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| 21:08 Uhr

Fußball
0:2 – Energie verliert im Münchner Regen

Bitteres Eigentor: Vom Bein des Cottbusers Daniel Stanese sprang der Ball zum 0:1 über Avdo Spahic ins Netz.  Foto: Eibner
Bitteres Eigentor: Vom Bein des Cottbusers Daniel Stanese sprang der Ball zum 0:1 über Avdo Spahic ins Netz. Foto: Eibner FOTO: Eibner Pressefoto / EIBNER/Florian_Schust
München . Energie Cottbus müht sich redlich bei 1860 München – doch die „Sechzger“ bringen einfach mehr Wucht aufs Feld. Der FCE verliert mit 0:2 (0:1). Von Frank Noack

Am Ende standen die Profis von Energie Cottbus und ihre etwa 1000 Cottbuser Anhänger am Freitagabend wie begossene Pudel im Löwenkäfig von 1860 München. Die 0:2 (0:1)-Niederlage im Münchner Regen  bedeutete für die Lausitzer inklusive des bitteren Pokal-Ausscheidens gegen Freiburg die fünfte sieglose Partie in Folge. Energie rutschte nach dem Eigentor von Daniel Stanese (33.) und dem Treffer von Karger (58.)  auf Rang acht in der Tabelle ab.

Dabei lieferte der Drittliga-Aufsteiger über 90 Minuten eine engagierte Leistung ab. Die Cottbuser Profis erfüllten die Vorgabe von Trainer Claus-Dieter Wollitz, den Gegner wieder mit mehr Laufbereitschaft und Gegenpressing zu bearbeiten.

Wollitz ließ mit Maximilian Zimmer und Andrej Startsev zwei Stammspieler auf der Bank. Er betonte: „Nicht weil sie komplett enttäuscht haben. Es geht aber um Frische und darum, die ganze Mannschaft mitzunehmen.“ Zudem installierte er so mit Daniel Stanese einen weiteren Zweikämpfer im Mittelfeld. Kevin Weidlich rückte für Startsev in die Abwehrkette und Fabian Graudenz sollte für offensiven Schwung sorgen.

Doch im Stadion an der Grünwalder Straße traf Energie eben auf einen ganz besonderen Mitaufsteiger. Während die Cottbuser auch zum Transferschluss am Freitag keinen weiteren Neuzugang vermelden konnten, verpflichteten die Löwen mal eben noch den Franzosen Romuald Lacazette vom SV Darmstadt – der elfte Neuzugang der finanzkräftigen „Sechzger“.

Entsprechend selbstbewusst traten die „Löwen“ auf. Dreimal musste Energie in der ersten halben Stunde kräftig durchatmen. Bereits nach 13 Spielminuten drang Herbert Paul von rechts in den Strafraum und donnerte den Ball an die Latte, Keeper Avdo Spahic war da noch mit der Hand dran.

Kurz danach die nächste Zittersituation: Als Streli Mamba nach einem Foul von 1860-Kapitän Felix Weber an der Schulter behandelt werden musste, gab es die größten Befürchtungen. Weil Kevin Scheidhauer nach seiner Operation noch länger ausfällt, ist Mamba derzeit der einzige Energie-Angreifer, der schon Drittliga-Tauglichkeit nachgewiesen hat. Der 24-Jährige konnte aber weiterspielen.

Die Münchner setzen Energie weiter unter Druck, vor allem über den wuchtigen Angreifer Adriano Grimaldi. Der spurtete in der 27. Minute genau in die Schnittstelle und war frei vor Spahic. Er legte den Ball am Energie-Keeper vorbei, verzichtete aber fairerweiser darauf einen Elfmeter zu schinden.

Entlastung für Energie gab es nur selten – und wenn dann über Standardsituation. Als Marcelo in verheißungsvoller Schussposition  gefoult wurde, trat der Lausitz-Brasilianer selbst an den Ball. Sein Geschoss landete an der Latte, da hätte Löwen-Keeper Hendrik Bonmann keine Chance gehabt (31.). Dies war der Augenblick, an dem Energie den Zipfel zum Auswärtssieg in der Hand hatte. Doch das Matchglück hat den FCE seit dem bitteren Ausgleich des SC Freiburg in der 90. Spielminute irgendwie verlassen.

Das Tor fiel dann auch auf der anderen Seite – ebenfalls nach einem ruhenden Ball. Der lange Freistoß von Phillip Steinhart war schwer zu verteidigen und sprang letztlich vom Bein des Cottbusers Daniel Stanese unhaltbar ins eigene Tor (33.).

In der Halbzeit-Pause erklärte Energies Co-Trainer Frank Eulberg bei „Telekom Sport“: „Wir sind gut im Spiel drin und werden noch unsere Möglichkeiten bekommen. Wir haben viele Dinge umgesetzt, die wir uns vorgenommen haben und sehen uns hier noch nicht geschlagen.“

Doch mit welchem schier übermächtigen Gegner es die Cottbuser am Freitagabend zu tun hatten, wurde mit Anpfiff der zweiten Halbzeit noch einmal klar. Da wechselten die Gastgeber mal eben noch Angreifer Sascha Mölders und mit ihm die Erfahrung von 103 Erstliga-Spielen ein. Bei Energie kam derweil in der 60. Minute mit Moritz Broschinski ein 17-Jähriger aufs Feld. Der A-Junior hatte zuletzt mit fünf Toren in der U19-Regionalliga auf sich aufmerksam gemacht.

Doch der Doppelsturm der „Löwen“ mit Mölders und Grimaldi strahlte mehr Gefahr aus. Die Münchner hatten allerdings auch ihre Sorgen. Keeper Bonmann verletzte sich beim Abschlag und musste behandelt werden. Er versuchte weiterzuspielen, doch in der 55. Minute war Schluss. Für ihn kam Ersatzkeeper Marco Hiller aufs Feld. Keine sonderliche Schwächung, dieser Torhüter hatte in der vergangenen Saison 17 Mal zu Null gespielt.

Ohnehin musste Energie sich mehr nach hinten orientieren. Spätestens nach dem 0:2 durch Nico Karger (58.) nach einem Konter nahm die Niederlage im Löwen-Käfig ihren Lauf. Die Cottbuser mühten sich zwar weiter redlich, erarbeiten sich einige Chancen – doch am Ende standen sie punktlos im Regen.

Streli Mamba musste nach einem harten Foul behandelt werden. Für Energie eine Schrecksekunde, doch der Torjäger spielte weiter.
Streli Mamba musste nach einem harten Foul behandelt werden. Für Energie eine Schrecksekunde, doch der Torjäger spielte weiter. FOTO: Eibner Pressefoto / EIBNER/Florian_Schust
Youngster Moritz Broschinski wurde in der 60. Minute eingewechselt.
Youngster Moritz Broschinski wurde in der 60. Minute eingewechselt. FOTO: Frank Hammerschmidt