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| 11:45 Uhr

Weihnachten in der Lausitz
Danke sehr – aber leider völlig daneben

  Foto: SFC/Shutterstock.com
Foto: SFC/Shutterstock.com FOTO: SFC/Shutterstock.com
Unterm Weihnachtsbaum findet sich jedes Jahr allerhand Schönes und Spaßiges, Herzerwärmendes und Erbauliches. Aber auch Päckchen, bei denen der Schenkende einfach nur daneben liegt und die man auf keinen Fall haben möchte. Statt dem neuen Smartphone gibt es eine Küchenmaschine oder selbst gestrickte Socken. Die RUNDSCHAU hat sich in der Lausitz einmal umgehört, was hier die Menschen auf keinen Fall geschenkt haben möchten.

Mario Sandmann (48), Versicherungsvermittler aus Uebigau und Karnevalschef in Falkenberg: „Ob Weihnachten oder das gesamte Jahr über: Auf Krankheiten will ich gern verzichten. Nicht nur persönlich, sondern auch für alle meine Lieben, Freunde und Bekannte. Hauptsache, man ist gesund. Den Rest kann man sich kaufen - sagt man doch so schön.“

 Mario Sandmann (48) Versicherungsvermittler aus Uebigau und FCC-Präsident.
Mario Sandmann (48) Versicherungsvermittler aus Uebigau und FCC-Präsident. FOTO: LR / Sylvia Kunze

Marko Schubert (39), Sicherheitsfachkraft aus Finsterwalde: „Ich möchte zu Weihnachten auf keinen Fall Haushaltsgeräte geschenkt bekommen. Die kaufe ich mir immer alleine. Und ich möchte nicht, dass alte Streitgkeiten in der Familie ausgepackt werden, nur, weil man sich nach Monaten das erste Mal wiedersieht und immer noch einen Groll hegt. Wenn die Probleme ein dreiviertel Jahr lang keine Rolle gespielt haben, sollen sie das auch nicht unterm Weihnachtsbaum tun.“

 Marko Schubert (39), Sicherheitsfachkraft aus Finsterwalde.
Marko Schubert (39), Sicherheitsfachkraft aus Finsterwalde. FOTO: LR / Josephine Japke

Christine Lukas (39), Erzieherin aus Großräschen: Ich freue mich sehr über individuelle Geschenke, wo ich sehe, dass sich jemand Gedanken um mich macht. Einfach nur schenken, um des Schenkens willen, finde ich nicht gut. Was ich überhaupt nicht leiden kann, sind solche Weihnachtsgeschenke wie Hausschuhe oder Strümpfe. Ich mache aber schon vorher klar, was ich mag oder nicht mag.

 Christine Lukas (39) Erzieherin aus Großräschen.
Christine Lukas (39) Erzieherin aus Großräschen. FOTO: Peter Aswendt

Ramona Tiefel (54): „Einzelhandelskauffrau aus Weißwasser: Auf keinen Fall eine Modelleisenbahn. Denn mein Mann Volker hat sich seit 40 Jahren diesem Hobby verschrieben. Wir können also nicht noch eine Anlage daheim gebrauchen. Doch ich erinnere mich noch an ein Geschenk, da ging ich noch zur Schule. Ich bekam von meinen Eltern ein Stück Kohle, ein richtig gepresstes Brikett, wie man das so kennt. Da war ich tief traurig. Eine Rute hätte da nicht schlimmer sein können.“

 Ramona Tiefel aus Weißwasser.
Ramona Tiefel aus Weißwasser. FOTO: Arlt Martina

Susanne Grolle (34), Landschaftsarchitektin aus Cottbus: „Es ist gar nicht so einfach zu sagen, was mir als Geschenk nicht gefällt. Das hängt nämlich immer von den aktuellen Bedürfnissen ab. Wer mich kennt, weiß, dass ich Socken mag und dieses Jahr Küchengeräte brauche. Allerdings lehne ich Geschenke ab, die ohne Überlegung und Herzblut gemacht werden. Meine Lieben wissen zum Beispiel, dass ich mit Goldschmuck nichts anfangen kann und dass ich Nelken nicht mag.“

 Susanne Grolle (34), Landschaftsarchitektin aus Cottbus
Susanne Grolle (34), Landschaftsarchitektin aus Cottbus FOTO: Marion Hirche

Claudia Wolff (32), Arzthelferin aus Weißwasser: „Socken und Bügeleisen fallen mir da sofort ein. Bügeleisen hat immer etwas mit Arbeit zu tun. Socken sind so standardmäßig, die bei fast Jedem unterm Weihnachtsbaum liegen. Das mag ich nicht. Kleidung möchte ich auch nicht geschenkt bekommen, denn das ist garantiert die falsche. Das möchte ich mir selbst aussuchen und kaufen.

