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| 20:15 Uhr

Zu viele Konter von Hertha BSC II
2:5 – Energie verliert wildes Spiel in Berlin

 Auch Routinier Dimitar Rangelov konnte Energie am Dienstagabend nicht die nötige Ruhe in den Aktionen vermitteln.
Auch Routinier Dimitar Rangelov konnte Energie am Dienstagabend nicht die nötige Ruhe in den Aktionen vermitteln. FOTO: FuPa Brandenburg / Sven Bock
Berlin. Das ist der erste Rückschlag in der neuen Saison. Die junge Cottbuser Mannschaft lässt sich bei der 2:5-Niederlage am Dienstagabend zu oft von Hertha BSC II auskontern. Doch es gibt auch Lichtblicke. Von Frank Noack und Jan Lehmann

Energie Cottbus muss den ersten Rückschlag in der neuen Regionalliga-Saison verkraften. Am Dienstagabend verlor die junge Cottbuser Mannschaft in einem teils vogelwilden Spiel mit 2:5 (2:2) bei Hertha BSC II.

Berkan Taz (39.) und Felix Brügmann hatten Energie zwar zum zwischenzeitlichen Ausgleich gebracht. Doch die Gegentore durch Rico Morack (18), Muhammed Kiprit (21.), Palko Dardai (54.), Florian Krebs (63.) und Maximilian Pronichev (81.) waren schlichtweg zu viel. Energie offenbarte viele Abstimmungsprobleme in der Defensive. In der Offensive gab es dennoch einige Lichtblicke, die Hoffnung machen.

Berkan Taz, bester Cottbuser am Dienstag, erklärte: „Wir haben nach den beiden Gegentoren gut aufgeholt. Dann hätten wir sogar das 3:2 machen können. Doch stattdessen gab es ein Kontertor und dann ging es ein bisschen bergab.“

 FCE-Angreifer Felix Brügmann traf kurz vor der Pause zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich.
FCE-Angreifer Felix Brügmann traf kurz vor der Pause zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich. FOTO: FuPa Brandenburg / Sven Bock

Nach dem geglückten Auftakt mit dem 3:1-Sieg gegen die VSG Altglienicke veränderte Trainer Claus-Dieter Wollitz seine Startelf nur auf einer Position. Jonas Zickert rückte einen Tag nach seiner Vertragsunterschrift beim FCE direkt in die Startelf und ersetzte dort im zentralen Mittelfeld Colin Raak. Der gebürtige Cottbuser Zickert ist seit neun Jahren beim FCE. Nach langwierigen Verletzungsproblemen hat er nun einen neuen, leistungsbezogenen Kontrakt beim FCE unterschrieben. Trainer Wollitz sagt: „Wir hoffen, dass er jetzt richtig Gas gibt.“

Noch nicht dabei war dagegen Ibrahim Hajtic (21) von den Würzburger Kickers. Er saß im Amateurstadion in Berlin auf der Tribüne. Die Verpflichtung des 1,93 Meter großen Innenverteidigers hatte der FCE am Dienstagmorgen bekannt gegeben. Er soll die Lücke schließen, die der Abgang von Leon Schneider zum 1. FC Köln verursacht. Der 19-jährige Schneider gab am Dienstag seine Abschiedsvorstellung im Energie-Trikot. Er wird in dieser Woche in Köln einen Vertrag über vier Jahre bis 2023 unterschreiben.

Am Dienstag wirkte er allerdings wie seine Mitspieler nicht immer sicher. So konnte auch er den frühen Doppelschlag nicht verhindern: Nach einem scharf getretenen Eckball von Palko Dardai, dem Sohn des einstigen Hertha-Coaches Pal Dardai, köpfte Rico Morack den Ball am kurzen Pfosten zum 1:0 (18.) für die Gastgeber ins Netz. FCE-Keeper Lennart Moser war machtlos. Der 19-jährige Torhüter spielte mit einem großen Pflaster über dem rechten Auge. Er hatte sich bei einem Zusammenprall im Auftaktspiel eine Platzwunde zugezogen.

Auch beim zweiten Gegentreffer war Moser dann machtlos. Nach einem Ballverlust von Berkan Taz konnte Energie einen Berliner Konter nicht verhindern. Und Hertha-Angreifer Muhammed Kiprit dribbelte sich dann clever bis vor das Cottbuser Tor, ehe er dann zum 2:0 (21.) einschob.

FCE-Trainer Wollitz protestierte nach diesem Doppelschlag wild, er hatte ein Foul an Taz gesehen. Doch das half nichts, Schiedsrichter Michael Wilske aus Bretleben in Thüringen erkannte das Tor an und zeigte Wollitz stattdessen die gelbe Karte.

Energie versuchte danach, wieder ins Spiel zu finden. Nach schönem Pass von Dimitar Rangelov hatte Taz freistehend die Chance zum Anschlusstreffer, scheiterte aber an Hertha-Keeper Dennis Smarsch (32.).

Es wurden weiterhin Abstimmungsprobleme in der Cottbuser Mannschaft sichtbar, Hertha fand immer wieder Lücken in der FCE-Defensive.  Angesichts des schwierigen Neuaufbaus  beim FCE war das kaum verwunderlich. Dass die junge Cottbuser Mannschaft dennoch Potenzial hat, wurde in der 39. Minute deutlich. Nach schönem Zusammenspiel von Rangelov und Taz traf der Leihspieler von Union Berlin zum 1:2. Danach war Energie besser im Spiel, viel lief über Taz, jubeln durfte dann Felix Brügmann. Nach einem Seitfallzieher von Paul Gehrmann schob der aus Jena gekommene Stürmer den Ball aus Nahdistanz zum Ausgleich über die Linie (44.).

Auch nach der Pause blieb es ein wildes Spiel. Als Brügmann und Rangelov gerade eine Doppelchance vergeben hatten, konterte Hertha erneut. Dardai überlief die aufgerückte Cottbuser Abwehr und traf zum 3:2 (54.). Dieses Gegentor brachte Energie auf die Verliererstraße, weil FCE-Keeper Moser danach auch den platzierten Schuss von Herthas Florian Krebs aus 20 Metern zum vierten Gegentor (63.) passieren lassen musste. 4:2 – diese Führung brachte Hertha nun über die Runden. Weil Taz (72.) und Broschinski (74.) gute Cottbuser Chancen vergaben, auf der Gegenseite aber noch Pronichev (81.) traf.