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| 17:51 Uhr

Cottbus verpasst Sieg gegen Kaiserslautern
„Dämlich“: Energie nur kurz über dem Strich

 Lange Gesichter bei Energie: In der 89. Minute fiel der 1:1-Ausgleichstreffer für Kaiserslautern.
Lange Gesichter bei Energie: In der 89. Minute fiel der 1:1-Ausgleichstreffer für Kaiserslautern. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie Cottbus verpasst den wichtigen Sieg gegen Kaiserslautern durch ein spätes Tor und blickt jetzt dem nächsten Endspiel in Lotte entgegen. Der Kampf um den Klassenerhalt wird immer dramatischer. Von Frank Noack und Jan Lehmann

So fühlt es sich also an, wenn man über dem Strich steht. Als Jürgen Gjasula am Samstagnachmittag den Foulstrafstoß in der 80. Minute verwandelte, hatte Energie Cottbus zumindest für einen Moment die Abstiegsränge der 3. Fußball-Liga verlassen – aber eben nur für einen Moment.

Dieser Moment dauerte bis zur 89. Minute und dem späten Gegentor von Jan Löhmansröben. Statt des so dringend notwendigen Heimsieges musste sich Energie mit einem 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Kaisers­lautern begnügen. „Das Ergebnis fühlt sich wie eine Niederlage an“, fasste José-Junior Matuwila die Gefühlslage zu­sammen. Und Torschütze Jürgen Gjasula meinte: „Wir haben jetzt einen Punkt mehr auf dem Konto, aber es fühlt sich schlecht an.“

Denn als Tabellen-18. hat Cottbus weiter zwei Zähler Rückstand auf die Nichtabstiegszone und nur noch fünf Partien Zeit, um diesen Rückstand aufzuholen. Am Ostersonntag bei den Sportfreunden Lotte wartet nun bereits das nächste Abstiegs-Endspiel auf den FCE.

Zumal die Konkurrenz am zurückliegenden Wochenende wichtige Siege einfuhr. Lotte beendete die Serie von sechs Spielen ohne Sieg und gewann mit dem neuen, alten Trainer Ismail Atalan beim VfR Aalen 2:1. Carl Zeiss Jena siegte eine Woche nach dem Erfolg gegen Energie auch bei Hansa Rostock 2:1. Der FSV Zwickau entführte mit dem 1:0 bei der SpVgg Unterhaching ebenfalls drei wichtige Punkte.

Ein Dreier hätte auch dem FCE am Samstag vor 7667 Zuschauern im Stadion der Freundschaft gutgetan. Gegen die kompakt stehenden Gäste aus der Pfalz hatten es die Lausitzer zwar schwer, sich Torchancen herauszuspielen – aber hin und wieder gelang es dann doch. Zum Beispiel, wenn sich Marcelo de Freitas mit seinen Distanzschüssen versuchte. Und in der Schlussphase nahm diese lange Zeit nach einem 0:0 aussehende Partie dann sogar richtig Fahrt auf. Als Lasse Schlüter in der 80. Minute im Strafraum durch den Lauterer Torhüter Lennart Grill von den Beinen geholt wurde, donnerte Jürgen Gjasula den FCE mit seinem Elfmeter-Tor über den Strich.

Nur kurze Zeit später kehrte die Abstiegsangst aber wieder mit Macht zurück. „Es ist saudämlich von uns, dass wir dann noch das 1:1 kassieren. Das darf einfach nicht passieren. Diese Punkte fehlen“, ­ärgerte sich Daniel Bohl.

„Das Ergebnis ist für uns sehr enttäuschend“, befand auch Frank Eulberg als Vertreter des ge­sperrten Cheftrainers Claus-Dieter Wollitz. Neben dem einen Punkt nahm Eulberg immerhin noch diese Erkenntnis mit: „Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie alles gibt, um unser großes Ziel zu erreichen.“

Am Ostersonntag in Lotte wird auch Claus-Dieter Wollitz wie gewohnt wieder an der Seitenlinie mit an Bord sein. Wegen der DFB-Sperre aus dem Zwickau-Spiel durfte er am Samstag nur von der Tribüne aus zuschauen und eine halbe Stunde vor dem Anpfiff sowie bis eine halbe Stunde nach dem Spiel keinen Kontakt mit dem Team haben. Nach der Mannschaftsbesprechung habe er sich „unter Tränen verabschiedet“, berichte der Coach später. Dass er seine Spieler in dieser wichtigen Partie nicht aktiv begleiten konnte, schmerzte Wollitz: „Das war nicht angenehm, das wünsche ich keinem. Ich bin froh, dass es vorbei ist.“

Der Kampf um den Klassen­erhalt geht indes weiter und wird wohl ­immer dramatischer. Spätestens am 38. Spieltag am 18. Mai muss der FCE über diesem Strich stehen – dann aber bis zum Schlusspfiff.