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| 18:40 Uhr

Fußball
Wollitz traut Knechtel „Chef“-Rolle zu (mit Videos)

Cottbus. Das Comeback von Philipp Knechtel nach langer Verletzungspause sorgt bei Energie Cottbus für große Emotionen und krönt die Leistungsschau der Nachwuchsarbeit. Aber jetzt will der Verteidiger noch mehr. Von Jan Lehmann und Frank Noack
Philipp Knechtel ist seit Sonntag zurück auf dem Rasen.
Philipp Knechtel ist seit Sonntag zurück auf dem Rasen. FOTO: Steffen Beyer

Ein Augenblick für große Emotionen: Als Energie-Verteidiger Philipp Knechtel am Sonntag beim Regionalliga-Spiel gegen Wacker Nordhausen eingewechselt wurde, erhoben sich die Zuschauer von ihren Plätzen. Ihr Applaus galt dem 21-Jährigen, der aus dem FCE-Nachwuchs stammt und der seit 20 Monaten kein Pflichtspiel mehr für Energie bestritten hatte.

Der Videoschnipsel von dieser 81. Spielminute ließ dann in den sozialen Netzwerken die virtuellen Herzchen und Daumen-hoch-Symbole hüpfen. Und bei Knechtel war der Herzschlag im Feiertagsbereich: „Das war wie Ostern und Weihnachten zusammen. Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind“, berichtete der Blondschopf glücklich nach seinem Comeback.

Das Ende von Knechtels langer Leidenszeit, der gleich zweimal wegen eines Kreuzbandrisses außer Gefecht gesetzt worden war, ging auch dem Trainer ans Herz. Claus-Dieter Wollitz erklärte: „Sein Comeback war ein ganz besonderer Moment, den er sich verdient und hart erarbeitet hat.“

Wollitz war am Montag sichtlich um Fassung bemüht, als er das Nordhausen-Spiel Revue passieren ließ und betonte: „Ich habe schon viele Erfolge als Trainer feiern dürfen. Aber dieser Sonntag war einer meiner schönsten Momente.“ Wollitz beschreibt: „Mit so vielen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs vor diesem Publikum, und dann kehrt auch noch Philipp Knechtel zurück. Ich weiß gar nicht, ob Stolz dafür das richtige Wort ist.“

Wollitz hatte seit Saisonbeginn immer wieder betont, dass es eines seiner Ziele sei, die beiden Langzeitverletzten Jonas Zickert und Philipp Knechtel wieder ans Team heranzuführen. Beide hatten nun am Sonntag ihren Anteil an dem Sieg gegen Wacker Nordhausen, bei dem insgesamt neun Akteure aus dem Cottbuser Nachwuchsleistungszentrum im Einsatz waren: Neben Knechtel und Zickert noch Avdo Spahic, Malte Karbstein, Max Grundmann, Felix Geisler, Moritz Broschinski und Gabriel Boakye – und beim Gegner auch noch der Ex-Cottbuser Tim Häußler.

Philipp Knechtels Rückkehr freute auch dessen Mitstreiter Jonas Zickert (r.).
Philipp Knechtels Rückkehr freute auch dessen Mitstreiter Jonas Zickert (r.). FOTO: Steffen Beyer

Knechtels Einwechslung war die Krönung für diese bemerkenswerte Leistungsschau der Cottbuser Nachwuchsarbeit – und für den 21-Jährigen „erst der Anfang“. Sein Plan steht fest: „Ich will so viele Trainingsminuten bekommen, wie möglich. Und dann hoffe ich noch auf ein paar Einsätze.“

Trainer Wollitz setzt große Stücke auf die Cottbuser Eigengewächse und speziell auf Philipp Knechtel. Er betont: „Perspektivisch sehe ich ihn als Mittelpunkt einer Dreierkette. Er ist eine absolute Persönlichkeit und ein Chef. Auch im Training hören die anderen Spieler auf ihn. Gemeinsam mit Max Grundmann und Malte Karbstein kann er die Zukunft von Energie Cottbus werden.“

Doch auch die Gegenwart bietet Möglichkeiten. Alles fokussiert sich auf die Aufstiegsspiele und Wollitz betont: „Ich habe kein Problem damit, dort einen 17-Jährigen spielen zu lassen. Ich mache das nicht aus Spaß, oder um den Applaus zu bekommen – sondern um Erfolg zu haben.“ Fest steht schon jetzt: Ein Aufstieg des FC Energie mit so vielen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs im Kader, der würde die Herzen in der Lausitz fliegen lassen.