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| 15:56 Uhr

Fußball
„Männer“-Lob für Energie-Youngster Schneider

In Kaiserlautern gab es für Leon Schneider eine Umarmung von Trainer Wollitz.
In Kaiserlautern gab es für Leon Schneider eine Umarmung von Trainer Wollitz. FOTO: imago/Werner Schmitt / wolfstone-photo
Cottbus. Der Cottbuser Jung-Profi Leon Profi überzeugt beim Sieg auf dem Betzenberg mit Zweikampfstärke und Ruhe am Ball. Dafür bekommt er ein spezielles Lob von den Kollegen. Von Jan Lehmann

Beinahe hätte es Leon Schneider wieder erwischt. Schon bei seinem Debüt in der Cottbuser Startelf hatte der 18-Jährige bei der Auswärtsniederlage bei Fortuna Köln (1:3) mit einem groben Schnitzer das erste Gegentor eingeleitet. Beim Cottbuser Auswärtssieg am Freitagabend in Kaiserslautern war er an der brenzligsten Situation erneut beteiligt – allerdings dieses Mal unschuldig.

Bei Lauterns einziger echte Torchance in der 74. Spielminute flipperte der Ball mehrmals durch den Cottbuser Fünf-Meter-Raum, bis an das Knie von Schneider. Dass die Kugel von dort knapp über das Energie-Tor flutschte und die Lausitzer quasi im Gegenzug das 2:0 erzielten, darf man wohl als Glück des Tüchtigen werten. Denn Schneider verdiente sich mit einer tadellosen Leistung nicht nur die Umarmung seines Trainers Claus-Dieter Wollitz, sondern auch ein spezielles Lob seines Abwehrkollegen José-Junior Matuwila: „Leon hat gespielt wie ein richtiger Mann, das hat mir sehr gut gefallen“, so Matuwila, der mit Respekt anerkannte: „Er hat sich reingehauen, hat alles gegeben. Für das Alter war das eine starke Leistung.“ Auch Mittelfeldspieler Kevin Weidlich betonte nach dem Sieg vor 24005 Zuschauern: „Vor so einer Kulisse spielt man nicht alle Tage. Die Abwehrkette hinten hat gestanden, Leon hat als 18-Jähriger ein tolles Spiel gemacht.“

Beim Sturm auf den Betzenberg von Kaiserslautern hatte Wollitz überraschend auf eine Abwehr-Dreierkette gesetzt und mit der Nominierung von Schneider viel Mut bewiesen. Mit Avdo Spahic (21) und Felix Geisler (21) standen zudem zwei weitere junge Akteure, die aus dem Cottbuser Nachwuchs stammen, in der WM-Arena auf dem Rasen. Schneider überzeugte mit Zweikampfstärke und Ruhe am Ball – der Trainer hatte ihm zuvor den Rücken gestärkt. Direkt nach dem Patzer von Köln hatte Wollitz betont: „Ich bin überzeugt, dass Leon mittelfristig die Möglichkeit hat, hier Stammspieler zu werden.“

In Kaiserslautern machte der gebürtige Eisenhüttenstädter dafür einen weiteren Schritt in die richtige Richtung. Dennoch ist ungewiss, ob er am Samstag im Heimspiel gegen die Sportfreunde Lotte (14 Uhr) wieder in der Startelf steht. Normalerweise ist davon auszugehen, dass Wollitz wieder zur Viererkette mit den beiden Innenverteidigern Marc Stein und José-Junior Matuwila zurückkehrt. Zumindest bei Stein ist allerdings immer noch unklar, ob er spielen kann. Nach seinem Nasenbeinbruch gab es dazu am Montag noch keine Entscheidung.

Leon Schneider 
kam als Elfjähriger auf die 
Lausitzer Sportschule nach Cottbus.
Leon Schneider kam als Elfjähriger auf die Lausitzer Sportschule nach Cottbus. FOTO: Steffen Beyer