ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 07:12 Uhr

Keine zusätzlichen Gelder für das Stadion
Die Stadt Cottbus lehnt Bitte von Energie ab

 Energie Cottbus spielt in der kommenden Saison in der Regionalliga.
Energie Cottbus spielt in der kommenden Saison in der Regionalliga. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Die Stadt hat sich nun positioniert: Cottbus kann und will keine zusätzliche Unterstützung für das Stadion der Freundschaft und damit den FC Energie geben. Die Stadt macht dem Verein trotzdem ein Angebot - übt aber auch Kritik. Von Frank Noack

Die Stadt Cottbus lehnt die Bitte des FC Energie auf zusätzliche Unterstützung nach dem Abstieg aus der 3. Fußball-Liga ab. Cottbus werde weiter einen konsequenten Kurs der Konsolidierung des kommunalen Haushaltes und der Entschuldung fahren, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Damit seien nach derzeitigem Stand keine Mittel frei für neue freiwillige Leistungen im Rahmen des Haushaltes.

„Eine solche freiwillige Leistung wäre eine kurzfristige und zusätzliche finanzielle Unterstützung des FC Energie Cottbus für die Stadionunterhaltung“, teilt die Stadt mit.

FCE-Präsident Werner Fahle hatte in dieser Woche den Wunsch geäußert, dass die Stadt jährlich einen Investitions- und Unterhaltszuschuss von 500 000 Euro für das Stadion der Freundschaft zahlt. „Wenn ich nach Jena oder Kiel schaue – dass dort mit Hilfe von Land und Kommunen Stadien saniert oder neu gebaut werden – dann muss das auch in Cottbus und Brandenburg möglich sein“, sagte Fahle dem rbb.

Stadtsprecher Jan Gloßmann hatte bereits am Dienstag auf RUNDSCHAU-Nachfrage mit Zurückhaltung auf den Wunsch des Vereins reagiert. Die Stadt hat derzeit Schulden in Höhe von bei 230 Millionen Euro und steht unter der Haushaltssicherung der Potsdamer Kommunalaufsicht. Mit Hilfe des Landes Brandenburg will die Stadt Cottbus diesen Schuldenberg bis 2026 abgetragen haben.

Die Stadtverwaltung kenne gleichwohl „die schwierige wirtschaftliche und sportliche Situation, in der sich Energie Cottbus nach dem Abstieg befindet“, heißt es außerdem in der Pressemitteilung. „Daher bietet Oberbürgermeister Holger Kelch der Vereinsführung an, über die Situation zu sprechen und etwaige Lösungsmodelle auszuloten. Es ist in dieser Situation wenig hilfreich, über Medien und in der Öffentlichkeit mit konkreten Summen zu agieren.“

Die Stadt Cottbus wolle den eingeschlagenen Weg beibehalten, über die Förderung des Nachwuchs- und Breitensports auch den sehr vielfältigen Spitzensport in Cottbus zu unterstützen und dabei vielerlei Interessen zu berücksichtigen. „Das macht die große Cottbuser Sportfamilie aus, die dank großartiger Leistungen immens viel zum Ruf der Stadt beiträgt“, teilt die Stadt mit.

Unterdessen gibt es zwei weitere Abgänge bei Energie Cottbus. Jürgen ­Gjasula und Fabian Holthaus haben ebenfalls bei anderen Klubs unterschrieben. Beide bleiben in der 3. Liga. Gjasula wechselt zu Zweitliga-Absteiger 1. FC Magdeburg, Holthaus schließt sich Aufsteiger Viktoria Köln an. Zuvor hatten bereits Streli Mamba, Marcelo de Freitas, Fabio Viteritti und Lasse Schlüter den FCE verlassen.