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| 14:05 Uhr

Fußball
Alles vergebens? Krämer bangt um die 3. Liga

Mit einer Siegesserie hatte Stefan Krämer den KFC Uerdingen zum vermeintlichen Drittliga-Aufstieg geführt. Doch jetzt muss der ehemalige Energie-Coach um die Rückkehr in die 3. Liga bangen.
Mit einer Siegesserie hatte Stefan Krämer den KFC Uerdingen zum vermeintlichen Drittliga-Aufstieg geführt. Doch jetzt muss der ehemalige Energie-Coach um die Rückkehr in die 3. Liga bangen. FOTO: dpa / Roland Weihrauch
Krefeld/Frankfurt. Es könnte ein sportlich schwerer Schlag für den KFC Uerdingen werden. Weil der Verein vom Cottbuser Ex-Trainer Krämer eine Frist versäumt hat, droht die Lizenzverweigerung für die 3. Liga. Von Dietmar Fuchs und Jan Lehmann

Der Schock sitzt tief in Krefeld. Aus der Euphorie bei Verantwortlichen wie dem ehemaligen Energie-Trainer Stefan Krämer, Spielern und Fans des KFC Uerdingen über den sportlichen Durchmarsch aus der Oberliga in den Profifußball wird Angst: Darf der ehemalige Pokalsieger 2018/19 in der 3. Liga spielen? Der Club sagt eindeutig Ja, der DFB aber wird durch seinen Zulassungsbeschwerdeausschuss am Montag in Frankfurt prüfen, ob er dem KFC die Lizenz erteilt.

„Die mit der Bedingung geforderte Liquiditätsreserve des KFC Uerdingen ging nach derzeitigem Stand am Dienstag möglicherweise erst nach Ablauf der Ausschlussfrist ein. Die Nichteinhaltung der Frist hätte nach den Statuten zur Folge, dass die Bedingung nicht erfüllt ist und daher keine Zulassung erteilt werden könnte“, hieß es in einer Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes am Mittwoch.

Der KFC hat eine klare Meinung. Im Lizenzverfahren habe der Verein „alle Punkte in vollem Umfang erfüllt, zu hundert Prozent transparent und korrekt gearbeitet und finanzielle Garantien in einer Höhe abgegeben, die in dieser Liga in Deutschland einmalig sind“. Das Geld sei sogar zwei Mal überwiesen worden. „Unsere Garantien sind tadellos und finanziell die stärksten in der 3. Liga“, teilte Clubchef Michail Ponomarew mit. Sollte der KFC nicht aufsteigen, werde er sein Engagement beenden, betonte er.

Sportlich ist seit Sonntag alles klar. Uerdingen hatte sich in den Playoffs gegen den Südwest-Zweiten SV Waldhof Mannheim durchgesetzt. Nach dem 1:0 im Hinspiel wurde das Rückspiel wegen Ausschreitungen Mannheimer Fans beim Stand von 2:1 für den KFC abgebrochen. Am Dienstag, einen Tag nach der Aufstiegsfeier im Krefelder Rathaus wertete der DFB die Partie in Mannheim mit 2:0 für Uerdingen.

Die meisten Spieler feierten den sicher geglaubten Drittliga-Aufstieg genau wie einige Profis von Energie Cottbus auf der Party-Insel Mallorca. Gut möglich, dass es dort ein Wiedersehen gab. Mit Kapitän Christopher Schorch sowie Alexander Bittroff, Christian Müller, und Charles Takyi spielen vier ehemalige FCE-Akteure beim KFC.

Der SV Waldhof reagierte am Donnerstag zurückhaltend. „Wir werden jetzt nicht in Jubel ausbrechen“, sagte Geschäftsführer Markus Kompp. Die Mannheimer könnten von einer Nicht-Zulassung ihres Playoff-Gegners profitieren und dessen Platz einnehmen. Kompp will „am Montag einfach ganz in Ruhe abwarten und schauen, was da passiert“. Er räumte ein, es sei schon überraschend, dass der Zulassungsantrag jetzt noch einmal überprüft werde.

Der KFC Uerdingen wird sich zu der ungewissen Lage vorerst nicht weiter äußern, wie Pressesprecher Jan Filipzik sagte. Ponomarew hatte sich eindeutig positioniert, als er mit Blick auf die chaotischen Umstände des Rückspiels eines festhielt: „Wir haben zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins eine Relegation gewonnen, inklusive des chaotischen Spiels in Mannheim, bei dem wir, unsere Familien und Spieler angegriffen, beleidigt und bespuckt worden sind. Wir haben geschwiegen, uns professionell verhalten und uns den Aufstieg verdient.“

Trainer Stefan Krämer war dabei ein echtes Meisterstück gelungen.

Mit 13 Siegen in 14 Spielen führte er die Uerdinger nach seiner Amtsübernahme zunächst zum Meistertitel in der Regionalliga West – und dann zum Erfolg in den Aufstiegsspielen gegen Mannheim. Nun muss der einstige FCE-Trainer auch um ein Wiedersehen mit Energie bangen. Gegenüber der RUNDSCHAU hatte er erklärt: „Mir liegt nach wie vor viel an Cottbus. Ich hatte eine schöne Zeit in der Lausitz.“