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| 14:54 Uhr

Fussball
Besonderer FCE-Moment am Elfmeterpunkt

Marcelo trifft gegen Neustrelitz vom Elfmeterpunkt.
Marcelo trifft gegen Neustrelitz vom Elfmeterpunkt. FOTO: Christiane Weiland
Cottbus. Energie Cottbus gewinnt 4:1 gegen die TSG Neustrelitz. Der Spitzenreiter zeigt im letzten Spiel des Jahres noch einmal eindrucksvoll, warum der Abstand zur Konkurrenz in der Regionalliga-Tabelle so groß ist. Von Frank Noack und Jan Lehmann

Die wahrscheinlich ­wichtigste Szene des letzten FCE-Spiels vor der Winterpause taucht in keiner Statistik auf. Denn dort stehen nur die Torschützen des 4:1 (3:0)-Sieges von Energie Cottbus ­gegen die TSG Neustrelitz. Mit dem 16. Sieg im 18. Spiel setzte der souveräne Tabellenführer der Regionalliga Nordost seine beeindruckende Serie fort und verabschiedete sich standesgemäß aus dem Fußball-Jahr, das als letztes vor dem Wiederaufstieg in die 3. Liga in die Vereins­geschichte eingehen soll. Bereits in der 3. Minute erzielte ­Fabio Viteritti die  1:0-Führung. Gabriel Boakye erhöhte nach einem Eckball auf 2:0 (22.). In der 26. Minute wurde dann Lasse Schlüter im Strafraum von den Beinen geholt. Marcelo verwandelte den fälligen Elfmeter souverän zum 3:0. Nach der Pause verkürzte Filip Luksik auf 1:3 (58.). Kurz danach erzielte der eingewechselte Streli Mamba sein mittlerweile schon zwölftes Saisontor (4:1/63.).

Mindestens genauso wichtig wie die Statistik der Partie vor 4019 Zuschauern im Stadion der Freundschaft war aus Sicht von FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz die Vorgeschichte des Elfmeter-Treffers von Marcelo. Der Brasilianer ist nämlich gar nicht der etatmäßige Elfmeterschütze. Aber er spielt genau wie die gesamte Mannschaft eine starke Saison. Das einzige Probleme aus Sicht von Marcelo: Er schießt seiner Meinung nach zu wenig Tore. Vor dem Neustrelitz-Spiel standen drei Treffer in seiner persönlichen Bilanz. Und deshalb habe der Mittelfeld-Spieler nach so mancher siegreichen Partie niedergeschlagen in der Kabine gesessen und sich über seine Torflaute ge­ärgert. „Die Mannschaft hat das ganz deutlich gespürt“, berichtet Wollitz mit Blick auf die wahrscheinlich wichtigste Szene des Spiels am Samstag. Denn der eigentlich vorgesehene Elfmeter-Schütze Fabio Viteritti verzichtete freiwillig auf die Gelegenheit, sein zehntes Saisontor zu erzielen und überließ Marcelo den Elfmeter.

Während sich so mancher in diesen Tagen auf dem Weihnachtsmarkt einen Glühwein mit Schuss genehmigt, zeigte das Team mit diesem Elfmeter-Schuss einmal mehr seine Geschlossenheit. Wollitz betont: „Das spricht für den Charakter der Mannschaft. Sie soll vom ­Charakter her so bleiben. Dann ist der Weg noch lange nicht zu Ende.“

Der Weg im Jahr 2017 endete mit dem Erreichen der 50-Punkte-­Marke und dem verdienten Heimsieg gegen die überforderten ­Gäste aus Neustrelitz. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigte der Tabellenführer noch einmal seine Über­legenheit. Sein Spiel nach vorn, die Balleroberung im Mittelfeld, die gesamte Körpersprache – das war ein Klassenunterschied.

Dabei stellte das letzte Spiel vor der Winter­pause in der Tat einen Charaktertest für den FCE dar. Den Außenseiter aus dem Tabellen­keller bloß nicht unterschätzen, lautete die Devise. Trainer Wollitz hatte vor der Partie drei zusätzliche Urlaubstage für den Fall des zehnten Sieges im zehnten Heimspiel ausgelobt. Und diesen Deal löste die Mannschaft über­zeugend ein.

Gäste-Coach Achim Hollerieth ­lobte: „Glückwunsch an Energie Cottbus für den verdienten Sieg und an Pele Wollitz für die phantastische Arbeit. Bei uns hat man heute ge­sehen, dass einige Spieler speziell in der ersten Halbzeit vor Ehrfurcht erstarrt sind.“

Diese Ehrfurcht der Konkurrenz spiegelt sich auch in der Tabelle ­wider. Energie geht mit zweistelligem Vorsprung auf den BFC Dynamo in die Winterpause. Und der Sonderurlaub? „Natürlich bekommt die Mannschaft die drei Tage Sonder­urlaub. Sie soll sich jetzt in Ruhe ­regenerieren“, erklärt Wollitz.


Marcelo bedankt sich bei Fabio Viteritti, der eigentlich als Schütze vorgesehen war
Marcelo bedankt sich bei Fabio Viteritti, der eigentlich als Schütze vorgesehen war FOTO: Christiane Weiland