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5:0 - Wollitz lobt seine Energie-Elf

Energie Cottbus jubelt über den klaren Auswärtssieg bei Germania Halberstadt.
Energie Cottbus jubelt über den klaren Auswärtssieg bei Germania Halberstadt. FOTO: Christiane Weiland
Halberstadt. Energie Cottbus behält in der Regionalliga Nordost eine blütenweiße Weste. Bei Aufsteiger Germania Halberstadt gewannen die Lausitzer am Sonntag klar mit 5:0 (3:0). Dafür gibt es ein großes Lob vom Trainer. Jan Lehmann

So fielen die Tore: Mit dem ersten schnellen Cottbuser Angriff bekam Fabio Viteritti zentral an der Strafraumgrenze den Ball. Mit der breiten Brust des verlustpunktfreien Spitzenreiters nutzte der Cottbuser den Freiraum und schon zum 1:0 (11.) ein. Nur sieben Minuten später musste Viteritti nur noch den Fuß zum 2:0 (18.) hinhalten. Maximilian Zimmer hatte nach einem Konter den Überblick behalten und Ball quer in den Fünf-Meter-Raum gepasst. Traumhaft herausgespielt war dann das 3:0 (35.) durch Streli Mamba. Nach einem Schnittstellenpass von Fabio Viteritti spitzelte er den Ball ins Netz. Beim 4:0 (70.) ließ Streli Mamba erst clever für Maximilian Zimmer den Ball durch. Doch sein Teamkollege legte sofort wieder quer und Mamba erzielte aus der Drehung sein achtes Saisontor.

So ging Energie ins Spiel: Der FCE startete vom Papier her so offensiv wie nie in die Begegnung. Trainer Wollitz stellte mit Marcelo, Kevin Weidlich, Felix Geisler, Maximilian Zimmer, Fabio Viteritti und Streli Mamba sechs sehr offensiv ausgerichtete Akteure auf. Nach der Gelb-Rot-Sperre für Tim Kruse und der neuerlichen Verletzung von Jonas Zickert spielte der Brasilianer Marcelo auf der Sechser-Position. Energie so offensiv wie nie - damit sollte die herausragende Position im deutschen Fußball verteidigt werden: Die Lausitzer waren vor Spielbeginn in den vier obersten deutschen Liga - also unter 148 Teams - die einzige Mannschaft, die noch eine völlig reine Liga-Weste hatte.

So verlief die Partie: Entgegen der extrem offensive Aufstellung hielten sich die Cottbuser anfangs mehr in der eigenen Spielhälfte auf. Irgendwie clever: So musste Halberstadt kommen - und Energie konnte kontern. Das taten die Lausitzer extrem effektiv, Viteritti vollendete die ersten beiden Angriffe zur frühen 2:0-Führung (11./18.).

Zwischendurch hatte der Halberstädter Patrik Twardzik die Latte getroffen (16.), insgesamt waren die Platzherren sogar anfangs die deutlich aktivere Mannschaft. Doch Germania-Trainer Andreas Petersen hatte ja zuvor schon im RUNDSCHAU-Interview geahnt: "Viteritti, Weidlich, Marcelo de Freitas, Mamba – und jetzt auch noch Zimmer dazu. Mein lieber Herr Gesangsverein, die glänzen ja nicht nur im Eins gegen Eins – sondern auch im Eins gegen Zwei. Hallelujah! Das werden wir auch am Sonntag merken." So präsentierte sich Energie weiterhin sehr ballsicher und vor allem zielstrebig. Das dritte Tor durch Mamba (35.) war erneut ein Konter, das Spiel damit schon entschieden.

Kurz darauf hatte Marcelo ein Doppelchance, traf nach einem Eckball erst die Latte, dann den Pfosten (37.). Der Brasilianer zog im Mittelfeld die Fäden und hielt den Latten auch defensiv dicht. Damit ist er eine gute Alternative für die Sechser-Position.

Nach der Pause versuchten die Cottbuser, die Partie zu kontrollieren. Erste Halbzeit Konter, zweite Halbzeit Ballbesitz. So kann man die Energie-Erfolgsformel aus Halberstadt zusammenfassen. Die Wollitz-Elf präsentierte sich zeitweise extrem überlegen, vor allem in den Eins-gegen-Eins-Situationen, die Halberstadt-Coach Petersen vorab schon befürchtet hatte. Das vierte Cottbuser Tor entsprang dann doch wieder einem Konter, Mamba erzielte bereits einen achten Saisontreffer (70.). Wenig später bereitete der Angreifer mit seinem schnellen Antritt das fünfte Cottbuser Tor vor, Marcelo zimmerte die Kugel knallhart in den Winkel (76.).

