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Biss zur Erlösung

Ein Treffer, der die ganze Mannschaft freut: Streli Mamba (M.) hat seinen Torknoten gelöst.
Ein Treffer, der die ganze Mannschaft freut: Streli Mamba (M.) hat seinen Torknoten gelöst. FOTO: Bock/FuPa
Cottbus. Energie Cottbus trifft am Sonntag gegen Fürstenwalde (14.05 Uhr) wohl wieder auf ein Abwehrbollwerk. Der FCE tut sich in der Liga noch schwer mit dem Toreschießen. Doch womöglich hat Angreifer Mamba den entscheidenden Knoten durchgebissen. Jan Lehmann

Ein Doppelsturm, in dem ein Spieler Streli Mamba und der andere Tom Nattermann heißt, ist für uns Reporter wie eine Steilvorlage: Der Ball genau auf dem Fuß, der Keeper ist ausgetanzt. Doch noch konnten wir das Ding nicht versenken und die fußballgottgebene Überschrift "Mamba und ,Natter‘ beißen zu" wartet im Baukasten für preisverdächtige Zeilen auf ihren Einsatz.

Besonders bissig haben sich die beiden Angreifer schlichtweg noch nicht gezeigt. Doch um im Sprachbild zu bleiben: Es kommt Bewegung ins Terrarium. Während Tom Nattermann nach guten Trainingsleistungen beim Pokalspiel in Seelow immerhin mal wieder zum 18er-Kader gehörte, durfte sich Streli Mamba sogar über seine ersten beiden Pflichtspieltreffer freuen.

Der 22-Jährige, der angesichts etlicher vergebener Großchancen in der bisherigen Saison einen vermaledeiten Torverhinderungspakt mit dem Teufel abgeschlossen zu haben schien, konnte endlich den Bann brechen. Er traf beim 11:1 gegen den überforderten Oberligisten gleich zweimal - der erste Treffer resultierte aus einem Elfmeter.

Energie bisher sehr torarm

Bei Mambas erstem Biss half die ganze Mannschaft mit. Gemeinschaftlich wurde beschlossen, dass statt Fabio Viteritti der eingewechselte Glücklos-Stürmer den Ball bekommt. Kapitän Marc Stein erklärte: "Wir versuchen alle aufzubauen, weil wir alle brauchen. Hoffentlich war das ein Knotenlöser für Streli."

Dass der Angreifer den Elfmeter erst im Nachschuss versenkte, gehört offenbar zu den Spitzfindigkeiten des Teufelspakts. Mamba pustete durch und gab zu, dass der Treffer für ihn wie eine Erlösung war: "Das war für mich ein sehr wichtiger Moment, für einen Stürmer ist es sehr schlecht fürs Selbstvertrauen, wenn er nicht trifft", so der FCE-Stürmer und kündigte an: "Ich werde weiter hart daran arbeiten, dass bald die nächsten Treffer dazukommen."

Für Energie ist es wichtig, dass neben Benjamin Förster und Fabio Viteritti (je drei Liga-Treffer in dieser Saison) weitere Spieler Torgefahr entwickeln. Schließlich ist der FCE mit elf Liga-Treffern bisher das torärmste Team der oberen Tabellenhälfte. Das liegt wohl auch daran, dass Energie als Favorit meist auf sehr defensiv eingestellte Gegner trifft. Da sind Lösungen gefragt. Trainer Claus-Dieter Wollitz setzt dabei auf Mamba und erklärt: "Er kann Chaos stiften und das Spiel verändern." Neuerdings kann der Deutsch-Kongolese auch den Stand auf der Anzeigetafel verändern - und hat damit vielleicht den für Energie entscheidenden Knoten durchgebissen.