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| 17:05 Uhr

Von Michael Jordan bis Tim Wiese
Diese Stars wechselten die Sportart

Exklusiv | Berlin. Usain Bolt hat am Freitag mit den Fußballprofis von Borussia Dortmund trainiert. Der Jamaikaner ist nicht der erste Top-Athlet, der sich in einer neuen Sportart versucht. Viele haben schon Gehversuche in anderen Disziplinen unternommen - mit höchst unterschiedlichem Erfolg.

Sprintlegende Usain Bolt hat am Freitag am BVB-Training teilgenommen. Bolt machte dabei eine ordentliche Figur. Nach einigen kurzen Stretching- und Lauf-Einheiten ging es schnell mit dem Ball zur Sache: In unterschiedlichen Zusammenstellungen wurde locker gespielt, und Bolt konnte glänzen. Schon vor ihm gab es zahlreiche andere prominente Quereinsteiger, die mehr als nur ein Talent besitzen.

Michael Jordan: Der frühere Star der Chicago Bulls wurde sechsmal mit seinem Klub NBA-Champion und gilt als bester Basketballer der Geschichte. Auf dem Zenit seines Schaffens wurde Jordan 1993 Baseballprofi und erfüllte damit seinem ermordeten Vater einen Wunsch. Jordan spielte bis 1995 für das unterklassige Team der Birmingham Barons – mit eher mäßigem Erfolg.

Paolo Maldini: Die Klub-Ikone des AC Mailand gewann als Fußball-Profi fünfmal die Champions League. Im hohen Alter von 49 Jahren suchte Maldini eine neue Herausforderung, schulte zum Profi-Tennisspieler um und trat beim ATP-Challenger-Turnier in Mailand an. Der Frauenschwarm spielte an der Seite seines Trainers Stefano Landonio im Doppel, schied aber in der ersten Runde nach einem wenig schmeichelhaften 1:6 und 1:6 aus.

Conor McGregor: Der Ire ist zwar zweifellos der prominenteste unter den sonst eher Eingeweihten vertrauten Käfigkämpfern der Ultimate Fighting Championship (UFC). Sein Wechsel in den Boxring ließ ihn jedoch in neue finanzielle Sphären vorstoßen. Für seinen Kampf gegen den vielfachen Box-Weltmeister Floyd Mayweather im August 2017 kassierte McGregor 75 Millionen Dollar. In einem wenig spektakulären Duell besiegte der Boxer den Mixed-Martial-Arts-Kämpfer allerdings recht deutlich.

Dennis Rodmann: Der skandalträchtige Basketballer machte nicht nur mit seiner Freundschaft zum nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un von sich reden. Noch während seiner aktiven NBA-Karriere stieg er in der ehemaligen Wrestlingliga WCW in den Ring und traf dort unter anderem auf Karl Malone, eine andere NBA-Legende.

Josh Lambo: Lambo startete seine sportliche Karriere auf dem Fußballplatz. Bis 2011 stand der Amerikaner beim MLS-Klub FC Dallas unter Vertrag. Der Torhüter lief sogar zweimal für die U17-Nationalmannschaft auf. Doch der große Durchbruch blieb ihm verwehrt. Lambo wechselte daher die Sportart – mit Erfolg. Seit 2017 ist Lambo American-Football-Spieler beim NFL-Klub Jacksonville Jaguars. Zuvor spielte er zwei Jahre für die San Diego Chargers in der National Football League.

Axel Kruse: Für Hansa Rostock, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt und den VfB Stuttgart ging Axel Kruse in der 1. und 2. Bundesliga auf Torejagd. Mit 30 Jahren musste er nach einer Knieverletzung seine Fußballerlaufbahn beenden, fühlte sich aber noch fit genug, um eine zweite Sportkarriere zu beginnen. Zwei Jahre später heuerte Kruse bei den Footballern von Berlin Thunder an und holte mit dem Team als Kicker in vier Jahren zwei World-Bowl-Titel.

