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Weltcup in Oberhof
Dahlmeier wird vor Olympia nicht nervös: „Wird schon werden“

Hat in der Verfolgung Körner gelassen und wird für die Staffel geschont: Laura Dahlmeier. Foto: Martin Schutt
Hat in der Verfolgung Körner gelassen und wird für die Staffel geschont: Laura Dahlmeier. Foto: Martin Schutt FOTO: Martin Schutt
Oberhof. Laura Dahlmeier und Simon Schempp werden die Staffelrennen beim Heim-Weltcup in Oberhof wohl von zu Hause verfolgen. Die siebenmalige Biathlon-Weltmeisterin reiste ebenso wie ihr Teamkollege schon vorzeitig aus dem Thüringer Wald ab. Von Sandra Degenhardt, dpa

Von Nervosität ist bei Laura Dahlmeier fünf Wochen vor den Olympischen Winterspielen noch keine Spur. Auch wenn für die Biathlon-Königin, von der in Pyeongchang nicht weniger als mindestens ein Mal Olympia-Gold erwartet wird, die Saison bisher alles andere als optimal verlief.

„Bei uns zu Hause sagt man: Wird schon werden“, erklärte die 24-Jährige leicht genervt auf die Nachfrage in Sachen Formaufbau. Denn allmählich rückt ihre Olympia-Form in den Fokus.

Flog ihr in der Vorsaison der Erfolg zu, geht es für Deutschlands Sportlerin des Jahres derzeit deutlich schwerer. Sinnbildlich dafür war ihre Verfassung nach der Verfolgung beim Heim-Weltcup in Oberhof. Nach Platz sieben saß Dahlmeier nach dem Zieleinlauf eine gefühlte Ewigkeit völlig fertig am Boden. Sie war kreidebleich, schloss immer wieder die Augen, ihr Blick war vor Erschöpfung leer - Erinnerungen wurden wach an die WM 2017 in Hochfilzen, als sie nach Siegen zweimal kollabierte. Da verausgabte sie sich völlig, ging im Kampf um WM-Gold über die Grenzen. Nur Oberhof ist keine WM.

So könnte ausgerechnet im Olympia-Jahr die Gesundheit Dahlmeiers Goldmission gefährden. Den Weltcup-Auftakt hatte die passionierte Bergsteigerin wegen eines grippalen Infekts verpasst. Der nächste Infekt zwischen den Weihnachtsfeiertagen zwang die Partenkirchnerin zur Absage für die World Team Challenge auf Schalke. Auch ihr Start in Oberhof stand erst kurzfristig fest, sie wirkte im Sprint als 13. und Siebte des Jagdrennens noch nicht wieder topfit. Läuferisch ist sie noch nicht auf dem Niveau der Vorsaison und derzeit reichen keine 95 Prozent, um dennoch in die Top drei zu laufen. Zu stark ist die Konkurrenz um die viermalige Saisonsiegerin Anastasiya Kuzmina.

Fakt ist: Nach ihrer Vorsaison mit dem historischen WM-Fünffach-Triumph, zehn Saisonsiegen und dem Gewinn des Gesamtweltcups steht Dahlmeier unter einem immensen Erfolgsdruck - vor allem von außen. Aber auch ihre Ansprüche sind erheblich gewachsen. Doch bisher stehen erst ein Sieg und zwei Podestplätze zu Buche - zu wenig für Dahlmeiers Klasse.

Dennoch bleibt sie optimistisch. „Es überwiegt die Freude, dass es schon wieder ganz gut gegangen ist. Ich habe wieder einen Schritt nach vorne gemacht“, sagte Dahlmeier, die geschont wurde und die Staffel in Oberhof am Sonntag ausließ. Der zweite Heim-Weltcup in Ruhpolding und dann die Olympia-Generalprobe in Antholz sollen nun zum Olympia-Formbau genutzt werden.

Gleiches gilt für Simon Schempp. Deutschlands Nummer eins plagen seit Ende Dezember massive Rückenprobleme. Er sei gefühlt mehr bei der Behandlung als beim Training, sagte der Uhinger. Nach Platz 34 im Sprint verzichtete er auf Verfolgung und Staffel. „Ich hoffe, dass ich das schnell in den Griff bekomme“, meinte der 29-Jährige. Doch auch dem Massenstart-Weltmeister, der noch ohne Podiumsplatz in diesem Winter ist, sitzt die Zeit im Nacken.

So schafften die deutschen Skijäger, bei denen auch Erik Lesser erkältet fehlte, bei ihrem ersten Heimspiel kein Einzelpodest. Beste Platzierungen waren die Ränge vier für Franziska Hildebrand im Sprint und Rang neun für Benedikt Doll in der Verfolgung. Dennoch geben sich die Bundestrainer mit Blick auf den Saisonhöhepunkt gelassen.

„Wer jetzt schon in Höchstform ist, da bin ich mir nicht sicher, ob er das in fünf Wochen auch noch ist“, sagte Damen-Coach Gerald Hönig. „Jetzt ist das Wichtigste, dass die Mädels gesund bleiben und mit Vertrauen das Konzept, was mir mit ihnen vorhaben, angehen.“ Auch Männer-Kollege Mark Kirchner hält nichts von Panikmache. „Ich sehe uns immer noch auf einem guten Weg. Wir sind im Plan.“ Gleichwohl könnte es in der Vorbereitung auf Pyeongchang besser laufen.

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