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| 07:30 Uhr

So schmeckt Weihnachten in der Lausitz
Ein Lebenstraum mit Omas Rezepten

 Inhaberin Nicole Kupsch bäckt im Senftenberger Marktcafé Weihnachtsplätzchen und Stollen.
Inhaberin Nicole Kupsch bäckt im Senftenberger Marktcafé Weihnachtsplätzchen und Stollen. FOTO: LR / Daniel Roßbach
Senftenberg. Dem Geheimnis, wie Weihnachten in der Lausitz schmeckt, ist die RUNDSCHAU im dritten Jahr auf der Spur. Baumkuchen aus Großräschen, Weihnachtsknacker aus Hosena, die Schwarze Mamba aus Jannowitz – in der Adventszeit werden die besten Sachen aufgetischt. Heute: Stollen und Plätzchen im Marktcafe Senftenberg.

„Dieses Café zu eröffnen, war ein Traum, den ich mir erfüllt habe“, sagt Nicole Kupsch über das Café am Markt, das sie seit Juni 2015 betreibt. Den Gedanken, „man müsste eigentlich ein Café machen“, habe die gelernte Bäckerin schon seit Jahren mit sich herum getragen, bis der perfekte Zeitpunkt kam und sie Gelegenheit hatte, das Lokal gegenüber des Senftenberger Rathauses weiterzuführen, das zuvor eine Eisdiele beherbergt hatte. Eis gibt es dort auch heute noch, und das nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter. Dann am liebsten in Kombination mit warmem Apfelkuchen im Glas.

Zu den Klassikern der weihnachtlichen Backstube gehört natürlich Stollen. Dessen Zutaten sind für Kupsch neben Mehl, Butter, Zucker und Milch für den Teig selbst noch Mandeln, Marzipan, Sultaninen und zuletzt in Rum eingelegte Rosinen. Den dabei aufgenommenen Alkohol verlieren die Früchte beim Backen allerdings wieder. Nur das Aroma sollen sie behalten. Bevor auch die Rosinen und die anderen Garnierungen ins Spiel kommen, muss aber zuerst ein Vorteig angesetzt werden, der dann erst einmal etwa eine halbe Stunde zur Gare steht. Das Prozedere, ihren Stollen zu backen, dauert insgesamt etwa anderthalb Stunden, sagt Kupsch. Der allerletzte Schritt ist dabei, den fertigen Stollen mit Puderzucker zu bestreuen, nachdem er aus dem Ofen kommend mit heißer Butter bestrichen wird.

 Mit dem darüber gestäubten Puderzucker wird der Stollen vollendet.
Mit dem darüber gestäubten Puderzucker wird der Stollen vollendet. FOTO: LR / Daniel Roßbach

Damit der Stollen am Ende gelingt, sei es entscheidend, den Teig warm genug zu verarbeiten: „Dann hat man verloren. Denn wenn er kalt ist, passiert gar nichts.“ Und auch zu fest darf der Stollenteig nicht sein, wenn er gelingen soll. Davon, dann noch Butter darauf zu schmieren, hält die Senftenbergerin wenig. „Wenn das nötig ist, damit der Stollen schmeckt, kann das eigentlich nur heißen, dass er selbst zu trocken ist.“

Neben Butter- und Mohnstollen gibt es in dem Café natürlich auch verschiedene Torten und verschiedene gewohnte und überraschende Plätzchen-Variationen. Nur Zimt kommt gar nicht so oft in den Weihnachtsrezepten vor, wie man meinen könnte.

Im Allgemeinen zeichnet sich der weihnachtliche Speiseplan nicht dadurch aus, besonders sparsam in Bezug auf Zucker und Fett zu sein. Das gilt umso mehr für Plätzchen und Stollen, wie sie auch hier gebacken werden. Aber Nicole Kupsch bemüht sich, auch ein bisschen was Gesünderes im Angebot zu haben. Dazu gibt es Knusperkekse mit Haferflocken, Sonnenblumenkernen oder Cornflakes. Und Schneeflocken, die aus einem ganz leichten Butterteig gemacht sind, der auf der Zunge zergeht. Überhaupt ist weniger Zucker als vorgeschlagen zu verwenden, einer der ersten Schritte, die Nicole Kupsch unternimmt, wenn sie sich ein neues Rezept aneignet und damit experimentiert, es zu etwas eigenem zu machen.

Manche dieser Rezepte, an denen sie dann arbeitet, findet sie bei Recherchen im Internet. Andere Rezepte, nach denen Nicole Kupsch in ihrer kleinen Küche im Hinterzimmer des Cafés am Markt bäckt, kommen aus Backbüchern ihrer Oma.

 Die Weihnachtsplätzchen von Bäckerin Nicole Kupsch.
Die Weihnachtsplätzchen von Bäckerin Nicole Kupsch. FOTO: LR / Daniel Roßbach

Mittlerweile arbeiten im Marktcafé neben der Inhaberin selbst je nach Betriebsamkeit noch sieben weitere Menschen. Auch eine weitere Konditorin konnte Nicole Kupsch – die vor einer Woche ihren 37. Geburtstag feierte – in diesem Jahr einstellen, als sie allein nicht mehr hinterher kam. Auch zu Weihnachten wird Nicole Kupsch das süße Gebäck aber nicht zu viel, sondern sie isst es selbst immer noch gern. Genau wie ihre sechs Jahre alte Tochter, der sie gern Gebäck aus dem Café mit nach Hause bringt.