Manfred Burgsmüller: Kruse ist nicht der einzige, der nach der Fußballkarriere beim Football landete. Auch Manfred Burgsmüller wechselte den Ball gegen das Ei. Zwischen 1969 und 1990 lief Bürgsmüller in 446 Spielen für Rot-Weiss Essen, Borussia Dortmund, den 1. FC Nürnberg und Werder Bremen in der Bundesliga auf. Mit Bremen wurde er 1988 sogar Deutscher Meister. Nach seinem Karriereende schulte Burgsmüller um. Sechs Jahre lang stellte er bei Rhein Fire in der NFL Europe sein Können unter Beweis. Zweimal gewann er den World Bowl, zwei weitere Male erreichte er das Finale.

Tim Wiese: Nach einer langen Karriere als Bundesliga-Torwart hat er zunächst bemerkenswert viel Muskelmasse zugelegt und sich in seinem Erscheinungsbild den US-Wrestlern rapide angenähert. Nach langwierigen Spekulationen nahm er 2016 schließlich eine Einladung in ein Trainingscamp an und kämpfte unter dem Pseudonym "The Machine" in einem Sechs-Mann-Kampf in der Münchner Olympiahalle. Fortan geriet seine Karriere jedoch ins Stocken. Für weitere Auftritte hätte es das Wrestlingunternehmen WWE zur Bedingung gemacht, dass er für drei Jahre in die USA ziehe, erklärte Wiese zur Begründung.

Fabien Barthez: Als Fußball-Torhüter gewann er mit der französischen Nationalmannschaft 1998 den Weltmeistertitel im eigenen Land, 2000 die Europameisterschaft und wurde nebenbei Welttorhüter des Jahres. Ganz so hoch hinaus ging es in seiner zweiten Karriere nicht. Als Rennfahrer nahm er aber zumindest sporadisch am Carrera-Cup und der GT-Meisterschaft in Frankreich teil.

Bo Jackson: Vincent Edward "Bo" Jackson hat etwas ganz besonderes geschafft. Dem Amerikaner gelang es, parallel eine Karriere in der nordamerikanischen Baseball-Liga (MLB) und der US-Football-Liga (NFL) zu absolvieren. Von 1986 bis 1990 lief Jackson für den MLB-Klub Kansas City Royals auf. Obwohl Jackson bereits Baseball spielte, wurde er 1987 von den Los Angeles Raiders an 183. Stelle gedraftet. Und Jackson bewies eindrucksvoll, dass man in zwei Sportarten erfolgreich sein kann. Bis heute ist er der einzige Spieler, der in beiden Ligen ins All-Star-Team gewählt wurde.

Sven Hannawald: Der heutige TV-Experte setzte als Skispringer Maßstäbe, gewann 2002 als Erster bei der Vierschanzentournee alle vier Springen. Im Anschluss suchte der Publikumsliebling den Kick im Motorsport. Als Rennfahrer beim ADAC GT Masters fuhr er an den ersten drei Rennwochenenden zweimal aufs Treppchen. In seiner zweiten Saison musste er sich mit hinteren Plätzen begnügen. 2015 machte der heute 43-Jährige Schluss mit dem Motorsport.

Eric Heiden: Der US-Eisschnellläufer war bei den Olympischen Winterspielen 1980 in Lake Placid der Superstar und gewann alle fünf Goldmedaillen - als bislang einziger Mann in der Olympia-Geschichte. Nach dem Ende seiner Karriere wechselte Heiden ins Radprofi-Lager, wurde 1985 US-Meister im Straßenrennen und nahm 1986 bei der Tour de France teil. Dort musste er wegen Verletzungen allerdings nach der 18. Etappe aussteigen.

Christa Luding-Rothenburger: Die Eisschnellläuferin gewann bei den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajevo und 1988 in Calgary Gold. Auch im Radsport war die Dresdnerin erfolgreich und holte bei den Sommerspielen 1988 in Seoul Silber im Bahnsprint. Sie war die erste Frau, die sowohl bei Winter- als auch bei Sommerspielen olympisches Edelmetall gewann.

(old)