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Fußball
Kapitän verrät Cottbuser Kilo-Strafe

Marc Stein hat bei Energie Cottbus alle Regionalliga-Spiele über die kompletten 90 Minuten bestritten.
Marc Stein hat bei Energie Cottbus alle Regionalliga-Spiele über die kompletten 90 Minuten bestritten. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Bei Energie Cottbus gibt es eine klare Regel: Wer nach der Winterpause zu viel wiegt, muss bezahlen. FCE-Kapitän Marc Stein macht sich keine Sorgen um seine Kollegen. Für ihn geht die Entwicklung in die richtige Richtung. Auf einen Gipfelsturm verzichtet er derweil. Von Jan Lehmann

Weihnachtsstollen, Plätzchen, Domino-Steine oder Pfefferkuchen – die Adventszeit ist gerade für Leistungssportler sicher eine ziemlich schwierige Zeit. Die Verlockungen sind groß, die Anforderungen an den Körper aber auch. Bei Energie Cottbus gibt es dafür eine klare Regel. Kapitän Marc Stein verrät: „Alle haben ihr Gewicht bei uns abgelegt und wenn sie nach der Winterpause zu viel haben, müssen sie dafür bezahlen.“ Das Geld geht in die Mannschaftskasse – den genauen Strafenkatalog will Stein nicht offenbaren. Er sagt aber: „Jeder darf ein Kilo mehr haben. Alles was darüber hinausgeht, wird dann teuer.“

Der 32-Jährige, der als absolute Konstante in der Cottbuser Abwehr in allen 18 Regionalliga-Spielen von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz stand, rechnet nicht damit, dass allzu viel Geld in die Mannschaftskasse kommt. Er sagt: „Die Jungs haben sich alle viel bewegt, die dürfen alle viel essen.“

Fürs kommende Jahr wünscht sich Stein, dass seine Mannschaft den Erfolgskurs konzentriert hält. Er betont: „Egal was die anderen anbieten, wir müssen weiter unseren Weg gehen. Da gilt es im nächsten Jahr wohl noch mehr den Fokus darauf zu legen – egal wie die Spiele laufen.“ Die manchmal nur beschränkte Gegenwehr der teils recht limitierten Regionalliga-Gegner will er dabei nicht überbewerten. „Gegenwehr hin oder her, man muss das trotzdem erst einmal so spielen. Alle wollen uns schlagen, jede Woche will uns jemand ein Bein stellen. Jede Woche so aufzutreten, zeigt, dass die Mannschaft absolut gewillt ist, sich weiter zu entwickeln.“

Diese Entwicklung soll 2018 weitergehen. Bis dahin gönnt sich Stein die Pause. Er sagt: „Die Jungs haben sich sehr auf diesen Urlaub gefreut. Der ist nötig, um mal abzuschalten, ein paar andere Sachen zu sehen. Wir brauchen diese Pause jetzt, weil wir dann von Ende Januar bis wahrscheinlich Ende Mai noch eine lange Saison vor uns haben.“

Der Familienvater verbringt das Fest mit Frau und Kind in Stuttgart. Danach geht es nach Südtirol zum Skifahren. Stein stammt zwar als gebürtiger Potsdamer vom flachen Land, fährt aber schon seit frühester Kindheit Ski. Er berichtet: „Wir waren immer zwei, drei Mal im Jahr Skifahren. Inzwischen lasse ich es aber ein bisschen ruhiger angehen. Früher haben wir uns auch noch mit dem Helikopter auf die ganz hohen Berge bringen lassen.“ Darauf verzichtet er inzwischen und orientiert sich mehr auf familienfreundlichere Skigebiete. Den extremen Gipfelsturm wird er in der Winterpause also nicht erleben, aber vielleicht kann Stein den ja im Mai nachholen: Mit Energie Cottbus in den Aufstiegsspielen. Dafür wäre es natürlich ganz praktisch, wenn die Energie-Profis nicht zu viel Gewichts-Ballast aus der Weihnachtspause mitbringen würden.