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| 17:18 Uhr

Vorm Saisonstart erst 16 Feldspieler
Alarm beim FC Energie: „Viele Spieler sagen ab“

 Claus-Dieter Wollitz startet mit Energie Cottbus am Samstag in die neue Saison.
Claus-Dieter Wollitz startet mit Energie Cottbus am Samstag in die neue Saison. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Trotz einer gelungenen Generalprobe ist Trainer Wollitz unzufrieden und schlägt Alarm bei Energie Cottbus. Aktuell stehen nur 16 Feldspieler im Kader. Und auch der Abwehrchef ist weiter verletzt - aber zumindest vorsichtig optimistisch. Von Frank Noack

Vier Siege in sieben Testspielen, aber eben auch manche sportliche Enttäuschung – das ist die Bilanz von Energie Cottbus in der Saisonvorbereitung vor dem Start in die Regionalliga am kommenden Samstag mit dem Heimspiel gegen die VSG Altglienicke.

Die größte Enttäuschung sind für Trainer Claus-Dieter Wollitz jedoch nicht die sportlichen Ergebnisse, sondern der stockende Aufbau der neuen Mannschaft. Dabei hatte sich Energie zum Abschluss der Vorbereitung beim 4:1 (2:0)-Sieg gegen den lettischen Erstligisten Spartakus Jurmala deutlich formverbessert gezeigt.

Trotzdem ist Wollitz „insgesamt nicht zufrieden. Das liegt aber nicht an der Mannschaft. Sie versucht, das umzusetzen, was wir besprochen haben. Ich bin unzufrieden, dass wir nicht jene Spieler bekommen, welche die Qualität erhöhen“.

Zum Beispiel Tunay Deniz. Der Kapitän von Liga-Konkurrent Berliner AK gilt als absoluter Wunschspieler, hat dem FCE inzwischen jedoch signalisiert, dass er nicht in die Lausitz wechseln wird (siehe Infobox).

Wollitz hat deshalb im Gespräch mit der RUNDSCHAU am Wochenende noch einmal Alarm geschlagen, was den aktuellen Kader betrifft. „Uns sagen derzeit viele Spieler ab. Ich weiß nicht, woran das liegt. Ob es an der Außendarstellung liegt oder daran, dass man angeblich hier in Cottbus nicht leben kann – keine Ahnung“, erklärt Wollitz und ergänzt: „Es ist deprimierend, wenn man immer wieder Absagen bekommt. Als Antwort hört man dann immer: ,Man hört dies und das über Cottbus.‘ Das ist nicht gut. Es kostet viel Kraft, die Enttäuschung zu verarbeiten. Dabei kann man hier in Cottbus gut Fußball spielen. Das haben wir in der Vergangenheit nachgewiesen.“

Eine Woche vor dem Saisonstart gegen die VSG Altglienicke am Samstag hat der FCE nur 16 Feldspieler im Kader, Abwehrchef Robert Müller ist weiter verletzt. Ob Müller bis zum Saisonstart gegen Altglienicke doch noch rechtzeitig fit wird, ist aufgrund der Rückenbeschwerden noch völlig offen. „Ich weiß es nicht. Das Pensum wird in dieser Woche langsam gesteigert. Wir haben jetzt ein gutes Mittelmaß gefunden“, erklärt der Innenverteidiger. In den sieben Testspielen konnte Müller kein einziges Mal mitwirken.

Immerhin gab es am Samstag bei der Generalprobe gegen den zweifachen lettischen Meister Spartaks Jurmala auch viele Lichtblicke. Zum Beispiel das gut harmonierende Offensiv-Quartett mit Kapitän Dimitar Rangelov, dem zweifachen Torschützen Berkan Taz sowie Felix Geisler und Neuzugang Felix Brügmann. Es gab mehrfach Szenenapplaus von den 532 Zuschauern im Stadion der Freundschaft für die gelungenen Kombinationen. Daniel Stanese traf in der 12. Minute mit einem schönen Distanzschuss zur Führung. Colin Raak erhöhte kurz vor dem Pausenpfiff auf 2:0 (44.). Unmittelbar nach dem Wechsel erzielte Berkan Taz das 3:0 (47.) und später auch das 4:0 (78.).

Im Tor glänzte Lennart Moser, die Leihgabe von Union Berlin, mit starken Paraden in den Eins-gegen-eins-Situationen. Bezwungen wurde Moser nur durch einen Foulelfmeter von Eder (84.).  Während die Innenverteidigung mit Leon Schneider und Jan Koch stabil stand, bleiben die Außenpositionen das personelle Sorgenkind. Gegen Jurmala durften sich die Neuzugänge Tobias Hasse, Ben Meyer und Marcel Hoppe probieren. Gut möglich, dass auf den Außenbahnen noch einmal nachgebessert werden muss.

Doch die Transfers gestalten sich laut Wollitz in diesem Sommer „echt zäh“. Mit Blick auf die durch den Verein frühzeitig ausgegebene „Mission Wiederaufstieg“ als Saisonziel betont der Energie-Trainer: „Mit dieser Mannschaft haben wir keine Chance, den Wiederaufstieg zu schaffen. Dafür braucht man Spieler, die mit Druck klarkommen und auch unsere vielen jungen Spieler führen können.“

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Energie Cottbus - Spartaks Jurmala FOTO: Steffen Beyer