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| 09:53 Uhr

Weihnachten in der Lausitz
Geschenke auf den letzten Drücker

 Der Heilige Abend ist nur noch Stunden entfernt. Was macht man nun, wenn man gar keine Idee für ein Geschenk hat?
Der Heilige Abend ist nur noch Stunden entfernt. Was macht man nun, wenn man gar keine Idee für ein Geschenk hat? FOTO: Stokkete/Shutterstock.com
Einkäufe in letzter Minute sind am 24. Dezember nichts Ungewöhnliches. Vor allem Männer stehen im Laden, suchen etwas für ihre Frauen. Einzelhändler aus Guben und Weißwasser erzählen, wie sie Kunden den Druck vorm Fest nehmen. 

Für viele Menschen ist die Weihnachtszeit alles andere als besinnlich. Stressige Shoppingtouren und die verkrampfte Suche nach dem perfekten Geschenk können so manchen Weihnachtsfan zur Verzweiflung treiben.

Dass der lästige Weihnachtseinkauf dann bis zum letzten Tag hinausgezögert wird, ist oftmals die Folge. In großen Städten wie Berlin, Dresden oder Cottbus ist Weihnachtsshopping auf den letzten Drücker in den vergangenen Jahren sogar richtig populär geworden, wie eine Umfrage von Trusted Shops aus dem Jahr 2017 zeigt, denn viele Leute hätten erst unmittelbar vor Weihnachten Zeit für Weihnachtseinkäufe. Außerdem haben die meisten Geschäfte am 24. Dezember (sofern der auf einen Wochentag fällt) zumindest bis zum frühen Nachmittag geöffnet. Doch was machen Bewohner in kleinen Städten, die kein großes Einkaufszentrum in der Umgebung haben?

Die Einzelhändlerin Jannett Weber von „Jannett-Textilien“ kennt das Kaufverhalten ihrer Kunden in der Weihnachtszeit und hat schon so manchem Einkaufsmuffel helfen können. „Es sind vor allem Ehemänner, die noch kurz vor dem Fest ein Geschenk für die Gattin suchen und dann ins Straucheln kommen“, sagt die Verkäuferin mit einem Schmunzeln. Besonders beliebt seien Dessous, Nachtwäsche und Modeschmuck in allen Variationen, die gern verschenkt werden. Auf Kleidungsstücke, die erst anprobiert werden müssen, verzichten die Last-Minute-Shopper meistens. Da sei ein Gutschein dann häufig die bessere Alternative.

 Jannett Weber setzt beim Verkaufsgespräch auf individuelle Beratung. Ihr vertrauen vor allem viele männliche Kunden, die für ihre Ehefrauen einkaufen.
Jannett Weber setzt beim Verkaufsgespräch auf individuelle Beratung. Ihr vertrauen vor allem viele männliche Kunden, die für ihre Ehefrauen einkaufen. FOTO: LR / Jenny Theiler

In einer kleinen Stadt nach dem perfekten Geschenk zu suchen, kann durchaus Vorteile haben, weiß Jannett Weber: „Wir kennen ja unsere Kunden und wissen auch meistens, wie wir ihnen am besten helfen können.“ Vor allem am Weihnachtsabend seien es immer wieder die selben Herren, die im Laden stünden. „Von Stammkundinnen haben wir auch die Konfektions- oder BH-Größe aufgeschrieben. Die Ehemänner können sich bei uns also darauf verlassen, dass das Geschenk dann auch wirklich passt“, sagt sie. Solche Vorzüge würde es bei großen Geschäften oder Handelsketten eher selten geben.

Mit Last-Minute-Einkäufen ist auch Dirk Constantin vom Geschäft „Sport Neumann“ bestens vertraut. „Sporttaschen, Ski-Unterwäsche oder Sportkleidung werden auch noch direkt vor dem Fest gern gekauft“, sagt er. Dass Frauen ihre Weihnachtseinkäufe deutlich eher erledigen als Männer, kann der Geschäftsführer ebenfalls bestätigen. „Glücklicherweise wissen die meisten Ehemänner aber die Konfektionsgröße ihrer Gattin. Da fällt die Beratung schon deutlich leichter“, sagt Dirk Constantin

