Die Lithium-Ionen-Zellen gelten nach wie vor als neuester Stand der Technik. Daran wird sich nach Einschätzung von Fachleuten beispielsweise der Fraunhofer-Gesellschaft langfristig auch nichts ändern.

Entscheidender Grund dafür sind die physikalisch-chemischen Eigenschaften von Lithium, die für die Stromspeicherung optimal sind.

Lithium ist das leichteste Metall und sehr reaktionsfreudig. Lithium-Atome geben relativ leicht Elektronen ab. Gleichzeitig verfügt das Metall über das höchste Standardpotenzial aller chemischen Elemente. Darunter versteht man den Spannungsunterschied zwischen Lithium-Ionen (geladene Teilchen Li+) und dem Lithium in atomarer Reinform.

Das ist wichtig, um am Ende einen Elektronenfluss (Strom) zu „erzeugen“. Außerdem sind die bei der Elektronenabgabe entstehenden Lithium-Ionen sehr klein, so dass sich sehr viele von ihnen relativ einfach beispielsweise in die meist verwendeten Kohlenstoffstrukturen einlagern.

Lithium selbst liegt in der Natur in seiner Reinform eigentlich nie vor, weil das Metall sehr leicht reagiert. Lithium-Verbindungen, die sich für die Batteriezellenproduktion eignen, sind aber trotzdem relativ günstig verfügbar. Die größten Lithium-Lagerstätten weltweit finden sich in Südamerika, Australien und auch in Afrika. Im Dezember 2018 hat sich mit der baden-württembergischen Firma Acisa erstmals ein deutsches Unternehmen direkten Zugriff auf eine große Lithium-Lagerstätte in Bolivien gesichert.

Aber – Vorteil für die Lausitz – auch in Sachsen finden sich offenbar abbauwürdige Lagerstätten mit Lithium-Verbindungen, die für die Zellen-Produktion geeignet sind. Beispielsweise können sie mit dem sogenannten Zinnwaldit im nahen Erzgebirge abgebaut werden. Dort gehen Fachleute bisher von etwa 500 000 Tonnen Lithiumcarbonat aus, das allein auf der deutschen Seite der deutsch-tschechischen Grenze gewonnen werden kann. Die Batterie eines Elektroautos braucht derzeit etwa 50 Kilogramm dieses Materials. Das heißt, allein mit diesen Vorkommen könnten rund zehn Millionen Fahrzeuge ausrüstet werden. Auf der tschechischen Seite der Grenze liegt noch einmal doppelt so viel.

Vorteilhaft ist auch die Tatsache, dass mit dem Chemie-Unternehmen BASF-Schwarzheide ein großer Player angekündigt hat, in die Produktion von Kathoden-Material für Batteriezellen einsteigen zu wollen. Die Kathoden-Produktion umfasst etwa 70 Prozent der Wertschöpfung bei der Batteriezellen-Produktion.