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| 07:15 Uhr

Großbaustelle BVB
Stöger-Aus beim BVB wohl beschlossen

Dortmund. Peter Stöger hat als Trainer von Borussia Dortmund wohl keine Zukunft. Lucien Favre wird bereits als Nachfolger gehandelt. Gianni Costa

Ein paar Kilometer weiter im benachbarten Gelsenkirchen haben viele die Nachricht mit dem Ausdruck größtmöglichen Bedauerns zur Kenntnis genommen. Aus dem Umfeld von Borussia Dortmund war die Nachricht durchgesickert, Peter Stöger habe als Trainer des BVB über den Sommer hinaus keine Zukunft mehr. Viele Anhänger des FC Schalke 04 halten indes große Stücke auf den Übungsleiter des verhassten Rivalen - denn mit dem Österreicher ist in Lüdenscheid-Nord das spielerische Mittelmaß geradezu kultiviert worden. Keine Spur mehr vom atemberaubenden Tempofußball der vergangenen Jahre. Es sagt viel über die derzeitige Qualität der Bundesliga aus, dass Dortmund trotzdem noch auf Platz drei rangiert - hinter dem FC Bayern München und (Höchststrafe!) den Königsblauen.

Spätestens nach dem desolaten 0:6 in München hatte es auch Stöger gedämmert, dass es für ihn keine Perspektive in Westfalen geben würde: "Davon kann man wohl ausgehen. Man muss schauen, welche Rädchen man drehen muss - das sind meiner Meinung nach nicht nur Rädchen, sondern ein paar Räder." Der BVB steht vor größeren Umbaumaßnahmen - und ein Bestandteil wird sehr wahrscheinlich der Trainerposten sein. Stöger jedenfalls verbreitet nicht gerade die nötige Aufbruchstimmung. Er gibt maximal den Verwalter, der einen hochveranlagten Kader irgendwie über die Ziellinie bringen will. Wer für ihn kommt? Vieles hängt davon ab, wie der FC Bayern sich entscheidet. Lucien Favre, noch bei Nizza engagiert, ist einer der gehandelten Namen. Marco Rose, der die Westfalen mit RB Salzburg aus der der Europa League warf, ein anderer.

In Dortmund hat man lange geglaubt, es geht schon irgendwie weiter. Auf Jürgen Klopp folgte Thomas Tuchel. Der damit verbundene Wandel im Verein wurde nie offen moderiert. Dadurch entstanden Gräben innerhalb und vor allem auch außerhalb der Organisation. Und dann war da auch noch der Anschlag auf die Mannschaft. Auch hernach hieß die Anordnung aus der Führungsetage: weiter! Es ging aber einfach nicht so weiter. Irgendwann in dieser Zeit ist es zu einem Bruch gekommen. Man sieht dem Team an, dass es nur noch Fußball abarbeitet.

Der Verein will, wie es im Branchen-Sprech heißt, neue Impulse setzen. Mathias Sammer ist als "externer Berater" verpflichtet worden, Sebastian Kehl (38) absolviert ein internes Aufbauprogramm, an dessen Ende er spätestens 2021 Michael Zorc (55) als Sportdirektor beerben soll.

So zumindest der Plan - das sportliche Abschneiden wird starken Einfluss darauf haben, wie lange Kehl Zeit zur Vorbereitung in der zweiten Reihe bekommt - oder schon deutlich früher den Ton angibt.