ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:12 Uhr

Energie-Elf hadert mit Fehlern
„Die Mannschaft will, die Mannschaft kämpft“

 Robert Müller (Mitte) und seine Cottbuser Kollegen scheiterten in Meppen vor allem an den eigenen Fehlern.
Robert Müller (Mitte) und seine Cottbuser Kollegen scheiterten in Meppen vor allem an den eigenen Fehlern. FOTO: Eibner Pressefoto / Wenzel /Eibner-Pressefoto
Meppen. Nach dem 0:3 in Meppen hadert Energie mit den vielen Fehlern – und die  Fans werden unruhig. Neuzugang Robert Müller hält ein leidenschaftliches Plädoyer fürs Team. Von Jan Lehmann

Dieses Plädoyer war ihm ein Anliegen. FCE-Verteidiger Robert Müller hatte am Samstag nach der 0:3-Niederlage beim SV Meppen eigentlich schon alles zum Spiel gesagt, doch dann drehte er im Kabinengang noch einmal um. Er legte nach: „Es ist mir sehr wichtig zu sagen: Die Mannschaft will, die Mannschaft kämpft. Wir sind hier nicht sang- und klanglos untergegangen. Aber wir machen eben diese Fehler.“

Ja, „diese Fehler“ – sie kosteten Energie Cottbus die nächsten Punkte im Abstiegskampf. In Meppen vergab erst Angreifer Streli Mamba die Großchance zum Führungstor (18.), kurz darauf griff Torhüter Avdo Spahic nach einem Eckball in Bedrängnis nicht richtig zu. Meppens Nick Proschwitz traf per Kopf (24.) – Energie lag damit zum 16. Mal in dieser Saison mit 0:1 zurück.

Auch die beiden weiteren Gegentore durch Meppens Neuzugang Marcus Piossek resultierten aus Cottbuser Fehlern. Beim 0:2 (33.) öfnete Fabian Holthaus auf der linken Abwehrseite die Tür für Meppens Flügelstürmer René Guder. Und beim 0:3 (57.) verlor Dimitar Rangelov just dann den Ball, als Energie in Überzahl hätte kontern können. So zog Guder wieder los, und Piossek markierte im Strafraum den Endstand.

 Am Stadionzaun in Meppen mussten sich die Energie-Profis kritischen Fragen der Fans stellen. Es gab aber auch Aufmunterung für die Spieler.
Am Stadionzaun in Meppen mussten sich die Energie-Profis kritischen Fragen der Fans stellen. Es gab aber auch Aufmunterung für die Spieler. FOTO: Eibner Pressefoto / Wenzel /Eibner-Pressefoto

Bitter: Besonders Guder konnten die Cottbuser kaum halten. Beim Werben um den einstigen Flensburger hatte der FCE immer Sommer schlichtweg finanziell nicht mithalten können. Zwischenzeitlich musste man in Meppen die Sorge haben, dass Energie auch sportlich nicht mithalten kann. Während die Emsländer mit kernigen Zweikämpfen und einer teils entfesselt aufspielenden Offensive zum dritten Sieg in Folge stürmten, warten die Cottbuser weiter auf den ersten Punktgewinn im Fußballjahr 2019.

FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz konstatierte: „Bis zum 0:3 war es ein ausgeglichenes Spiel. Aber diese Gegentore fressen irgendwann eine Mannschaft auf.“ Schon seit Saisonbeginn beklagt der Coach die vielen individuellen Fehler, die für ihn nur teils mit fehlender Erfahrung und teils auch mit fehlender Qualität zu erklären sind. Er berichtet: „Da fühle ich mich irgendwie machtlos, weil jede Woche ein anderer patzt. Da können wir reihum gehen.“

Keine Frage, angesichts der bedrohlichen Lage herrscht Unruhe im Verein, besonders bei den Fans. Nach Spielschluss diskutierten die Cottbuser Profis mit den mitgereisten Anhängern am Zaun – die Meinungen gingen weit auseinander. Wo einige Schlachtenbummler aufmunternde Worte riefen, formulierten andere teils harsche Kritik. Einer fragte: „Seid Ihr und Wollitz überhaupt noch ein Einheit?“

Das sind sie – sagt Robert Müller. Der erfahrene Profi, der am Samstag bei der Partie gegen 1860 München vor seinem 300. Drittliga-Spiel steht, betonte: „Wir können den Frust der Fans verstehen, die fahren acht Stunden hierher, geben viel Geld aus und wir verlieren 0:3.“ Und dennoch beteuerte der Neuzugang aus Uerdingen, dass er und seine Kollegen mit hohem Engagement in die Partie gegangen seien. „Der Trainer hat uns sehr gut eingestellt, die Taktik ist eigentlich aufgegangen“, erklärte Müller. Selbst die Umstellung in der Pause habe funktioniert, Kevin Weidlich war für den verletzten Philipp Knechtel in die Abwehr gerückt.

Energie versuchte mehr Druck zu machen und war beim Pfostentreffer von Streli Mamba (49.) dem Anschluss auch sehr nahe. „Es wäre schön, wenn wir in so einer Situation mal das Matchglück hätten, das Meppen derzeit hat“, so Müller.

Hat Energie aber derzeit eben nicht – und deshalb klingt die Einschätzung von Meppens Trainer Christian Neidhardt aus Cottbuser Sicht besonders schmerzhaft: „Spiele in der 3. Liga werden durch Kleinigkeiten entschieden. Wir haben das Quäntchen Glück, dass der Schiedsrichter beim 1:0 nicht abpfeift. Und beim 2:0 haben wir den Fehler konsequent ausgenutzt. Diese Sachen darfst du dir in der 3. Liga einfach nicht erlauben.“