 Claudia Wolff aus Weißwasser.
Claudia Wolff aus Weißwasser. FOTO: Arlt Martina

Helga Kopischke (78) Rentnerin, Hoyerswerda: „Schlimme Erinnerungen an früher. Ich denke gerade an 1960, als ich in Flöha in Sachsen war. Im Krippenspiel der katholischen Jugend durfte ich die Maria sein. Bei dem Lied „Herbergssuche“ musste ich an meine schreckliche Flucht aus meiner brennenden Heimatstadt Kassel denken, die 1943 zerbombt worden war, und habe geweint.“

 Helga Kopischke, Rentnerin aus Hoyerswerda.
Helga Kopischke, Rentnerin aus Hoyerswerda. FOTO: Demczenko Katrin

Julia Gerhardt (13), Schülerin aus Lübbenau: „Ich möchte auf keinem Fall irgend etwas von Lego geschenkt bekommen. Mir sind die Männchen viel zu klein sind.“

 Weihnachts-Magazin 24.12.2018, Was ich nicht haben möchte Julia Gerhardt, 13, Schülerin aus Lübbenau
Weihnachts-Magazin 24.12.2018, Was ich nicht haben möchte Julia Gerhardt, 13, Schülerin aus Lübbenau FOTO: Wepprich Benjamin / BenjamBenjamin Wepprich

Simone Klotz (49), Textilfacharbeiterin und Apfelkönigin aus Guben: „Schlecht gelaunte Menschen und Katastrophen jeglicher Art kann ich zum Fest nicht gebrauchen, auch keine angebrannte Gans oder einen kaputten Kühlschrank. Ich wünsche mir auch, dass niemals mein Weihnachtsbaum brennt, denn ich bestückt meinen Tannenbaum jedes Jahr mit zwölf echten Kerzen. Auf keinen Fall möchte sie eine elektrische Zahnbürste und Socken geschenkt bekommen.“

 Simone Klotz (49), Textilfacharbeiterin und Apfelkönigin aus Guben
Simone Klotz (49), Textilfacharbeiterin und Apfelkönigin aus Guben FOTO: Ute Richter

Anke Baumgarth (52), Physiotherapeutin aus Elsterwerda: „Es sollte schon ein persönliches Geschenk sein, bei dem ich merke, dass sich jemand einen Kopf gemacht hat. Zum Beispiel hatte mir mal meine Zwillingsschwester eine Karte für ein Helene-Fischer-Konzert in Hamburg geschenkt. Dort sind wir beide hin. Ein wirklich unpassendes Geschenk habe ich noch nie erhalten. Ich halte auch nichts davon, Geld zu verschenken.“

 Anke Baumgarth (52), Physiotherapeutin aus Elsterwerda.
Anke Baumgarth (52), Physiotherapeutin aus Elsterwerda. FOTO: LR / Manfred Feller

Dorin Schrake (51), Geschäftsfrau aus Lübben: „Dass jemand auf den letzten Drücker losgeht und aus Panik irgend etwas kauft. Materielles wie teures Parfüm oder Goldschmuck brauche ich ohnehin nicht. Das hat für mich nichts mit Weihnachten zu tun. Ich freue mich am meisten, wenn jemand auf meine Wünsche eingeht, vor allem aber, wenn ich Heiligabend Zeit mit meiner Familie verbringen kann. Das ist viel mehr wert als materielle Dinge.“

 Dorin Schrake (51), Geschäftsfrau aus Lübben.
Dorin Schrake (51), Geschäftsfrau aus Lübben. FOTO: Andreas Staindl

Berit Petschke Kosmetikerin und Fußpflegerin aus Forst: „Was ich auf gar keinen Fall haben möchte, ist Stress. Ebenfalls kein Handygeklingel, keine SMS und keine Spiele auf dem Handy während der Feiertage. Auch auf Verlegenheitsgeschenke wie Unterwäsche, Schuhe, Socken, Kochtöpfe, alles Dinge, die man sich selber kauft, kann ich verzichten. Da kommt bei mir keine große Freude auf“.

 Berit Petschke Kosmetikerin und Fußpflegerin aus Forst.
Berit Petschke Kosmetikerin und Fußpflegerin aus Forst. FOTO: Angela Hanschke

Kathleen Schickor (32), Lampen-Designerin aus Spremberg: „Das schlimmste Weihnachtsgeschenk sind Haushaltsgeräte. Viele die sowas Frauen an Weihnachten schenken denken das ist praktisch. Aber ich will keine Geschenke, die praktisch sind, sondern die mir persönlich Freude bereiten.“

 Kathleen Schickor (32), Lampen-Designerin aus Spremberg.
Kathleen Schickor (32), Lampen-Designerin aus Spremberg. FOTO: Anja Guhlan

Daniel Herenz (39), Heizungsinstallateur aus Drebkau: „Auf keinen Fall möchte ich Schuhe zu Weihnachten haben. Das ist ein Geschenk, was mit  Kindheitserinnerungen zu tun hat. Ich habe am 5. Dezember Geburtstag und habe immer neue Schuhe bekommen. Die brauchte ich dann zwar für den Nikolaus nicht putzen, aber ich habe das gehasst. Aber jetzt habe ich keine Sorgen mehr damit, denn die, die mir was schenken, kennen mich und meine Vorlieben.“

 Daniel Herenz (39), Heizungsinstallateur  aus Drebkau
Daniel Herenz (39), Heizungsinstallateur aus Drebkau FOTO: Marion Hirche