Seit dem Jahr 1995 ist die Spinnmaschine nach englischem Vorbild, die bis zur Wende noch in Betrieb war, in Forst zu besichtigen. Das Ausstellungsobjekt ist mit 164 Spindeln eine abgespeckte Version des Originals, das über 420 Spindeln verfügte. Somit konnte Anfang des 20. Jahrhunderts mit dieser Maschine die Arbeit von 420 Handspinnern erledigt werden. Noch heute sollen Maschinen dieses Typs in Italien im Einsatz sein. Ersatzteile sind allerdings mittlerweile schwer zu bekommen. Bei Führungen wird die Maschine in Betrieb genommen und gezeigt, wie über zehn Vorgarnwalzen Garn gesponnen wird. Dabei fährt der Wagen mit den Spulen vom Streckwerk weg, während das Streckwerk verzogenes Vorgarn bereitstellt. Die drehenden Spindeln verdrehen das Vorgarn zum Garn, gleichzeitig findet noch einmal ein Verzug statt, da der Wagen schneller wegfährt als das Streckwerk Vorgarn liefert. Angetrieben wird die Spinnmaschine durch eine Deckenvorgelage-Transmission mit Treibriemen und Seil. Die Spinnmaschine wurde hauptsächlich zur Herstellung von Obertrikotagen, Mänteln, Anzügen und Hosen verwendet. Jörg Ciszewski