Klaus Mayer, seit fast 45 Jahren Vereinsmitglied und in einer schwierigen Zeit fünf Jahre Sektionsleiter Fußball, hat sich vom Vortrag positiv überrascht gezeigt. „Ich hätte nicht gedacht, Neues zu erfahren. Das Gründungsdatum 9. März 1912 kannte ich nicht“, sagte er.

Es war damals ein Samstag, an dem sich Adolf Sikora, Albert Eisleben, Kurt Prox und Alfred Gottschlich mit weiteren acht Enthusiasten zusammen gefunden hatten, um den Finsterwalder Ballspielclub zu gründen. Das Eintrittsgeld betrug eine Reichsmark und der monatliche Beitrag wurde auf 50 Reichspfennig festgesetzt. Schon in der Gründungsversammlung wurde beschlossen, Fußballtore anzuschaffen. Da man einige Spieler des Fußballclubs „Lustige Brüder“ kannte, wurde angeregt, sich mit diesen zusammen zu schließen. In einer außerordentlichen Versammlung am 17. April 1912 erfolgte die Vereinigung. Doch bereits zwei Tage später musste wegen Machtrangeleien ein neuer Vorstand gewählt werden.

Fritz Grune wurde zum 2. Vorsitzenden, des nun „Vorwärts“ heißenden Ballspielclubs, gewählt. Mit neuem Fußball spielten die Männer auf einem „Sturzacker“ am „Waldfrieden“. Nach den Bolzereien wurde in der Gaststätte Waldfrieden viel über den „sozialdemokratischen“ Vereinsnamen debattiert. So kam es im Februar 1913 zur neuen Namensgebung „Sparta“. Als Sparta gab es das erste offizielle Spiel gegen die „freie Turnerschaft“ Finsterwalde, das mit 6:0 gewonnen wurde. Nachdem sich der Klub 1913/14 den Meistertitel gesichert hatte, konnte das Spielfeld an der Kirchhainer Straße gepachtet werden.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde am 12. Juni 1919 der Verein als Finsterwalder Sportverein Sparta ins Vereinsregister eingetragen. Seit 1921, als er anlässlich eines Sportfestes mit den Fußballern des „Vereins für Bewegungsspiele“ in einer gemeinsame Stadtauswahl gespielt hatte, wurde eine Vereinigung mit dem VfB angestrebt. Vorläufer des VfB war „Reunion“, ein Fußballclub von Kaufmannsgehilfen, der am 17. März 1912 gegründet worden war. Nach langwierigen Verhandlungen kam es am 18. August 1924 im alten Ratskeller auf dem Finsterwalder Markt zum Zusammenschluss unter dem Namen „Spielvereinigung“, dem 62 Mitglieder zustimmten. Herbert During wurde 1. Vorsitzender.