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Kommentar
Bayern darf mutig sein

Real Madrid hat gerade noch rechtzeitig bewiesen, dass es aus sterblichen Menschen besteht. In der spanischen Liga ist der große Klub im Kampf um die Meisterschaft längst klar abgeschlagen. Und im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals offenbarte der Titelverteidiger beim 1:3 gegen Juventus Turin verblüffende Schwächen. Das kann den Bayern Mut machen.

Die Münchner wiederum sind nach der Rückkehr von Jupp Heynckes auf den Trainerposten in der nationalen Meisterschaft mal wieder auf dem Alleingang. In der Champions League konnten sie den ganz Großen bis jetzt aus dem Weg gehen. Ohne erkennbares Wackeln, die erste Halbzeit im Viertelfinale von Sevilla mal ausgenommen, spielte sich der deutsche Rekordmeister in die Vorschlussrunde. Auch das macht ihm Mut. Dass spätestens in dieser Runde die Tagesform die entscheidende Rolle spielen wird, erlebten die Münchner vor einem Jahr. Da war im Viertelfinale der spätere Titelträger Real die Endstation für die Bayern, weil die im Hinspiel im eigenen Stadion nach passablem Start längere Phasen der Schlamperei einstreuten. Madrid gewann durch zwei Tore von Cristiano Ronaldo mit 2:1, für die Münchner war das noch sehr gnädig. Im Rückspiel brachten die Bayern Real an den Rand des Ausscheidens; der Gastgeber setzte sich mit 4:2 nach Verlängerung durch. Auch da hatte Madrid keine übermenschlichen Wesen auf dem Rasen. Wie sagen Trainer in solchen Situationen: "Das Spiel ist völlig offen." Recht haben sie.

Robert Peters

(RP)