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| 17:59 Uhr

Fußball
Bleibt Siebeck länger bei Energie?

Starkes Debüt: Alexander Siebeck (r.) lief am Samstag gegen Auerbach erstmals für Energie auf.
Starkes Debüt: Alexander Siebeck (r.) lief am Samstag gegen Auerbach erstmals für Energie auf. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Alexander Siebeck hat einen guten Einstand bei Energie Cottbus hingelegt. Der Neuzugang ist zwar nur bis Sommer ausgeliehen – es spricht aber einiges gegen eine Rückkehr nach Karlsruhe. Von Frank Noack

Am Karnevalssonntag war Alexander Siebeck anders als so mancher Mitspieler nicht beim Cottbuser Zug der fröhlichen Leute – sondern in seiner bisherigen Wahlheimat Karlsruhe. Für den FC Energie muss das aber keine schlechte Nachricht sein. Denn: Der 24-jährige Neuzugang hat seine Wohnung im Badischen leergeräumt.

Zuvor hatte Siebeck beim 1:1-Remis gegen den VfB Auerbach ein durchaus respektables Debüt im FCE-Trikot abgeliefert. Trotz nur kurzer Eingewöhnungszeit gehörte der Mittelfeldspieler zu den auffälligsten Akteuren im Stadion der Freundschaft. „Er wirkte nicht wie ein neuer Spieler oder gar ein Fremdkörper im Team. Er war unser torgefährlichster Spieler und hat den Sturm immer wieder unterstützt“, erklärt Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz.

In der 19. Minute hatte Siebeck sogar gleich zwei Chancen zur Führung. Der  erste Treffer für den neuen Verein blieb ihm aber versagt. Noch – wie der verhinderte Torschütze anschließend im sozialen Netzwerk Instagram unter dem Hashtag #beimnächstenspielistderdrin ankündigte.

Trotzdem war es ein Debüt, das die Stammplatz-Ambitionen des gebürtigen Leipzigers untermauerte. Die ersten Schritte machte er im Nachwuchs von Lok Leipzig, 2009 folgte der Wechsel zur U17 von RB Leipzig. Siebeck ist damit gewissermaßen Gründungsmitglied des damals auf die Fußballbühne gehievten Brausevereins. Über die U19 wurde er später zum Anführer und Kapitän der zweiten Mannschaft. Weil der Club die Reservemannschaft nach der Saison 2016/17 auflöste, suchte der laufstarke Mittelfeldspieler eine neue Herausforderung beim Dritt­ligisten Karlsruher SC.

Die erste Station in der Fremde verlief jedoch ernüchternd. Denn seit Sommer absolvierte Siebeck in der 3. Liga nur acht Spiele, für die Startelf reichte es lediglich in vier Partien. Zuletzt war sein Platz meistens auf der Tribüne des Wildparkstadions. „Ich habe  mich mit allen Jungs gut verstanden. Aber wenn du nicht spielst, dann kannst du nicht zufrieden sein“, blickt ­Alexander Siebeck auf das Kapitel Karls­ruhe zurück. Ob es eine Fortsetzung gibt? Eher unwahrscheinlich, wie das Räumen der Wohnung belegt.

2012 spielte Siebeck mit RB Leipzig II in der Sachsenliga – auch gegen Tomislav Piplica und Eilenburg.
2012 spielte Siebeck mit RB Leipzig II in der Sachsenliga – auch gegen Tomislav Piplica und Eilenburg. FOTO: imago sportfotodienst

Übrigens wollte Energie den Mittelfeldspieler schon im Sommer nach Cottbus holen. Und jetzt, in der Winterpause, hätte man ihn am liebsten fest verpflichtet und nicht nur ausgeliehen. Denn Siebeck kann mit seiner Kampfstärke eine echte Bereicherung für das Mittelfeld des Regionalliga-Tabellenführers werden.  Trainer Wollitz ist vor allem von der Laufstärke des Neuzugangs angetan und adelte Siebeck bereits nach den Eindrücken der ersten gemeinsamen Übungseinheiten als „Laufpapst“.

Läuft also bislang ganz gut für ­Alexander Siebeck in Cottbus, oder? „Ich versuche, diese Laufstärke in jedem Spiel einzubringen. Denn seine eigenen Stärken muss man ja nutzen“, schmunzelt er.

Auch am Sonntag beim Auswärtsspiel gegen den ZFC Meuselwitz (13.30 Uhr) dürfte der Neuzugang wieder in der Startformation auflaufen. Das große Ziel des FC Energie und jetzt auch von Alexander Siebeck ist allerdings der Mai mit den beiden Relegationsspielen. Seine persönliche Planung sieht so aus: „Ich will hier mit anpacken, dass wir den Aufstieg schaffen. Und ich will natürlich möglichst viele Spiele bestreiten.“

Im vergangenen Jahr waren Siebeck und Lasse Schlüter noch Gegenspieler beim Duell RBLII gegen FCE.
Im vergangenen Jahr waren Siebeck und Lasse Schlüter noch Gegenspieler beim Duell RBLII gegen FCE. FOTO: imago sportfotodienst / imago/Picture Point LE

Vorerst  wohnt der Neuzugang mit seiner Freundin im Hotel. Es ist das typische Schicksal eines Leih­spielers, der von heute auf morgen den Verein wechselt. Aber es gibt auch eine gute Nachricht nach dem Umzug von der Wohnung in Karls­ruhe nach Cottbus in das Hotel. „Wir haben eine kleine Küchenzeile mit dabei, da kann man es aushalten“, berichtet der Neuzugang.

Zu den neuen Annehmlichkeiten bei der Rückkehr in den Fußballosten zählt auch der kurze Weg nach Leipzig. Von Karlsruhe waren es mindestens fünf Stunden auf der Autobahn. Jetzt ist Siebeck in reichlich zwei Stunden dort.  „Ich bin jetzt näher an meiner Heimat und kann wieder öfter zu Hause sein.“

Wie oft er noch für Energie Cottbus auflaufen wird, hängt maßgeblich vom Ausgang der entscheidenden Spiele im Mai ab. In Karlsruhe hat Siebeck noch einen Vertrag bis 2020. In Cottbus macht man sich jedoch gute Hoffnungen, den Mittelfeldspieler über die Saison hinaus halten zu können. Und auch Siebeck ist offenbar nicht abgeneigt. „Wenn wir aufsteigen, glaube ich, steht dem nichts im Wege. Alles andere werden wir dann im Sommer sehen“, kündigt er an.

Vielleicht ist Alexander Siebeck ja dann beim nächsten Karnevalszug der fröhlichen Leute im Fe­bruar 2019 dabei. Als Cottbuser. Und als Drittliga-Profi. Und na­türlich auch mit eigener Wohnung.