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| 14:27 Uhr

Fußball
„Pisser“-Vorwürfe und Selbstkritik bei Energie

FCE-Stürmer Kevin Scheidhauer kassiert Gelb-Rot.
FCE-Stürmer Kevin Scheidhauer kassiert Gelb-Rot. FOTO: WORBSER-Sportfotografie / Mike Worbs
Cottbus. Die erste Saison-Niederlage des FC Energie in Meuselwitz wird von schweren Vorwürfen gegen den Schiedsrichter wegen seiner Umgangsformen begleitet. Allein daran will Trainer Wollitz die Niederlage aber nicht festmachen. Von Frank Noack

Der ersten Saison-Niederlage von Energie Cottbus am Mittwochabend beim ZFC Meuselwitz (1:2) folgten harte Vorwürfe an die Adresse von Schiedsrichter Lars Albert aus Muldenhammer. FCE-Kapitän Marc Stein übte im RUNDSCHAU-Video-Interview scharfe Kritik am Referee und forderte den Verband zu Konsequenzen auf. Lasse Schlüter tobte noch in der Kabine und auch Trainer Claus-Dieter Wollitz fand deutliche Worte.

Der Cottbuser Zorn entzündete sich am Auftreten des Schiedsrichters in den 90 verregneten Minuten auf dem Rasen der Bluechip-Arena. Stein beklagte insbesondere die fehlende Kommunikation – und er sprach von einer verbalen Entgleisung. „ Es war unzumutbar, wie er mit uns gesprochen hat, wie er mit den Spielern umgegangen ist. Er hat keine Kommunikation gesucht, sondern immer nur abgeblockt“, kritisierte Stein und ergänzte: „Wir haben diese Erfahrungen mit diesem Schiedsrichter-Team auch schon in anderen Spielen gemacht. Da muss sich auch der Verband irgendwann mal die Frage stellen, ob man da in die richtige Richtung geht.“

Mindestens genauso schwer wiegt aus Sicht von Stein eine verbale Entgleisung von Lars Albert. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage bestätigte Stein, dass er vom Schiedsrichter als „arroganter Pisser“ bezeichnet worden sei. Stein: „Das steht sicherlich nicht im Spielberichtsbogen – man kann es aber so aufnehmen.“

Trainer Claus-Dieter Wollitz hatte seinen Unmut schon an der Seitenlinie lautstark rausgelassen. Später erklärte er dann: „Einige Entscheidungen – die waren uns gegenüber schon nicht so glücklich. Alle Spieler haben die schlechte Kommunikation kritisiert. Lasse Schlüter zum Beispiel konnte sich in der Kabine gar nicht mehr beruhigen. Er sagt, er hätte in der Regionalliga Nordost noch nie einen Schiedsrichter gehabt, der so abweisen ist.“

Dabei war Energie vor 601 Zuschauern durch den Treffer von Marc Stein kurz vor der Pause in Führung gegangen und hatte die Partie ganz gut im Griff. In der 2. Halbzeit drehte Meuselwitz dann aber das Spiel mit den Toren von Yves Brinkmann (68. Minute) und Pierre le Beau (77.).

Der Schiedsrichter war am Mittwochabend sicher ein Faktor für die erste Saison-Niederlage des auf vielen Positionen umformierten Tabellenführers. Aber nicht der einzige Faktor, wie Wollitz selbstkritisch einräumte: „Daran machte ich nicht die Niederlage fest. Sondern daran, dass wir in der 2. Halbzeit individuelle taktische Fehler gemacht haben.“