Verlängerte Öffnungszeiten am Heiligen Abend bieten die Gubener Händler nicht an. „Das bringt nichts, wie wir auch aus den Vorjahren immer wieder bemerkt haben. Die Leute haben an so einem Tag anderes im Kopf“, sagt Jannett Weber. Außerdem ginge es auch nicht um Profitmaximierung kurz vor den Feiertagen, wie es vielleicht bei großen Einkaufszentren der Fall sei. „Ich möchte meinen Kunden, die in Eile einkaufen, nicht irgendetwas Teures aufschwatzen. Es bringt ja nichts, wenn sie es nach Weihnachten sowieso wieder umtauschen“, sagt Jannett Weber. Überzeugen statt überreden ist ein Verkaufscredo, das vor allem in einer kleineren Stadt wie Guben unverzichtbar ist. Hier kennen sich die Leute untereinander und gute Beratung spricht sich schnell herum.

Darauf hofft auch Doreen Hodea. Die Einzelhändlerin hat erst vor Kurzem das Geschäft „Frau Dings & ihr Gedöns“ eröffnet und setzt auch auf intensive Beratung. Das neue Geschäft an der Frankfurter Straße spricht alle kreativen Köpfe an und ist für Kunden geeignet, die gern einzigartige Dinge verschenken. „Es ist wichtig, dass man den Kunden nicht im Regen stehen lässt, wenn er beim Einkaufen unter Druck steht. Das würde sich wirtschaftlich auch einfach nicht lohnen“, sagt sie.

Ob sich beim Weihnachtsshopping im Internet noch der Expressversand lohnt, stellen auch einige Gubener Kunden mittlerweile in Frage. „Ich habe mit Onlinehandel zur Weihnachtszeit eigentlich immer positive Erfahrungen gemacht, aber im vergangenen Jahr haben wir die Lieferungen erst nach Silvester bekommen“, berichtet Andreas Brauning aus Guben. Auf den Blitzversand, den viele Onlineversandhäuser versprechen möchte sich der 39-Jährige in diesem Jahr nicht mehr verlassen. Auch wenn der Onlinehandel auch den Gubener Händlern schwer zusetzt, vertrauen viele Menschen in der Doppelstadt trotzdem lieber auf passgenaue Beratung, als auf das virtuelle Einkaufen. „Wir arbeiten in einer Stadt, in der viele ältere Menschen leben, die sich nicht so richtig mit dem Internet auskennen und dann eben lieber ins Geschäft gehen“, sagt Jannett Weber. Ob die Kunden gut beraten wurden oder nicht, zeigt sich an den Umtauschzahlen nach dem Weihnachtsgeschäft. „Wir haben sehr wenige Umtäusche nach den Feiertagen. Die meisten Kunden lösen ihre Gutscheine ein, die sie geschenkt bekommen haben“, sagt Jannett Weber. „Meistens haben wir nach den Feiertagen sogar noch deutlich mehr zu tun, als im Weihnachtsgeschäft“, ergänzt Dirk Constantin. Denn neben Gutscheinen und Geldgeschenken, die eingelöst werden, seien viele Leute zwischen den Feiertagen deutlich entspannter, da sie ihre Familien besuchen und sich für Shoppingtouren wieder Zeit nehmen können.

Der Heilige Abend ist nur noch Stunden entfernt. Doch was macht man nun, wenn man gar keine Idee für ein Geschenk hat? Man kann es sich einfach machen und „Zeit“ verpacken. Als Gutschein für eine Aktivität im kommenden Jahr.

 Ein Überblick über die Kalender der Region Weißwasser.
Ein Überblick über die Kalender der Region Weißwasser. FOTO: Regina Weiß

Apropos 2019 – da wäre doch der passende Jahreskalender gleich das Richtige, um einen Termin festzumachen. In der Region Weißwasser hat man bei den Kalendern gleich mal die Qual der Wahl, denn die Ecke hat so viele schöne Seiten, dass sie auch viele Monate füllt.

In der Buchhandlung H. Hugendubel GmbH & Co. KG in Weißwasser kann man gleich auf sieben Exemplare verweisen, die das Jahr 2019 bebildern. Sie zeigen Fotoimpressionen aus den drei Parks in Bad Muskau, Kromlau und Nochten, tolle Holzskulpturen aus der Werkstatt in Schleife oder sehenswerte Ausflugsziele aus dem Landkreis Görlitz. Das macht Lust auf mehrere Ausflüge.

Heißt also, ein bisschen mehr Zeit einpacken.