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| 19:29 Uhr

Abwehrchef zurück bei Energie Cottbus
Schmerzhafter Härtetest: Müllers Rücken hält

 Selbst ein hartes Foul konnte Robert Müller bei seinem Comeback am Sonntag nicht stoppen. Der Routinier soll der Abwehr mehr Stabilität geben.
Selbst ein hartes Foul konnte Robert Müller bei seinem Comeback am Sonntag nicht stoppen. Der Routinier soll der Abwehr mehr Stabilität geben. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Der zurückgekehrte Abwehrchef Robert Müller gibt bei Energie Cottbus schon wieder die Kommandos. Den Spielaufbau überlässt er aber einem Youngster. Kann Müller der Defensive mehr Stabilität geben? Von Jan Lehmann und Frank Noack

Es war in der Mitte der zweiten Halbzeit beim Spiel des FC Energie am Sonntag gegen Meuselwitz – und man musste sich große Sorgen machen. Um den FCE, der 0:1 gegen den Außenseiter zurücklag – und vor allem um Abwehrspieler Robert Müller. Nach einem harten Foulspiel des Meuselwitzer Angreifers Alexander Dartsch krümmte sich der 32-Jährige am Boden und musste behandelt werden. Diese Attacke hatte ihn richtig durchgeschüttelt. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hielt sich Müller den Rücken, der ja in seinem Fall so etwas wie die Achillesferse ist.

Nach monatelanger Verletzungspause wegen extremer Rückenbeschwerden hatte der Routinier am Sonntag sein Comeback gegeben – sollte schon wieder alles vorbei sein? Nein. Der Abwehrspieler schüttelte sich und spielte die Partie zu Ende. Mit großem Erfolg, bekanntlich kassierte Energie zwar kurz nach der Müller-Verletzungspause noch das zweite Gegentor, siegte dann aber im bemerkenswerten Schlussspurt mit 3:2.

Für Trainer Claus-Dieter Wollitz hatte der Abwehrchef an diesem Sieg der Moral einen großen Anteil. Der Cottbuser Coach betonte:  „Robert ist ein klasse Spieler und ein klasse Mensch. Er übernimmt Verantwortung – auf seine ruhige Art. Wir müssen jetzt sehen, dass wir ihn weiter auf die Platte bekommen.“

Von Beginn an war zu sehen, dass Müller in der Abwehr das Kommando übernehmen soll. Zeitweise spielte er gegen den extrem defensiv eingestellten Kontrahenten fast wie ein Libero. Immer wieder landeten die Bälle bei ihm, Müller verteilte weiter und dirigierte dabei. Auffällig war allerdings auch: Den öffnenden Pass überließ er in der ersten Halbzeit immer wieder dem erst 17-jährigen Tobias Eisenhuth. Müllers Maxime wurde deutlich: Im ersten Spiel nach seiner Rückkehr wollte er sich vor allem um die defensive Stabilität seines Teams kümmern. Und da besteht weiterhin Nachholbedarf. Mit 19 Gegentreffern aus acht Spielen ist Energie eines der durchlässigsten Teams der Liga. Nur die Kellerkinder Rathenow (21) und Bischofswerda (25) haben noch mehr Tore kassiert.

Trainer Wollitz hofft, dass diese Bilanz sich schnell bessert. Er setzt auf Robert Müller und betont: „Robert gibt unserem Spiel Sicherheit. Er ist der Faktor schlechthin für diese Mannschaft, weil er seine Mitspieler gut coacht. Auch Jan Koch wird an seiner Seite noch besser werden.“

Darauf hofft auch der 23-jährige Koch, der bisher in dieser Saison alle Regionalliga-Spiele bestritten hat. Der Verteidiger sagt: „Für mich ist es überragend, neben so einem erfahrenen Mann zu spielen. Man hat auch gleich gemerkt, dass er uns Sicherheit geben und die Jungs führen kann.“

Koch setzt darauf, dass sich das Zusammenspiel noch verbessert. Er sagt: „Dass Robert noch nicht richtig im Rhythmus ist, ist normal. Aber ich denke, mit seiner Erfahrung kann er uns unheimlich helfen. Ich bin froh, dass er wieder da ist.“ Für Koch, der gegen Meuselwitz in der 94. Minute den umjubelten Siegtreffer für Energie erzielte, steht ein besonderes Spiel an. Am Freitag spielt der FCE beim Berliner AK (17 Uhr/LR-Liveticker). Dort war Koch in der vergangenen Saison unumstrittener Stammspieler. Der gebürtige Oberpfälzer schaut indes nur auf Energie und verdeutlicht: „Wir wollen den Abstand zur Spitze Spiel für Spiel verringern. Am Freitag wollen wir auch gewinnen und versuchen, noch einmal Anschluss nach oben zu finden.“

Dafür wäre es wichtig, dass Müllers Rücken den Belastungen in der Regionalliga standhält. Den ersten Härtetest hat seine Achillesferse vorerst bestanden.

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 Jan Koch will sich an der Seite von Routinier Müller weiter verbessern.
Jan Koch will sich an der Seite von Routinier Müller weiter verbessern. FOTO: FC Energie
 Selbst ein hartes Foul konnte Robert Müller bei seinem Comeback am Sonntag nicht stoppen. Der Routinier soll der Abwehr mehr Stabilität geben.
Selbst ein hartes Foul konnte Robert Müller bei seinem Comeback am Sonntag nicht stoppen. Der Routinier soll der Abwehr mehr Stabilität geben. FOTO: Steffen Beyer
 Jan Koch will sich an der Seite vo Routinier Müller weiter verbessern.
Jan Koch will sich an der Seite vo Routinier Müller weiter verbessern. FOTO: FC Energie