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Böhme: Kein Endspiel im Wohnzimmer

Trainer Jörg Böhme will erst nach einem Sieg gegen Karlsruhe zum Rechenschieber greifen.
Trainer Jörg Böhme will erst nach einem Sieg gegen Karlsruhe zum Rechenschieber greifen. FOTO: dpa
Cottbus. Für Energie-Trainer Jörg Böhme ist die Partie am Sonntag bei Arminia Bielefeld (13.30 Uhr) die Rückkehr an seinen Wohnort – und gleichzeitig ein richtungsweisendes Duell im Abstiegskampf. Dennoch betont der Coach: "Das ist kein Endspiel." Jan Lehmann

Seit 1998 wohnt Jörg Böhme in Bielefeld, hat bei der Arminia als Profi gespielt und dort auch seine Trainerkarriere begonnen. Der 40-Jährige erklärte im "Kicker": "Ich freue mich auf die Alm. Das war mein Wohnzimmer." Dass er bei seiner Rückkehr in die Heimat mit Energie in Bielefeld gewinnen will, ist klar - und angesichts der Tabellenkonstellation möchte man fast meinen: Er muss es. Fünf Punkte Rückstand hat Energie auf die Ostwestfalen - bei einem Dreier wäre man nach vielen Wochen Einsamkeit am Tabellenende endlich wieder in Schlagdistanz.

Doch Böhme wiegelt ab. Auf der Vereinshomepage betont er: "Auch für dieses Spiel gibt es nur drei Punkte, nicht etwa sechs. Es ist kein Endspiel. Danach folgen noch acht Spiele für beide Mannschaften." Dass Energie überhaupt wieder über "Endspiele" nachdenken kann, ist dem Umschwung nach Böhmes Amtsübernahme zu verdanken. Aus drei Spielen hat die Mannschaft unter ihm sechs Punkte geholt.

Sein Erfolgsrezept? Der Ex-Nationalspieler erklärt im "Kicker", dass er sich in die Spieler hineinversetzen würde. Deshalb mache er das Spiel nicht komplizierter als es ist. Böhme: "Ich brauche den Jungs nichts von diametralen Sechsern zu erzählen." Ein Satz, der seinem Vorgänger Stephan Schmidt etwas wehtun dürfte. Dem wird nachgesagt, dass er die Spieler mit seiner Verwissenschaftlichung des Spiels nicht erreicht habe.