| 11:47 Uhr

Fußball
Zimmer sagt „Ja“ – Mamba lässt sich alles offen

Gegen Neustrelitz traf Streli Mamba zum zwölften Mal in dieser Regionalliga-Saison. Ist dies sein letzter Treffer für den FCE?
Gegen Neustrelitz traf Streli Mamba zum zwölften Mal in dieser Regionalliga-Saison. Ist dies sein letzter Treffer für den FCE? FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Bei Energie liegen mehrere Anfragen für die Cottbuser Profis vor. Doch Trainer Wollitz scheint gewappnet für die Transferperiode.

Während die Regionalliga-Konkurrenz am Wochenende noch einmal in die Kälte raus muss, herrscht bei Energie Cottbus wegen des verlegten Spiels bei Chemie Leipzig (28. Januar) schon wohlige Weihnachtsruhe. Die Profis sind bereits im Urlaub. Gabriel Boakye beispielsweise grüßt per „Twitter“ aus der kanadischen Heimat, Marcelo ist auf dem Weg in die brasilianische Sonne. Trainer Claus-Dieter Wollitz verbringt die Feiertage in seiner Heimat in Osnabrück. Alles scheint bereit für „Stille Nacht, heilige Nacht“ – egal auf welchem Erdteil.

Doch bleibt es wirklich ruhig beim souveränen Spitzenreiter, der mit Riesenschritten in Richtung Aufstiegsspiele eilt? Abwarten! Die Transferperiode beginnt am 1. Januar und dann könnte es auch in Cottbus unruhig werden. Trainer Wollitz hat der RUNDSCHAU bestätigt, dass es für mehrere Spieler aus dem so erfolgreichen Kader Anfragen von anderen Vereinen gibt.

Das kommt nicht überraschend. Schließlich hat Energie die beste Hinrunde der Vereinsgeschichte ohne Niederlage absolviert. Das ist den Sportdirektoren und Scouting-Abteilungen der höherklassigen Clubs natürlich nicht entgangen. Die Cottbuser Offensive mit dem überragenden Maximilian Zimmer sowie Torjäger Streli Mamba und den ebenfalls überzeugenden Fabio Viteritti, Kevin Weidlich oder Marcelo hat gewiss für Begehrlichkeiten in der Weihnachtszeit gesorgt.

Maximilian Zimmer hat eine überragende Halbserie gespielt. Jetzt krönt er sein Jahr mit einem privaten Happy-end. Am 29. Dezember wird geheiratet.
Maximilian Zimmer hat eine überragende Halbserie gespielt. Jetzt krönt er sein Jahr mit einem privaten Happy-end. Am 29. Dezember wird geheiratet. FOTO: Steffen Beyer

Nun geht es für Energie darum, den so erfolgreichen Kader zusammenzuhalten. Maximilian Zimmer, der im Sommer vom Berliner AK gekommen und mit acht Toren und 17 Vorlagen in 22 Pflichtspielen vom ersten Tag an ein Verstärkung war, zeigte beim Abschied in die Weihnachtspause allerdings keinerlei Wechseltendenzen. Der 25-Jährige bekräftigte: „Der Wechsel nach Cottbus war genau die richtige Entscheidung. Ich denke, man sieht auf dem Platz, wie wohl ich mich bei Energie fühle.“

In den nächsten Tagen sollte der Mittelfeldspieler ohnehin anderes als einen Vereinswechsel im Kopf haben. Am 29. Dezember heiratet er in Berlin seine Ewelina. Seit neun Jahren sind die beiden ein Paar, mit etwa 80 Verwandten und Freunden soll nun im Schloss Köpenick das Ja-Wort gefeiert werden.

Streli Mamba verbringt derweil die Feiertage zu Hause in Stuttgart. Er sagt: „Es gibt ein großes Essen, erst bei mir und dann bei der Familie meiner Freundin.“ Für den 23-Jährigen soll es Anfragen geben, kein Wunder: Mamba hat mit zwölf Treffern in elf Regionalliga-Spielen eine bemerkenswerte Torquote.

Der Angreifer blockt ab, wenn man ihn auf einen möglichen Abschied aus Cottbus anspricht. Er beteuert: „Es gibt keine Tendenzen. Ich habe ja schon gesagt, dass ich einen Vertrag bis 2018 habe. Daran müssen wir uns festhalten.“ Müssen – oder wollen? Das ist bei Mamba angesichts der vielen Spekulationen im zurückliegenden Jahr durchaus die Frage. „Müssen!“ betont Mamba und fügt an: „ Wir sollten über Fakten reden. Alles andere sind nur Spekulationen. Man könnte ja jetzt darüber spekulieren, dass ich zum FC Bayern gehe, weil die einen Backup im Sturm suchen, aber das ist doch alles Quatsch.“

Tatsächlich ist der FC Bayern wohl kein potenzieller Interessent für einen Viertliga-Stürmer, doch erfahrungsgemäß suchen gerade im Winter die Kellerkinder aus der 2. oder 3. Liga händeringend nach Torjägern, die sie zum Klassenerhalt schießen. Mamba weiß das und lässt sich alles offen. Ein Ja-Wort zum FC Energie vermeidet er ebenfalls. Er sagt nur: „Realistisch ist es erst dann, wenn es passiert – über alles andere brauchen wir nicht reden.“

Trainer Wollitz dürften diese eher vagen Aussagen dennoch nicht das Weihnachtsfest verderben. Der Coach, der in Doppelfunktion auch eine Art Sportchef beim FCE ist, berichtet: „Wir haben uns klar positioniert: Wir wollen in der Winterpause keinen Leistungsträger abgeben. Und im Moment sind diese Angebote auch nicht attraktiv für uns. Natürlich kann da aber auch noch Bewegung reinkommen, indem sich die Angebote verändern. Wir hätten dann aber sofort Alternativen, bei denen wir zuschlagen können. Sehr gute Alternativen!“ Das klingt danach, dass es nach der „Stillen Nacht“ recht schnell mit der Ruhe beim FCE vorbei sein könnte.