Die Montagearbeiten gehen in den Endspurt. Im 1901 errichteten Betsaal, der zu Knastzeiten Speiseraum und Turnhalle war, leuchten Trampolin, Rutsche, Kletterturm in bunten Farben. Über Laufgänge sind die Elemente miteinander verbunden. Eine eigene Spielecke gibt es für die ganz Kleinen. Im Eingangsbereich legen Handwerker letzte Hand an den Tresen an. Er gehört zu einem Bistro mit etwa 50 Sitzplätzen, verteilt am Rand der Spielfläche.

Das Spielhaus ist gemeinsam mit der angrenzenden Kita 65 der dritte frühere Knastkomplex mit neuer Nutzung. In die 3,1 Millionen Euro teure Gesamtinvestition, zu der auch eine Versorgung der Gebäude mit alternativer Energie gehört, fließen 2,6 Millionen Euro Fördergeld von Bund und Land. Das 106 000 Euro teure Spielgerät bezahlt die Stadt. „Luckau bekommt ein Angebot, das nicht jeder hat. Wir versprechen uns davon Gäste aus nah und fern, die Leben ins historische Stadtzentrum bringen“, sagt Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos).

Ingo Haberland erzählt, er sei sofort Feuer und Flamme gewesen, als die Verpachtung des Spielhauses ausgeschrieben wurde. Der 41-jährige Vater zweier Kinder im Alter von neun und dreieinhalb Jahren ist Geschäftsführer und Mitgesellschafter im Luckauer Autohaus Tosch. Das will er auch bleiben, sich aber im Zweiterwerb um die Spieloase kümmern. „Sowas hat mich gereizt, seit ich 2005 während eines Urlaubs in Straubing erstmals einen Indoor-Spielplatz sah“, blickt er zurück. „Wenn wir Attraktives für junge Familien schaffen, nutzt das auch dem ortsansässigen Gewerbe“, erklärt er, warum seine beiden unterschiedlichen Jobs durchaus zusammenpassen.

Für den Indoor-Spielplatz hat Ingo Haberland eine Mitarbeiterin eingestellt. Weitere könnten je nach Resonanz folgen. In die Ausstattung des Bistros hat er bislang mehr als 20 000 Euro investiert. Zur monatlichen Pacht von 600 Euro kommen Betriebs- und Personalkosten. Reich werde er mit dem Spielhaus sicherlich nicht, sagt der Pächter und schmunzelt. „Ich habe einfach Freude daran, ein neues Projekt zu wagen“, gesteht er.

Für einen Schnuppertag wird der Indoor-Spielplatz zum Weihnachtsmarkt am 3. Dezember ab 15 Uhr gegen einen geringen Obolus erstmals seine Pforten öffnen. Am 12. Dezember folgt die offizielle Inbetriebnahme. Mittwochs bis freitags von 15 bis 19 Uhr, sonnabends, sonntags, feiertags sowie in den Ferien von 10 bis 19 Uhr können die Jungen und Mädchen dann ihre Spiellandschaft in Besitz nehmen. Die Eintrittspreise belaufen sich auf 2,90 pro Stunde für Kinder und 1,50 Euro pro Stunde für die begleitenden Erwachsenen. Die Tageskarte soll für Kinder 3,90 Euro und für Erwachsene 1,90 Euro kosten. Für Gruppen seien Sonderöffnungszeiten auf Anfrage möglich, sagt Ingo Haberland. Für zünftige Kindergeburtstags-Feiern wird im Bistro eine extra Partyecke eingerichtet, kündigt er weiter an.

Nähere Informationen zum Spielhaus in der alten JVA finden Interessierte auch im Internet unter www.indoor-spielplatz-luckau.de.