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Aus dem Partykeller in die Bundesliga

Torsten Mattuschka inmitten seiner Merzdorfer Freunde: Trauzeuge Daniel Dubrau (v.l.), Mirko Treuger, Partykeller-Besitzer Robert Zeitz (hinten), Kai Havenstein und Andreas Tullick.
Torsten Mattuschka inmitten seiner Merzdorfer Freunde: Trauzeuge Daniel Dubrau (v.l.), Mirko Treuger, Partykeller-Besitzer Robert Zeitz (hinten), Kai Havenstein und Andreas Tullick. FOTO: Matthias Koch/mkc1
Cottbus. Leider ist der Partykeller von Robert Zeitz im Cottbuser Ortsteil Merzdorf nicht groß genug – denn eigentlich müsste die Biografie von Torsten Mattuschka am Donnerstag im Rahmen der Sportfestwoche dort vorgestellt werden. Schließlich ist "Roberts Alpenkeller" ein wichtiger Drehort der Geschichte über einen begnadeten Fußballer, der es über Umwege vom übergewichtigen Malerlehrling zum Topscorer der 2. Jan Lehmann

Liga und zur Ikone mit eigener Hymne beim 1. FC Union Berlin geschafft hat.

Der Berliner Sportjournalist Matthias Koch hat daraus das Buch "Kultkicker mit Herz und Plauze" gemacht und bringt es am Donnerstag gemeinsam mit Mattuschka nach Hause - nach Merzdorf. Dort wo der kleine Torsten einst bei Opa Heinz die Wochenenden verbrachte und mit seinem später bundesweit gefürchteten rechten Fuß wahlweise Tornetze oder Fensterscheiben zerschoss. An seiner Seite: Robert Zeitz und einige weitere Freunde, die Mattuschka auf seinem Weg hin zur Fußball-Prominenz nie zurückgelassen hat. "Er ist wirklich ein Freund in jeder Lebenslage", sagt Robert Zeitz gegenüber der RUNDSCHAU. Er war früher Kapitän in Mattuschkas Merzdorf-Team. Heute bezeichnet er sich als "absolut talentfrei" und betont: "Wir sind glücklich, dass es einer von uns so weit nach oben geschafft hat. Wir sind stolz auf Torsten und darauf, dass er geblieben ist, wie er immer war."

Aus dem Partykeller in die Bundesliga und wieder zurück - Mattuschkas Geschichte ist schon ziemlich speziell: In der Biografie spottet einer von seinen Weggefährten, dass Mattuschka doch "einen Pfeil im Kopf" habe und auch Robert Zeitz muss grinsen: "Mit Torsten ist es nie langweilig, er hat nur Blödsinn im Kopf. Zum Glück hat er seine Frau Susanne."

Die Ehefrau weiß, wem sie da vor sechs Jahren das Ja-Wort gegeben hat: "Vom Kopf her ist er gefühlt zwölf Jahre alt", sagt Susanne Mattuschka, berichtet aber, dass der laut Personalausweis 36-Jährige neuerdings sogar mal Staub sauge.

Mattuschka ist ein Familienmensch, seine Tochter Miley sein ganzer Stolz. Und dennoch berichtet Susanne Mattuschka, dass sie ihren Mann immer wieder ziehen lassen müsse, auch immer wieder in den Merzdorfer Partykeller. Der Freundeskreis ist für den Fußballer ein wichtiger Halt, Robert Zeitz beschreibt: "Viele beneiden uns dafür, wie gut wir zusammenhalten."

Manchmal wird aber auch Tacheles geredet. So hatte Zeitz beispielsweise seinem Kumpel davon abgeraten, 2014 wieder zurück zu Energie zu wechseln. Und kürzlich hat er ihm gesagt: "Du musst Dich darauf vorbereiten, dass die Fußballsache irgendwann vorbei ist. Es kommt der Tag, an dem dich niemand auf der Straße erkennt."

Das kann man sich heute kaum vorstellen. Der Andrang in Merzdorf dürfte am Donnerstag ziemlich groß sein, auch ehemalige Weggefährten vom FC Energie wollen kommen. Zwar nicht in "Roberts Alpenkeller", aber zumindest in der Merzdorfer "Alpenschänke" lesen Koch und Mattuschka um 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr, fünf Euro Eintritt). Dort hat früher Mattuschkas Opa Karten gespielt, während die Oma von Robert Zeitz hinten mit in der Küche zugange war.

Das Eintrittsgeld wird dem Nachwuchs von Rot-Weiß Merzdorf gespendet. Dort ist Robert Zeitz Nachwuchsleiter. Und deshalb wird er es sicher auch verschmerzen können, wenn am Donnerstagabend auch die eine oder andere geheime Geschichte aus seinem Partykeller ausgeplaudert wird.