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Babelsberg statt Barcelona (mit Video)

In Finsterwalde kam Maximilian Zimmer am Sonntag gegen Prag im zentralen Mittelfeld zum Einsatz. Der QR-Code im Bild führt zu einem Video-Interview mit dem Cottbuser Neuzugang (www.lr-online.de/zimmer).
In Finsterwalde kam Maximilian Zimmer am Sonntag gegen Prag im zentralen Mittelfeld zum Einsatz. Der QR-Code im Bild führt zu einem Video-Interview mit dem Cottbuser Neuzugang (www.lr-online.de/zimmer). FOTO: Mirko Sattler/sam1
Cottbus. Ein Kreuzbandriss brachte Maximilian Zimmer einst vom vorgezeichneten Weg und der großen Karriere ab. Der Neuzugang will mit dem FC Energie nun wieder nach oben. Jan Lehmann

Nein, über Andis Shala möchte Maximilian Zimmer nicht unbedingt sprechen - zumindest nicht öffentlich. Auf dem Facebook-Kanal der RUNDSCHAU-Sportredaktion hatte der Neuzugang des FC Energie offenbart, dass er mit dem Babelsberger Torjäger gut befreundet sei. Klar, dass er seitdem danach gefragt wird, ob denn Shala nicht auch noch nach Cottbus kommen werde. Das Interesse des FC Energie am 28-Jährigen ist bekannt, doch in der Personalie bewegt sich nichts. Nach RUNDSCHAU-Informationen herrscht zwischen beiden Clubs aktuell Funkstille.

Maximilian Zimmer betont: "Bevor die Frage kommt: Ich weiß nicht, ob Andis wechselt. Und ich finde, man sollte das nicht zu hochhängen. Das ist eine Freundschaft, in der es nicht nur um Fußball geht. Außerdem haben wir eine gute Mannschaft." Und mit dieser Mannschaft hat er viel vor. Er sagt offen: "Ich will unbedingt mit dem Verein in die 3. Liga - deswegen bin ich hergekommen." Die 3. Liga, die spielte in den Träumen des gebürtigen Berliners sicher lange keine allzu große Rolle. Als ehemaliger Nachwuchs-Nationalspieler - er spielte in einem Jahrgang mit Weltmeistern wie Mario Götze (Borussia Dortmund) und Shkodran Mustafi (FC Arsenal) oder Barcelonas Torhüter Marc-André ter Stegen - hatte der Mittelfeldspieler eine große Zukunft vor sich.

Doch ein Kreuzbandriss veränderte alles. Nach der Reha stellten die Ärzte fest, dass im Knie irgendetwas nicht stimmte. Zimmer musste erneut operiert werden. Die lange Pause brachte ihn vom vorgezeichneten Weg ab. Statt wie bei den Nationalelf-Kollegen waren für den Jungen aus der Nachwuchsschule von Hertha BSC nun nicht Barcelona, London oder Dortmund die nächste Option, sondern Babelsberg. Über den 1. FC Kaiserslautern und den Berliner AK ist Zimmer nun in Cottbus gelandet.

Das Wichtigste: Das Knie hält. In den zurückliegenden vier Spielzeiten hat er pro Saison mindestens 28 Liga-Partien bestritten. Zimmer ist ein Vielspieler, Energie war früh in der Saison auf ihn aufmerksam geworden. Das zahlte sich aus. Zimmer berichtet: "Ich habe mich gleich für Energie entschieden, ohne mir die anderen Angebote anzuhören. Es war mir wichtig, dass der Trainer mich wirklich haben will. Bei manchen Drittliga-Vereinen stand ja lange nicht mal fest, wer kommende Saison Trainer wird."

Claus-Dieter Wollitz setzt große Stücke auf den Neuzugang: "Er muss eine Verstärkung für uns sein." Der Coach will seine taktische Variante mit zwei Stürmern noch optimieren und dafür das Mittelfeld umbauen. Zimmer, der beim Testspiel am Sonntag gegen Prag über 90 Minuten im zentralen Mittelfeld agierte, hat dank seiner Flexibilität und seiner Torgefahr (neun Liga-Treffer in der Vorsaison) gute Chancen auf einen Stammplatz. Der ist das feste Ziel vom Neuzugang: "Ich bin nicht nur hergekommen, um dabei zu sein. Ich will spielen", so Zimmer.

Womöglich in einem Team mit Andis Shala? Man kann davon ausgehen, dass die beiden Freunde an diesem Montag zumindest kurz Kontakt haben werden. Schließlich feiert Maximilian Zimmer da seinen 25. Geburtstag. Vielleicht fragt er den Babelsberger ja dann doch gleich mal, wie es eigentlich um den möglichen Wechsel nach Cottbus bestellt ist.