Der 25-Jährige aus Königswinter, der die Schülerin nach eigenem Geständnis vor gut zwei Wochen vergewaltigt und anschließend erstochen hat, ist den Fahndern zufolge nach eigenem Bekunden homosexuell.
Für die Fahnder ist die Festnahme des geständigen 25-Jährigen gleichwohl ein großer Erfolg. 359 Spuren haben sie bearbeitet, nachdem die Leiche von Hannah am Montag vergangener Woche unweit einer Straßenbahn-Haltestelle in Königswinter-Oberdollendorf gefunden worden war. 500 Menschen wurden überprüft, 152 von ihnen wurden genetische Fingerabdrücke abgenommen. Die Speichelprobe Nummer 21 brachte die Bonner Mordkommission auf die Spur des Täters.
Der Fahrzeug- und Gebäudereiniger hatte auf einem Gelände in der Nähe der Haltestelle gearbeitet, an der Hannah am Abend des 29. August zuletzt von Zeugen gesehen worden war. Der Abgleich seiner Speichelprobe mit den DNA-Spuren vom Fundort der Leiche waren für die Fahnder ein Volltreffer. Der 25-Jährige wurde in seiner Wohnung in Königswinter festgenommen und legte nach Angaben des Bonner Staatsanwalts Michael Hermesmann im anschließenden Verhör ein „detalliertes, umfassendes Geständnis“ ab.
Demnach ergibt sich folgender Ablauf der Tat: Nachdem Hannah um 20.28 Uhr auf dem Heimweg von einem Besuch bei einem Freund aus der Straßenbahn ausgestiegen ist, überwältigt der 25-Jährige seine ahnungsloses Opfer. Er fesselt und knebelt das Mädchen, und dann wartet der Mann erst einmal ab: Er versteckt sich mit der Schülerin in der weiteren Umgebung der Haltestelle. Als sich abendliche Ruhe über das Gelände gelegt hat, bringt er seine Gefangene zu einem geparkten Omnibus. Dort vergewaltigt er Hannah, ehe er mit seinem Opfer den Bus wieder verlässt und dem Mädchen mehrere Messerstiche in Oberkörper und Kopf versetzt. Die 14-Jährige verblutet. Die Leiche legt der Mörder anschließend in einem dichten Gebüsch auf einem benachbarten Firmengelände ab. Dort wird die tote Hannah fünf Tage später gefunden.
Eltern lassen ihre Kinder an den darauffolgenden Tagen nicht mehr alleine zur Schule gehen. Die Furcht der Menschen war durchaus berechtigt. Denn der 25-Jährige hatte es „nicht speziell auf Hannah abgesehen“ , wie Staatsanwalt Hermesmann am gestern betonte. (dpa/jt)