Allein im südöstlichen Bundesstaat Victoria sind 100 Ermittler im Einsatz. Allerdings würden die Schuldigen nur selten gefasst, sagte der Kriminologe Damon Muller. Brandstiftung sei leicht zu begehen, häufig gebe es kein ersichtliches Motiv; Langeweile und die Sucht nach Aufmerksamkeit stecken hinter vielen der Taten. Bis Dienstagabend (Ortszeit) entdeckten Helfer insgesamt 181 Todesopfer. Die Behörden gehen allerdings davon aus, dass die Opferzahl noch weit über 200 steigen wird. "Jeder, der etwas gesehen oder gehört hat, soll sich bei uns melden", sagte die hochrangige Polizeibeamtin Christine Nixon. Die Feuerwehrleute hätten etliche Brände beobachtet, bei denen sie nicht glauben könnten, dass diese tatsächlich auf natürliche Weise entstanden sind. Die Behörden gehen davon aus, dass die Brände noch eine Woche andauern werden. Während Helfer aus dem ganzen Land herangezogen werden, läuft auch die Hilfe aus dem Ausland an. In Neuseeland stehen 100 Feuerwehrleute auf Abruf bereit, aus den USA könnte im Laufe der Woche ein Team in den von den Flammen heimgesuchten Gebieten eintreffen. Die britische Königin Elizabeth II. kündigte eine Spende an den Victorian Bushfire Fonds an. Über die Höhe der Summe wurden keine Angaben gemacht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) übermittelte Australiens Premierminister Rudd ihre Anteilnahme. In Kinglake und Marysville, 100 Kilometer nordöstlich von Melbourne, steht kaum noch ein Haus. Insgesamt wurden mindestens 750 Gebäude zerstört, 350 000 Hektar Wald sind verbrannt. "Es gibt immer noch viele Leichen, mehr als 50, die noch nicht identifiziert worden sind", sagte der Regierungschef des am schlimmsten betroffenen Bundesstaats Victoria, John Brumby. Neben Victoria wüteten die Feuer am Dienstag auch in New South Wales und South Australia weiter. Viele Menschen machten den fatalen Fehler und harrten in ihren Häusern aus, kämpften gegen die Flammen oder versuchten, in letzter Minute zu fliehen. Dabei würden immer noch viele von den Flammen überrascht und in ihren Autos eingeschlossen. "Die Menschen müssen verstehen, dass eine zu späte Flucht meistens tödlich ausgeht", sagte ein Feuerwehrmann. dpa/ig