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| 10:26 Uhr

Weihnachten mit der RUNDSCHAU
Zwischen den Jahren in den Cottbuser Tierpark - ein Spaziergang lohnt

 Die beiden Sumatratiger fühlen sich im Außengehege sichtlich wohl. Nur ab und zu schauen sie jetzt in ihr Raubtierhaus.
Die beiden Sumatratiger fühlen sich im Außengehege sichtlich wohl. Nur ab und zu schauen sie jetzt in ihr Raubtierhaus. FOTO: Marion Hirche
Den Bewohnern des Tierparks Cottbus ist Weihnachten egal. Besucher aber können während eines Feiertags-Spaziergangs interessante Einblicke in das „Wintergeschäft“ in den Gehegen bekommen. Von Marion Hirche

Während sich die Besucher über einen Spaziergang im Tierpark an den Weihnachtsfeiertagen freuen können, ist das Fest für die Bewohner des Zoos eher unspektakulär. „Wir haben einen Futterplan für das ganze Jahr. Deshalb wird es an den Feiertagen nichts Besonderes geben. Die Pelikane kriegen vielleicht einen Fisch mehr, weil sie Nachwuchs haben, aber sonst stehen keine extra Happen bereit. Auch die jahrelang verfütterten Weihnachtsbäume wird es nur noch in geringer Stückzahl geben, denn sie haben sich nicht als Leckerbissen erwiesen“, sagt Zootierinspektor Mario Wolff.

Tierpfleger haben natürlich auch  Dienst an den Feiertagen. „Wer bei uns arbeitet, wusste das von vornherein“, erklärt die kaufmännische Leiterin des Tierparks, Una Wistuba.

Pünktlich zu Weihnachten haben die Tapire eine „Badsanierung“ hinter sich gebracht. Das Wasser im Planschbecken der drei Vierbeiner ist erneuert worden. „Eine Routinemaßnahme. Wenn die Tiere hier baden, dann verschmutzt alles. Um sie vor Krankheiten zu schützen, wird ihre Badewanne einfach gesäubert“, sagt Zootierinspektor Lutz Robel.

 Während die Badewanne der Tapire im Cottbuser Tierpark gesäubert wird, laben sich Bonita und  Moli im Wohnhaus.
Während die Badewanne der Tapire im Cottbuser Tierpark gesäubert wird, laben sich Bonita und  Moli im Wohnhaus. FOTO: Marion Hirche

Vor allem das Baird-Tapirpärchen ist eine echte Rarität.  Nur in drei weiteren deutschen Zooanlagen sind diese seltenen amerikanischen Hochlandlebewesen zu sehen. Die Cottbuser hoffen darauf, dass sich bei diesem Paar bald Nachwuchs einstellt.

Aber auch  die Flachlandmitgefährtin der beiden ist etwas Besonderes: Mit 35 Lenzen hat „Bente“ schon fast das jemals registrierte Höchstalter bei Tapiren von 36 Jahren erreicht. Im „Wohnhaus“ der Langnasen findet der Betrachter auch die Kaiserschnurrbart-Tamarine und  ein allein lebendes Jemen-Chamäleon. Von dort aus gelangt man auf kurzem Weg zu einer weiteren Attraktion: Die Sumatra-Tiger „Massat“ und „Tangse“ stromern am Tag durch ihr Außengehege und sind voller Tatendrang. Nach wie vor warten sie auf  ein Katzenmädel. Tierparkdirektor Dr. Jens Kämmerling dazu mit anderen Zoos im In- und Ausland im Gespräch.

Zu den beliebten Plätzen im Cottbuser Tierpark wird auch  am Ende des Jahres der Streichelzoo gehören. Äußerst attraktiv sind für die Gäste immer die Fütterungen, die beobachtet werden können. Grundsätzlich sind die Fütterungen im Tierpark bei den Besuchern beliebt: Auch Ende Dezember werden die Elefanten um 14.30 Uhr gefüttert, und um 15.15 Uhr gibt es die Mahlzeit für die Pinguine. Den Frackträger zuzuschauen, ist besonders unterhaltsam.

Die Cottbuser Humboldtpinguine haben übrigens Verwandte  in der ganzen Lausitz. Ihre Nachfahren fühlen sich inzwischen auch im Zoo in Hoyerswerda wohl oder schwimmen mit Gästen im Spreeweltenbad in Lübbenau. Zu den relativ neuen Tieren im Cottbuser Tierpark gehören die Baumstachelschweine, die erstmals 2018 Nachwuchs hatten. Das Baby fühlt sich allerdings mittlerweile im Hoyerswerdaer Zoo wohl.  Beim Rundgang durch den Tierpark erlebt man nach wie vor einmalige Vögel, obwohl einige von ihnen jetzt vor dem Winter geschützt im Vogelhaus untergebracht sind. Zootierinspektor Mario Wolff berichtet über einen besonderen Erfolg: „In diesem Jahr hatten wir erstmals fünf  Sattelstorchgeburten, so viele wie noch nie.“

  Foto: pixabay
Foto: pixabay FOTO: LR / pixabay

Sehenswert sind im Moment  die bei Paarungszeit besonders bunten Enten, Zwergsäger sowie Löffel- und Kolbenenten, die man in der im September eingeweihten, begehbaren Flamingoanlage beobachten kann.  Die rosa Stelzenvögel sind jetzt in ihr Winterquartier gezogen. „Spannend wird für uns das neue Jahr. Mal sehen, ob die grazilen Vögel trotz der neuen, ungewohnten Umgebung Nachwuchs haben werden“, sagt Mario Wolff.

Immer was los ist im Gehege der Kattas. Die gestreifte Lemurenart ist äußerst gesellig und die Tiere, die in der freien Natur in Madagaskar beheimatet sind, flitzen ausgelassen durchs Gehege – vor allem, wenn es etwas zu Fressen gibt.   Zudem hat Katta-Männchen „Ingo“ aus Augsburg 2018 für frisches Blut gesorgt.

Die kaufmännische Tierparkleiterin blickt auf ein gutes Jahr zurück. „Wir freuen uns, dass wir zunehmend auch Familien aus Polen begrüßen können. Wir haben ein Schülerprojekt auf den Weg gebracht, bei dem deutsche und polnische Mädchen und Jungen unseren Tierpark und den Botanischen Garten in der Partnerstadt Zielona Gora besuchen. Außerdem wird unsere neue Zooschule zum zweiten Schulhalbjahr fertig sein“, verrät Una Wistuba.