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| 02:40 Uhr

Spielerlebnis fürs Wohnzimmer

FOTO: Kein Fotograf erkannt!
Cottbus. Computerspiele liegen im Trend. Die RUNDSCHAU testet in loser Folge spektakuläre Neuerscheinungen auf dem Spielemarkt für Computer und Playstation. Heute die PSVR-Brillen. Michael Siering

Als kleines Weihnachtsgeschenk erreichte die Redaktion der LAUSITZER RUNDSCHAU kurz vor dem Fest auch endlich eine der heiß begehrten PSVR-Brillen für einen ausführlichen Test. Nachdem fehlendes Equipment wie Kamera und Move-Controller besorgt waren, stürzte ich mich in das Abenteuer Virtuelle Realität. Ob und für wen sich die mit rund 399 Euro (nur VR-Brille, Kamera + Movecontroller zusätzlich) zu Buche schlagende Investition lohnt, erfahren Sie im folgenden Test.

Bevor ich die Brille aufsetzen konnte, musste ich mich aber erst einmal mit einer Vielzahl an Neuverkabelung kämpfen. Dank der von Sony mitgelieferten detaillierten Anleitung war dies aber kein Problem, und nach etwa 15 Minuten war ich startklar. Zugegeben, die etwas sperrigen und teilweise sehr dicken Kabel muss man erst einmal dezent versteckt bekommen, damit der "oh mein Gott"-Faktor diverser Mitbewohner im Wohnzimmer nicht allzu groß ist.

Das Anpassen der leicht klobig wirkenden Brille an jedwede Kopfform lässt sich stufenlos bewerkstelligen, und nach dem Aufsetzen war ich vom angenehmen Tragekomfort der Brille positiv überrascht. Mal eben noch die mitgelieferten Ohrstöpsel angebracht und die Brille konnte per Knopfdruck gestartet werden.

Für mich als absoluten Neuling im Bereich VR war der erste Eindruck überwältigend. Vor mir bauten sich Welten auf (The Playroom VR), durch die ich mich gottgleich bewegen konnte. Äußere Einflüsse verschwanden recht schnell, und ich bekam nach kurzer Zeit ein Gefühl der Immersion (des im Spiel seins).

In den ersten Minuten meiner neuen VR-Erfahrung mit Sonys kostenloser Beigabe "The Playroom VR" (Download über den Playstore möglich) und dem Anspielen einer der Brille beigelegter Demo-Disc reagierte ich noch unwissentlich und recht zögerlich auf das Geschehen um mich herum. Bequem saß ich immer noch auf der Couch, während ich mich per Brille durch fremde Welten bewegte. Nach etwa einer halben Stunde bekam ich das dann auch zu spüren. Die sogenannte Motion Sickness (Übelkeit durch Bewegung) machte sich in meinem Magen breit, und ich musste meinen ersten Ausflug mit der VR-Brille beenden. Irgendwie wollte mein Gehirn nicht verarbeiten, dass meine Augen Bewegung realisierten, während der Körper noch an der Couch klebte. An dieser Stelle kann ich aber beruhigen, da sich dieser Effekt immer weiter minimierte, je öfter ich mit der Brille am Spielen war. Nach etwa zwei Wochen im Test ist es mir nun möglich, mich über mehrere Stunden in der virtuellen Welt aufzuhalten, ohne Übelkeit zu verspüren. Eine schrittweise Ausweitung der VR-Sessions ist daher für Neulinge absolut angebracht.

Das Angebot an Spielen ist derzeit noch recht überschaubar. Über den Playstore lassen sich diverse Demos und Minispiele laden, die preislich zwischen zehn und 20 Euro angesiedelt sind. Der absolute "Killertitel", das Must Have, ist aber noch nicht dabei. Das soll sich jedoch spätestens am 24. Januar ändern, wenn mit "Resident Evil 7" der erste große Vollpreistitel mit VR-Unterstützung im Laden steht.

Überrascht war ich allerdings von einer kleinen Spieleperle aus dem Hause Ubisoft. Angelehnt an das Kartenspiel "Die Werwölfe von Düsterwald" haben die Entwickler mit "Werewolves Within VR" (ca. 30 Euro) einen auf viel Kommunikation ausgerichteten Titel an den Start gebracht. Bis zu acht Dorfbewohner (jeder wird von einem realen Spieler verkörpert) versammeln sich um einen virtuellen Tisch, um einen oder mehrere Werwölfe unter sich zu enttarnen. Dazu stehen einige Sonderrollen (Astrologe, Heiliger, Spürnase usw.) mit Sonderfähigkeiten zur Verfügung. Die Werwölfe selbst versuchen durch Lug und Trug auf andere zu lenken, um selbst nach Ablauf der Sanduhr zu gewinnen. Derart gesellige Runden, auch gut geeignet um sich mit anderen deutschsprachigen Spielern zum Thema VR auszutauschen, habe ich noch nie erlebt. Für mich schon ein klarer Kaufgrund für Sonys VR-Brille.

Wohin die Reise VR in Zukunft gehen wird, muss sich zeigen, vieles hängt natürlich vom zu erwartenden Spiele-Lin Up für 2017 und darüber hinaus ab. Ich kann jedoch eine klare Kaufempfehlung aussprechen, denn wer sich Zeit nimmt, um in das neue Erlebnis einzutauchen und wer kleine Abstriche in der Grafikqualität machen kann, sollte die Brille einfach mal im Fachhandel oder bei Freunden ausprobieren, bevor er rund 400 Euro über den Tresen reicht.

Die Playstation VR ist kompatibel mit allen PS4-Systemen, benötigt aber eine Playstation-Kamera (separat erhältlich) und optional, für eine noch bessere Immersion, die Move-Controller.

Grafisch hingegen unterscheiden sich die Erlebnisse mit einer klassischen PS4 und der seit Kurzem erhältlichen PS4 Pro. Die Pro-Variante zaubert schärfere Bilder mit besseren Kontrasten vor Augen. Spaß macht VR aber mit allen Versionen.

Hinweis: Alle genannten Spiele unterlagen einer USK-Prüfung und wurden unterschiedlich bewertet. Die ist vor dem Kauf zu prüfen.

Alle Tests unter

www.l r-online.de/games