Bemerkenswert: Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz wechselte mit Leon Schneider das nächste Talent aus der Lausitzer Sportschule ein. Der 17-Jährige erlebte am Sonntag sein Debüt in der Regionalliga Nordost. Eine schöne Randnotiz an einem tollen Tag für den FCE.

Das sagen die Trainer:
Claus-Dieter Wollitz (Cottbus): "Wir sind sehr respektvoll aufgenommen worden, das war sehr angenehm - schon weit vor dem Spiel. Die drei Aktionen, die in der ersten Halbzeit zu den Toren geführt haben - wie sie ausgeführt worden, mit welcher Konzentration, mit welcher Überzeugung, mit welcher Klasse - dafür gebührt der Mannschaft ein großes Kompliment. Ich habe ihr schon in der Halbzeit gesagt: Das macht mir Spaß. Viele sagen, Energie Cottbus sei das Nonplusultra. Das mag vielleicht sein. Aber das ist eine komplett junge Mannschaft. Was sie ausmacht, ist ihr Zusammenhalt. Es geht um die Art wie man auftritt und wie sich Spieler im Verein Energie Cottbus entwickeln. Für diesen Moment können wir sehr, sehr glücklich sein."

Andreas Petersen (Halberstadt): "Die Enttäuschung ist da, die Ernüchterung ist da. Wir wollten schon die erste Mannschaft sein, die dem großen Favoriten die ersten Probleme macht. Wir waren auch ganz gut im Spiel, die Zuschauer waren bestimmt anfangs überrascht, wie offen das Spiel war. Dann werden wir dreimal ausgekontert. Wir haben heute ganz schlecht verteidigt, uns wurden die Grenzen aufgezeigt. Wir sind nicht richtig zur Sache gegangen, sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen. Wir haben es Cottbus zu einfach gemacht. Wir haben auch nicht die Qualität, nach dem 3:0 noch einmal zurück zu kommen. Da ist in der Kabine der Kopf unten gewesen. Da hätte ich eigentlich sagen können: ,Pele' lass uns mal abbrechen. Dann machen wir eher Pressekonferenz, dann seid ihr eher zu Hause.‘ Da hätte man elf Spieler auswechseln können. Das ist ein Lernprozess, das tut auch richtig weh. Wir können uns noch nicht mit Energie Cottbus messen, so weit sind wir einfach noch nicht. Dieses 5:0 muss man einfach mal runterschlucken, da darf auch jeder mal ein Bier mehr trinken. Es war einfach eine gute Leistung vom Gegner. Übertrieben ist das momentan Bayern München in der Liga. Das muss man anerkennen. Wir müssen uns mit Bautzen, Auerbach, Meuselwitz auseinandersetzen - das ist unser Niveau."

Die Video-Reaktionen der Spieler gibt es hier: "Es hat sich wunderbar angefühlt"

So sieht die Statistik aus:

Germania Halberstadt - Energie Cottbus 0:5 (0:3)

Halberstadt: Büchel - Eggert, Lacheb, Blume - Baloki, Boltze - Twardzik, Hübner (69. Franjic), Beil, Messing (69. Francesci) - Michel (69. Nattermann)

Cottbus: Spahic - Startsev, Stein, Karbstein, Schlüter - Marcelo - Weidlich (74. Gehrmann), Zimmer (78. Schneider), Viteritti (74. Ziegenbein), Geisler - Mamba

Tore: 0:1 Viteritti (11.), 0:2 Viteritti (18.), 0:3 Mamba (35.), 0:4 Mamba (70.), 0:5 Marcelo (76.), Schiedsrichter: Hempel (Großnaundorf), Zuschauer: 1094, Gelbe Karten: Beil, Messing, Boltze / Zimmer;

Im Ticker zum Nachlesen: Germania Halberstadt - Energie Cottbus

So sieht es in der Tabelle aus: Nach der Niederlage von Lok Leipzig gegen Viktoria Berlin ist der BFC Dynamo aktuell der einzige ernsthafte Verfolger der Cottbuser, die seit Saisonbeginn ohne Wackler auf Rang 1 stehen.

So geht es weiter: Am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) kommt es im Cottbuser Stadion der Freundschaft zum Regionalliga-Spitzenspiel. Tabellenführer Energie Cottbus empfängt den Tabellenzweiten BFC Dynamo.

Und wie sehen Sie es? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zum Spiel!