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| 02:40 Uhr

Alles-oder-nichts-Woche für Energie

Junge, dieses Tor ist wichtig! Joshua Putze (r.) gratuliert Benjamin Förster zum Last-Minute-Treffer gegen Rathenow.
Junge, dieses Tor ist wichtig! Joshua Putze (r.) gratuliert Benjamin Förster zum Last-Minute-Treffer gegen Rathenow. FOTO: Sven Bock/FuPa
Nach dem glücklichen Sieg im Halbfinale in Rathenow will Cottbus jetzt vom Jena-Remis profitieren. Dafür muss eine Steigerung her. Frank Noack

Es war eng für den FC Energie Cottbus. Sehr eng! Erst auf dem Rasen beim glücklichen 1:0 (0:0)-Sieg im Halbfinale des Brandenburger Landespokals gegen Optik Rathenow. Und später für Trainer Claus-Dieter Wollitz im kleinen Pressekonferenzraum des schmucken Stadions Vogelgesang. Trotz der Enge fand Wollitz klare Worte für seine Mannschaft, die in der Nachspielzeit zum Siegtreffer durch Benjamin Förster kam und dabei ihre einzige echte Chance in diesem Spiel nutzte. "Das war keine gute Leistung von uns. Wir haben keinen Rhythmus und keine Sicherheit gefunden. In so einem Spiel muss man mehr dagegenhalten", kritisierte der FCE-Coach und entschuldigte sich beinahe bei den mindestens ebenbürtigen Gastgebern: "So ein Lucky Punch ist für die unter klassige Mannschaft natürlich immer bitter. Aber letztlich zählt im Pokal nur das Ergebnis."

Dieses Ergebnis sichert den Lausitzern den Einzug ins Finale gegen den FSV Luckenwalde am 25. Mai (siehe Extratext) und die Chance auf den lukrativen DFB-Pokal.

Trotzdem war es nicht jener schwungvolle Start in die mög licherweise entscheidende Woche im Titelrennen der Regionalliga Nordost, den man sich bei Energie erhofft hatte. "Uns helfen jetzt nur noch drei Punkte. Alles oder nichts - das ist die Devise", blickte Wollitz auf die anstehenden Aufgaben voraus. Am Mittwoch bestreitet Energie die Nachholpartie bei Viktoria Berlin (17.30 Uhr). Und am Sonntag folgt dann das Topspiel gegen Carl Zeiss Jena.

Der Tabellenführer hatte bei seinem 1:1 (0:1)-Remis beim SV Babelsberg am Sonntag ebenfalls viel Glück. Erst in der 88. Minute fiel der Ausgleich für Jena - und zwar durch einen fragwürdigen Handelfmeter. In der Tabelle liegt Jena jetzt zwar neun Punkte vor Cottbus. Doch die Lausitzer haben noch das Nachholspiel in Berlin sowie den Heimvorteil im direkten Duell gegen Jena am Sonntag im Stadion der Freundschaft vor großer Kulisse in der Hinterhand. Mit zwei Siegen in den nächsten beiden Partien kann der FC Energie den Rückstand auf drei Punkte verkürzen.

Klar ist spätestens seit dem Zittersieg in Rathenow aber auch: Dafür muss eine Steigerung her! Energie ließ sich von den sehr couragierten Gastgebern vor 1650 Zuschauern immer wieder den Schneid abkaufen. Viele der entscheidenden Zweikämpfe gingen an Rathenow. Kurz vor der Pause donnerte Optik-Kapitän Jerome Leroy den Ball an die Latte. Trainer Ingo Kahlisch lobte sein Team für den starken Auftritt: "Wir hatten die klareren Chancen."

Bei Energie dagegen lief nach vorn fast nichts zusammen. Nach einer schwachen ersten Halbzeit hatte der Favorit im zweiten Durchgang dann zwar etwas mehr Spielkontrolle. Zwingende Torchanen blieben aber aus. "Man hat bei einigen Spielern schon den Druck gespürt, dass wir dieses Spiel auf keinen Fall verlieren dürfen. Bis zum Strafraum war unser Spiel recht gefällig. Aber dann haben wir oft die falsche Entscheidung getroffen. Es hätte auch gegen uns laufen können", räumte Kapitän Marc Stein ein.

Aber es gab eben diesen einen lichten Moment in der Nachspielzeit, als Förster nach einem Schuss von Joshua Putze zur Stelle war und den Abpraller über die Linie beförderte. Dieses Tor ersparte Energie eine bittere und vor allem teure Enttäuschung beim Start in die Alles-oder-nichts-Woche.

Die wichtigen Spiele in Berlin und zu Hause gegen Jena dürften vor allem eine Frage des Willens werden. Der ohnehin schon überschaubare Kader ist durch die Verletzung von Tim Kruse noch ein Stück kleiner geworden. Der Mittelfeldspieler zog sich bereits in der Anfangsphase in Rathenow erneut eine Oberschenkelblessur zu und musste ausgewechselt werden. Wollitz geht davon aus, dass Kruse vorerst nicht zur Ver fügung steht. Stattdessen will der Coach mit frischen Spielern für frischen Schwung sorgen. Björn Ziegenbein - zuletzt wegen Formschwäche auf der Bank - sowie Streli Mamba könnten am Mittwoch in Berlin zur Startformation gehören. Dann folgt der Kraftakt gegen Jena. "Ich hoffe, dass wir die zweite Luft bekommen, wenn wir durch diese beiden Spiele gut durchkommen", erklärt Wollitz. "Am Sonntag nach der Partie gegen Jena musst du als Spieler entkräftet umfallen - zumindest für ein, zwei Tage." Damit es auch in der Tabelle nochmal eng wird.