, dass der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) fadenscheinige Gründe dafür aufbringen werde, warum das Landespokal-Finale zwischen dem SV Babelsberg 03 und dem FC Energie Cottbus nicht verlegt werden könne – sondern am Pfingstmontag, den 21. Mai, stattfinden muss. Der FLB hatte mitgeteilt: „Im Ergebnis der Beratung haben sich die beteiligten Vereine und der Fußball-Landesverband Brandenburg darauf verständigt, den Termin für das Endspiel im Wettbewerb um den AOK-Landespokal Brandenburg aus organisatorischen, insbesondere sicherheitstechnische Aspekten nicht zu verlegen. Nicht zuletzt hat die zuständige Polizeidirektion West einer Verlegung des Finaltermins nicht zugestimmt.“

Es erscheint verwunderlich, dass die oft an der Belastungsgrenze agierende Polizei unbedingt an diesem Pfingstmontag festhalten will. Zum einen dürfte das Landespokal-Finale nicht das einzige sicherheitsrelevante Großereignis an diesem Feiertag sein. Und zum anderen wird die Staatskasse durch den Feiertagstermin zusätzlich belastet: Alle Polizeibeamten erhalten an Feiertagen eine Lohnzulage für den sogenannten Dienst zu ungünstigen Zeiten.

Warum also votiert die Polizei für diesen Termin? Auf eine entsprechende Anfrage der RUNDSCHAU gab es von der Pressestelle der Polizeidirektion West folgende schriftliche Antwort: „Die Polizeidirektion West votierte im Vorfeld der von Ihnen angesprochenen Beratung für den Pfingstmontag. Die benannten Ausweichtermine lagen alle innerhalb der Woche in den Nachmittagsstunden (Hauptverkehrsbelastung). Aufgrund der zu erwartenden Zuschauermenge, die mit großer Wahrscheinlichkeit höher als bei einem normalen Punktspiel ausfallen wird, würde der Verkehr durch die An- und Abreise der Sportsfreunde sowie durch die notwendigen Sperrmaßnahmen im Umfeld des Stadions erheblich beeinträchtigt werden. Insofern zielte das Votum der PD West auf die geringstmögliche Verkehrsraumbeeinträchtigung und damit auf die Sicherheit und Leichtigkeit des Straßenverkehrs ab.“